
Neulich beim Schlussverkauf in einem etwas besseren Laden: Da rennt mich doch tatsächlich ein Kasten von einem Mann in der Eingangstür nieder, als ob ich einfach nicht existieren würde. „Bald brauchen wir nicht nur Pistenregeln beim Skifahren, sondern auch beim Einkaufen“, schimpfe ich zu Klaus. „Auf der Skipiste steht es zumindest schwarz auf weiß, dass man auf die anderen Skifahrer schauen soll.“
Knappes Überholen, enges Vorbeirauschen, rücksichtsloses Vordrängeln beim Lift – die Liste der möglichen Verfehlungen ist lang. Dabei ist es eigentlich einfach: Was du nicht willst, was man dir tu, das füge auch keinem andern zu. Verletzten Hilfe zu leisten und beim Skifahren einen Ausweis mithaben – das dürften doch ebenfalls Selbstverständlichkeiten sein.
An diesem Punkt mischt sich Lukas in meinen Monolog ein. „Wir haben die Pistenregeln in der Schule durchgemacht und sie gleich als Hausübung aufbekommen. Wir müssen also demnächst Ski fahren gehen.“ Bestens, da freut sich die ganze Familie. Auch mein Ärger ist inzwischen verflogen.
Und als Klaus mir die Tür aufhält, muss ich schmunzeln. „Du bist halt noch ein echter Gentleman – auf der Piste und daheim sowieso.“




