
Krampusumzüge brauch ich nicht unbedingt. So sehr mich die geschnitzten Larven begeistern, so große Angst hab ich vorm „Klaubauf“ aber auch. Gott sei Dank ist die Zeit der Teufel jetzt aber wieder vorbei und ich kann am Christkindlmarkt ganz beruhigt meinen Punsch schlürfen. Da sind mir die Fasnachtsfiguren Roller und Scheller, Hexen und Bären schon viel, viel lieber. Schon toll, dass diese Woche das Imster Schemenlaufen als erster Brauch in Österreich von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe erklärt wurde. „Was soll das denn sein?“, fragt mich der Lukas. „Zum Weltkulturerbe werden nicht nur historische Gebäude oder alte Stadtteile ernannt, sondern zum Beispiel auch Bräuche oder Sprachen, die von einer Generation an die nächste mündlich weitergegeben werden. Also unser kulturelles Erbe“, erklär ich ihm zwischen Hausaufgaben und Geschirrspülen. „Es ist doch beeindruckend, dass sich das Imster Schemenlaufen über Jahrzehnte, wenn nicht schon Jahrhunderte hält und die Imster immer noch voller Begeisterung in die Fasnacht gehen, oder?“, reiß ich Klaus aus seiner Zeitungslektüre. „Ja, ja. Bärig“, sagt mein Fasnacht-Fan mit geteilter Aufmerksamkeit. Nicht nur wir, sondern auch die Kinder sind von dem Spektakel immer begeistert. „Ich freu mich schon aufs nächste Mal“, sag ich zu Klaus und merk mir den 31. Jänner 2016 schon mal im meinem geistigen Kulturkalender vor.
Imster Schemenlaufen ist Weltkulturerbe




