
Letztens ist die Julia ganz aufgeregt von der Schule nach Hause gekommen. Das alleine an sich ist ja schon merkwürdig genug, denn normalerweise ist sie nach der Schule eher wortkarg und mürrisch, vor allem, solange ich ihr nicht ihr wohlverdientes Mittagessen serviert habe.
Aber was fast noch merkwürdiger war, dass sie euphorisch vom Geschichtsunterreicht erzählt hat. Ausgerechnet Geschichte, wo ihr doch früher die großelterlichen Erzählungen vom zweiten Weltkrieg & Co. höchstens ein herzhaftes Gähnen entlocken konnten.
Jedenfalls hat Julia von der Fürstentochter Margarete von Maultasch berichtet, die seinerzeit im 14. Jahrhundert für die damaligen Verhältnisse recht unkonventionell gelebt und damit europaweit für Klatsch und Tratsch gesorgt hatte. „Diese Margarete“, hat sie gemeint, „die war schon ein cooles Haus! Hat sich von niemandem was vorschreiben lassen. Genau wie ich! Die hat entgegen dem Willen ihrer Eltern ihren gehassten Ehemann vertrieben und dann ihre große Liebe geheiratet. Respekt!“
Diese überaus interessanten Infos hat meine Tochter übrigens aus der aktuellen Ausgabe der Tiroler Landeszeitung, die ihre Geschichtsprofessorin mit in den Unterricht gebracht hat. „650 Jahre Tirol bei Österreich“ lautet der Titel und behandelt die Zeit, nach der Tirol sich mit Österreich verbunden hat.
Ich weiß ja schon alles über das bewegte Leben der Margarete von Maultasch, denn als die Sonderausgabe der Landeszeitung ins Haus geflattert ist, habe ich als kulturinteressierter Mensch sie natürlich gleich verschlungen. Tolle Geschichten sind da dabei. Und dass Julia sich nun plötzlich für dieses Thema interessiert, sollte eigentlich auch in die Geschichte eingehen.
Tiroler Landeszeitung ![]()




