Zahlen und Fakten zur bestehenden Versorgung (intra- und extramural):
In Tirol ereignen sich ca. 2.000 Schlaganfälle pro Jahr (zusätzlich ca. 1.000 sog. transitorisch Ischämische Attacken: ‚Schlagerl’). Etwa 6.000 Menschen leben mit den Folgen des Schlaganfalls. Aufgrund der demographischen Entwicklung ist mit einer weiteren deutlichen Steigerung zu rechnen. Der Schlaganfall betrifft jedoch nicht nur ältere Menschen, etwa 10% der SchlaganfallpatientInnen sind jünger als 45 Jahre.
Die stationäre Akutversorgung von SchlaganfallpatientInnen erfolgt in Tirol in verschiedensten Versorgungsstufen (Abteilungen für Neurologie, Innere Medizin, Stroke Units). PatientInnen mit Schlaganfall werden an 9 öffentlichen Krankenanstalten aufgenommen und betreut. Zur optimalen Versorgung der PatientInnen stehen derzeit in Tirol 2 Stroke Units (Schlaganfalleinheiten) zur Verfügung: im KH Kufstein (4 Überwachungsbetten) und am a. ö. LKH (Univ.-Kliniken) Innsbruck (8 Überwachungsbetten). 2 weitere Stroke Units im KH Zams und KH Lienz sind geplant.
Erste Auswertungen aus dem LKF Datensatz und aus den Schlaganfallregistern des ÖBIG und der Univ.-Klinik für Neurologie in Innsbruck haben wichtige Eckdaten erbracht:
- Die Häufigkeit des Schlaganfalls in Tirol liegt im Mitteleuropäischen Durchschnitt und unterscheidet sich in den Tiroler Bezirken nicht wesentlich.
- Alle Akutkrankenhäuser leisten zur Versorgung von SchlaganfallpatientInnen einen substantiellen Beitrag.
- Die Anteile von Schlaganfallpatienten die an Neurologischen Stroke Units, Neurologischen Normalstationen und Internistischen Abteilungen behandelt werden, liegen derzeit bei 42%, 22% und 36%.
- Die Häufigkeit der Thrombolysetherapie („Auflösung des Blutgerinnsels“) variiert in den einzelnen Bezirken zwischen 1.1% und 12.5% aller Schlaganälle. Insgesamt liegt Tirol mit einer Thrombolysefrequenz von 5.6% aller Ischämischer Schlaganfälle im Europäischen Spitzenfeld.
- An der Stroke Unit der Universitätsklinik für Neurologie in Innsbruck ist die Anzahl der Thrombolysetherapien zuletzt auf knapp 90 pro Jahr (2008) gestiegen.

