
Morgens, kurz nach sieben, in Telfs, genauer gesagt: in unserem Bad:
Ich, noch halb verschlafen, stehe unter der Dusche und überlege mir gerade, ob ich heute meine Haare glatt oder lockig föhnen soll, ob die blauen oder die grünen Sneakers besser zu meiner neuen Jeans passen und ob ich heute wohl…
BUMM BUMM BUMM! Plötzlich hämmert es wie wild an der Badezimmertür und ich werde aus meinen frühmorgendlichen Träumereien gerissen. „Haaaallooo!“, tönt es von draußen, „willst du Wurzeln schlagen da drin? Sauberer wirst du nicht mehr – und schöner übrigens auch nicht!“
Mein charmanter Bruder, wie er leibt und lebt. „Aber du weißt schon, dass wir fließend Wasser haben, um uns damit gründlich zu waschen. Katzenwäsche ist halt nicht jedermanns Sache!“, schnauze ich ihn an und verziehe mich in mein Zimmer, um mich der wichtigen Frage der Kleiderwahl zu widmen.
Doch keine zehn Minuten später steht Lukas (ich sag ja, Katzenwäsche!) bei mir und erklärt wichtigtuerisch: „Klar weiß ich, wozu wir fließend Wasser haben. Und im Gegensatz zu dir weiß ich das auch noch zu schätzen. Wasser ist unser wichtigstes Gut und eine der wertvollsten Ressourcen unserer Erde! Und das weiß auch das Land Tirol, die haben nämlich gerade erst den Wasserpreis vergeben, für die besten Ideen, wie man Wasser sinnvoll und sorgsam – und nicht so verschwenderisch wie du - nutzen kann.“
Weg war er und lässt mich echt sprachlos zurück. Von wegen Katzenwäsche, der kleine Naseweis ist mit allen Wassern gewaschen.




