Eure Kinder sind nicht Euer Besitz, Sie sind die Töchter und Söhne der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst. Ihr dürft ihnen Eure Liebe geben, aber nicht Eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr Euch bemühen zu werden wie sie. Aber Ihr dürft sie nicht dahin bringen wollen, zu werden wie Ihr. Khalil Gibran
Das Leitbild der Erziehungsberatung ist grundsätzlich bestimmt durch das Tiroler Jugendwohlfahrtsgesetz, das Leitbild der Tiroler Landesverwaltung, das Leitbild für Führungskräfte der Tiroler Landesverwaltung, das Leitbild der Gruppe Gesundheit und Soziales, sowie durch das Leitbild der Abteilung Jugendwohlfahrt.
Die ideelle Grundlage dafür ist die UN-Konvention zum Schutze der Kinder.
Darüber hinaus unterliegt das Leitbild der Erziehungsberatung einem ständigen Prozess. Es verbindet viele Ideen zu einer Gesamtphilosophie.
Erziehung ist Beziehung
Eine tragfähige Beziehung zwischen Kindern und Erwachsenen ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Entwicklung des Kindes zu einer gesunden, autonomen und verantwortlichen Persönlichkeit.
Im Sinne der Weltgesundheitsorganisation
Der Gesundheitsbegriff der WHO geht davon aus, dass Gesundheit nicht nur als Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen, sondern als Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens gesehen wird.
Die Erziehungsberatung sieht ihre grundsätzliche Aufgabe darin, Erwachsene, die für Kinder und Jugendliche Verantwortung tragen, dabei zu unterstützen, tragfähige Beziehungen zu entwickeln.
Die Erziehungsberatung geht von einer ganzheitlichen Betrachtung des Menschen aus. Sie sieht ihn deshalb in seiner umfassenden Lebenssituation, also in seinem sozialen, psychischen und körperlichen Zusammenhang. Daher können Auffälligkeiten bzw. Symptome nicht isoliert betrachtet werden.
Es wird davon ausgegangen, dass zwischen der Gleichberechtigung von Mann und Frau einerseits und der Gestaltung der Beziehung von Eltern und Kindern andererseits eine Wechselwirkung besteht. Deshalb sieht die Erziehungsberatung eine ihrer Aufgaben darin, sowohl auf die Wichtigkeit des Vaters für die Entwicklung des Kindes hinzuweisen, als auch auf die Überwindung von Tendenzen hinzuarbeiten, Frauen auf den familiären Kontext zu reduzieren.
Das Angebot der Erziehungsberatung an die Bevölkerung umfasst Information und Beratung und richtet sich an Einzelne, Familien und Gruppen. Die Erziehungsberatung ist eine kostenlose und frei zugängliche Beratungsstelle im Spektrum des psychosozialen Angebotes. Die Kontaktnahme der KlientInnen beruht auf dem "Kommprinzip", auf Freiwilligkeit. Zu jeglicher Intervention der MitarbeiterInnen der Erziehungsberatung bedarf es der Zustimmung der KlientInnen. Beratungen können anonym erfolgen, die MitarbeiterInnen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Die konzeptionelle Weiterentwicklung des Arbeitsfeldes Erziehungsberatung als öffentliche Dienstleistung erfolgt durch das Team der MitarbeiterInnen. Eine konsensorientierte Arbeitshaltung und Respekt unter den MitarbeiterInnen sind wesentliche Voraussetzungen für eine gedeihliche, konstruktive und positive Arbeit. Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin verpflichtet sich daher zu einem kooperativen und transparenten Arbeitsstil, der in der Teamarbeit seinen Ausdruck findet.
Die Facharbeit der Erziehungsberatung geschieht in ständiger Auseinandersetzung mit relevanten wissenschaftlichen Erkenntnissen und durch begleitende Reflexion der Einzelarbeit. Weiterbildung und Supervision sind eine sich daraus notwendig ergebende Konsequenz.
Die Öffentlichkeitsarbeit der Erziehungsberatung soll die Bevölkerung über das Angebot so informieren, dass Schwellenangst vermindert wird.
Die Erziehungsberatung arbeitet mit anderen Einrichtungen, Institutionen und Medien zusammen, um Information und Beratung über einschlägige Inhalte möglichst bevölkerungsnah anzubieten und die Realität und das Angebot der Erziehungsberatung landesweit bekannt zu halten.
Durch die Teilnahme an der öffentlichen familienpolitischen Auseinandersetzung leistet die Erziehungsberatung ihren Beitrag zur Schaffung günstigerer Strukturen für Familien. Sie sieht es als ihre Aufgabe, deutlich zu machen, dass eine Verbesserung der Familienbeziehungen auch von der Arbeit jedes und jeder Einzelnen an sich selbst abhängt.

