
Heut war „sterbender Schwan“ im Turnunterricht angesagt. Da freut man sich auf zwei Stunden Erholung und Spaß im harten Schulalltag und dann DAS - Ballett mit den Mädchen! Ich bin ja wirklich offen für alles, aber was zu weit geht, geht zu weit. Arabesque, Plié, Pas de bourrée, klingt alles für mich wie ein super französisches Kochrezept aber nicht wie körperliche Ertüchtigung. Doch anstatt mich vor einem ganz besonderen Mädchen unserer Klasse zu blamieren, habe ich mein Tanzbein voller Elan und Motivation geschwungen. Um sie zu beeindrucken, wäre ich sogar dazu bereit ein Solo à la Baryshnikov hinzulegen. Nach einer gefühlten Ewigkeit voller Verrenkungen und Megakrämpfen hatte ich auch diesen Unterricht endlich hinter mich gebracht. Leider nahm der Schrecken kein Ende, denn anstatt des Mädchens hatte der Lehrer Gefallen an meinen Anstrengungen gefunden und meinte, ich sollte mich am Tanzgymnasium in St.Johann bewerben, wo am 19. Jänner die nächste Aufnahmeprüfung stattfinden würde. Zwei Gedanken schossen sofort in meinen Kopf: niemals und nie und nimmer! Aber geschmeichelt war ich trotzdem, denn erneut habe ich bewiesen, dass ich durch und durch ein Sport-Ass bin. Auf sterbenden Schwan lass ich dennoch lieber andere machen, obwohl ich zugebe, dass manche Ballettschritte gar nicht mal so übel waren.




