
Ich schimpf ja auch hin und wieder gerne auf die EU. „Die in Brüssel“, sag ich dann. Es ist einfach praktisch, wenn man einen Sündenbock hat, der sich kaum einmal wehrt. Aber eines muss ich schon sagen: Beim Grundverkehr hat die EU verstanden, dass Tirol strenge Regeln braucht. Und das Land hat es verstanden, das Gesetz so zu formulieren, dass die EU damit einverstanden ist.
War sicher nicht einfach, aber es wäre fatal, wenn sich alle – egal woher sie kommen – in Tirol Grund und Boden kaufen könnten. Hauptsache man hat genug Geld. Denen geht es ja meistens nur darum, ein schönes Feriendomizil – und das möglichst in einsamer Lage und geschützt vor neugierigen Blicken – zu haben. Deshalb sind ja gerade Bauernhöfe so begehrt. So jemand will natürlich nicht, dass ein Spazierweg oder eine Langlaufloipe durch sein Grundstück führt.
Es ist sicher nicht so, dass alles verwildern würde. Dafür sorgen die Gesetze schon. Gesunde Tiroler Lebensmittel kommen aber nicht vom Gärtner oder Landschaftsarchitekten, der mit dem Mähen beauftragt wird. Sie kommen von den Tiroler Bäuerinnen und Bauern, die sich an Festen und Almabtrieben beteiligen und sich im Dorfleben engagieren. Deshalb ist es schön, dass Geld nicht immer ausschlaggebend ist. Das wäre grundverkehrt.




