
Was werd ich und wenn ja, wie viel? Wann ist das und falls nicht, dann trotzdem? Ihr seht schon, ich bin ziemlich verwirrt momentan. Der Grund für meine Sinnkrise liegt auf der Hand: Mit 17 Jahr hab ich weder blondes Haar noch den blassesten Schimmer, was ich mit meinem Leben anstellen soll. Studieren vielleicht? Oder doch lieber einen anderen Berufsweg wählen? Als wäre es nicht schon schwer genug, fühlt sich auch meine allwissende Mutter bemüßigt, ihren Senf dazuzugeben: „Medizin – das wär’ doch etwas für dich! Oder Jus? Das kann man immer brauchen.“ „Papperlapapp! Mein Mädchen braucht kein Hochschulstudium, um was zu werden! Die macht ihren Weg auch so. Gibt ja genug Optionen abseits der Uni“, funkt Paps dazwischen. „Die braucht einfach einen Job, wo sie fett Kohle absahnt, Schminke wird ja auch nicht billiger“, ätzt meine brüderliche Nervensäge. Hallo? Fragt mich auch mal jemand? Obwohl... Ich hätte eh keine Antwort parat... Anders schaut’s da bei der Melanie aus, unserer Nachbarstochter. Die ist jetzt in der siebten Schulstufe und hat „Berufsorientierung“ als Fach. Echt krass... Sie bekommen dabei einen Einblick in die Berufswelt und erfahren, welche Möglichkeiten ihnen offen stehen. So eine Art Coaching könnte man sagen. Richtig lässig! Ihre Schule bekam für diese Initiative sogar ein Gütesiegel verliehen. Ich hätt’ gleich den „Bildungsoscar“ überreicht, denn auch wenn ich Schule nicht so berauschend finde, so manche Offensive ist nicht von schlechten Eltern. Genauso wie manch gutaussehender Mitschüler – aber das ist eine andere Geschichte...




