
Letztens begleitete ich meine Freundin zu einer Untersuchung in die Klinik, um ihr die Wartezeit mit ein bisschen Klatsch und Tratsch zu versüßen. Als wir gerade dabei waren, die neuesten Keksrezepte auszutauschen, bemerkten wir eine Frau, die etwas abseits weinend auf einem Stuhl saß.
Vorsichtig ging ich zu ihr hin und fragte sie, ob ich denn helfen könne. Doch leider stammelte die Arme nur Worte in einer für mich unverständlichen Sprache.
Meine Freundin, die ihre Wurzeln in Kroatien hat, wusste jedoch offensichtlich gleich, worum es geht und versuchte, die Frau zu beruhigen.
Es stellte sich heraus, dass sie auf einen Befund wartete, der Arzt ihr jedoch aufgrund der sprachlichen Barrieren nicht ausreichend erklären konnte, worum es geht.
Sofort entschloss sich meine Freundin, behilflich zu sein und fragte den behandelnden Arzt, ob sie sozusagen als Dolmetscherin bei der Befundbesprechung dabei sein dürfe.
Der Arzt war ebenso wie die verunsicherte Dame erleichtert, jemanden an der Seite zu haben, der den Befund verständlich machen konnte und letztendlich war die Freude auf allen Seiten groß, als sich die Diagnose als harmlos herausstellte. Und nachdem auch meine Freundin ihre Untersuchung gut hinter sich gebracht hatte, gingen wir drei noch auf einen Kaffee und unser aller Rezeptrepertoire war danach noch um ein paar Facetten reicher.
Gut, dass sich die Landesintegrationsreferentinnen und -referenten heute dafür stark machen, dass in Kliniken und auch bei den niedergelassenen Ärzten ausreichend Dolmetscher für derartige Fälle zur Verfügung gestellt werden.




