
„Und wie denkst du, dass das alles weitergehen soll?“ Mamas Gesichtsausdruck sprach Bände. Nur das Genre der Geschichte entsprach nicht so meinem Geschmack. „Jetzt sind es drei Vieren, ich muss dir nicht sagen, wie schnell daraus drei Fünfen werden!“ Hallo!? „Es ist doch nur eine Schulnachricht, komm‘ mal wieder runter“, hab ich sie angeraunzt. Wieso muss sie auch immer den Gute-Noten-Apostel raushängen lassen? „Ich bekomm‘ das schon hin“, versuchte ich sie und irgendwie auch mich selbst zu beruhigen. So unrecht hat sie ja nicht, aber das zuzugeben, ist schier ein Ding der Unmöglichkeit. „Was ist denn hier los?“ erkundigt sich mein sichtlich irritierter Vater. „Die Schulnachricht, DAS ist los!“ hat die Mama sofort gekeift. „Drei Vieren! Ein Desaster!“ „Ach, das ist doch kein Weltuntergang. Ein bisschen mehr lernen, eventuell auch Nachhilfe, dann wird das schon wieder“, gab sich Paps optimistisch. Die Fronten zwischen meiner Mutter und mir waren allerdings derart verhärtet, dass Paps zum PC ging und eifrig recherchierte. Kurz darauf kam er wieder zu uns die Küche. „Hier. Das ist die Nummer vom Schulpsychologischen Dienst des Landesschulrats. Bis 16 Uhr erreicht ihr da heute Berater für Schulprobleme jeder Art. Sei es ein Schulwechsel oder das Notenchaos. Da werden sie geholfen“, hat er uns angelächelt. Etwas skeptisch nahm meine Mutter den Zettel an sich. „Ja mal sehen.“ Angerufen hat sie bisher nicht. Aber die Einrichtung einer solchen Hotline finde ich super! So eine Kummernummer ist sicherlich in vielen schulischen Konfliktsituationen sehr hilfreich.




