
Plötzlich und überraschend war es heraußen, das Wort Scheidung bei den Eltern meines Mitschülers. Aber im Laufe der Jahre haben sie sich anscheinend doch immer weniger zu sagen gehabt, sich sozusagen auseinander gelebt. Der Felix, der ständig mit seiner mega Musik im Ohr durch die Gegend rennt, hat das gar nicht so richtig mitgekriegt: Wie ein Blitz aus heiterem Himmel hat ihn dann die Nachricht der geplanten Scheidung getroffen. Heftig, was jetzt da abgeht: Der Felix versteht gar nicht, um welche Kleinigkeiten seine Eltern sich streiten.
Für wen er Partei ergreifen soll, weiß er auch nicht. Wenn Mütter auch unheimlich nerven können, hat seine Ma schon ihre Stärken. Aber auf das Fliegenfischen mit seinem Dad will er ebenso wenig verzichten. Der supercoole Felix leidet ja heftig, so kenne ich den gar nicht.
Mitbekommen habe ich, dass jetzt am Bezirksgericht Innsbruck die Familienrichter endlich durch Psychologen und Sozialarbeiter unterstützt werden. Damit nach so einer Scheidung möglichst rasch etwas entschieden wird, was dann beide Eltern unterschreiben können. Einvernehmlich heißt das, was den Kindern die weitere Streiterei erspart. Das werde ich gleich morgen dem Felix erzählen, der ja wieder der alte supercoole Felix werden soll.


