
Eigentlich will ich ja der zweite Herminator werden oder mal mit meiner Trompete Karriere machen, das ist fix, aber Mama und Papa meinen, dass ich auch noch was Handfestes machen sollte. Was heißt das schon, handfest? Meine Trompete hab ich jedenfalls fest im Griff. „Sozialbetreuer wäre was für dich, ein Zukunftsberuf“, meint Papa. „Da kümmerst du dich um Familien, alte oder behinderte Menschen, die den Alltag alleine nicht meistern können. An der Caritas-Schule in Innsbruck gibt’s verschiedene Sparten: Familien- oder Altenarbeit zum Beispiel“, sagt Mama. Begeistert bin ich nicht, trotzdem klick ich mich mal durch die Homepage: „Das wäre wohl eher was für dich, Mama. Das können auch alte Menschen berufsbegleitend machen und du willst dich doch eh immer weiterbilden, oder?“ Da bricht die Mama wutentbrannt über mich herein: „Im Krisenmanagement bin ich schon top und im Pflegen sowieso. Wer meinst du hat dir die Windeln gewechselt oder kocht dir warme Hühnersuppe, wenn du krank bist. Allein die morgendlichen Badezimmerkrisen mit dir und Julia reichen mir völlig. Falls es dir entgangen ist: Ich leiste täglich Familienarbeit.“ Heftig! Da hab ich wohl voll daneben gegriffen.




