Tbc im Oberen Lechtal gemeinsam bekämpfen

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Tbc im Oberen Lechtal gemeinsam bekämpfen

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18.04.2011 - Die Bekämpfung von Tuberkulose (Tbc) beim Rotwild im Oberen Lechtal nimmt konkrete Formen an.

Bezirksbauernobmann Walter Hackl, Bezirksjägermeister Arnold Klotz, Landesjägermeister Karl Berktold, Bezirkshauptfrau Katharina Schall, Landesveterinärdirektor Josef Kössler und Franz Krösbacher von der Landesabteilung Jagd und Fischerei wollen Tbc beim Rotwild mit vereinten Kräften bekämpfen. Foto: Land Tirol

Bezirksbauernobmann Walter Hackl, Bezirksjägermeister Arnold Klotz, Landesjägermeister Karl Berktold, Bezirkshauptfrau Katharina Schall, Landesveterinärdirektor Josef Kössler und Franz Krösbacher von der Landesabteilung Jagd und Fischerei wollen Tbc beim Rotwild mit vereinten Kräften bekämpfen. Foto: Land Tirol

Landesveterinärdirektor Josef Kössler schilderte die geplanten Maßnahmen. Foto: Land Tirol

Landesveterinärdirektor Josef Kössler schilderte die geplanten Maßnahmen. Foto: Land Tirol

Bezirkshauptfrau Katharina Schall will den guten Ruf des Außerferns erhalten. Foto: Land Tirol

Bezirkshauptfrau Katharina Schall will den guten Ruf des Außerferns erhalten. Foto: Land Tirol

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Derzeit ist eine Verordnung des Gesundheitsministeriums zur Tbc-Bekämpfung bei Wildtieren in Begutachtung. Bei einer Informationsveranstaltung des Landes und der BH wurden die betroffenen JägerInnen und GrundbesitzerInnen über die geplanten Maßnahmen informiert.

„Wir müssen Tbc nicht nur beim Rind, sondern auch beim Rotwild bekämpfen, bevor eine Übertragung auf den Menschen stattfindet“, leitete Bezirkshauptfrau Katharina Schall die hochkarätig besetzte Informationsveranstaltung im Vorfeld der Trophäenschau ein. „Unser Auftrag ist die Gesundheit der Menschen, der landwirtschaftlichen Nutztiere und des Wildbestandes sowie die Lebensmittelsicherheit“, erklärte auch Landesveterinärdirektor Josef Kössler.

Ziel der Verordnung nach dem Tierseuchengesetz ist es, die auf Mensch und Rind übertragbare Infektionskrankheit Tbc durch eine nachhaltige Reduktion des Rotwildbestandes auf ein dem Lebensraum angepasstes Maß einzudämmen. Um Tbc gezielt bekämpfen zu können, wird im Oberen Lechtal eine Bekämpfungs- und eine Überwachungszone eingerichtet. Die Bekämpfungszone ist jenes Areal im Gemeindegebiet von Steeg, wo laut Untersuchungen mehr als 40 Prozent des Rotwilds mit Tuberkulose infiziert sind. Die Überwachungszone umfasst die angrenzenden Gebiete.

Jägerschaft sichert Mitarbeit zu

In einem ersten Schritt ist die Jägerschaft in beiden Zonen gefordert, so viel Rotwild wie möglich jagdlich zu entnehmen. Zustimmung zu diesem Plan kommt sowohl vom Landesjägermeister wie auch vom Bezirksjägermeister. „Wir stehen zu 100 Prozent hinter den erforderlichen Maßnahmen“, zitiert Landesjägermeister Karl Berktold einen einstimmigen Vorstandsbeschluss des Tiroler Jägerverbandes. Für den Bezirk Reutte versichert Bezirkjägermeister <st1:personname>Arnold Klotz</st1:personname>: „Die Jägerschaft ist sich ihrer Verantwortung voll bewusst und bereit mitzuhelfen.“

Die Abschüsse von Rotwild werden nach den Tierseuchengesetz nicht für das ganze Jagdjahr, sondern zeitlich gestaffelt vorgegeben. Insbesondere weibliche Tiere sollen erlegt werden. Um den Abschuss zu erleichtern, werden Lenkungsmaßnahmen eingerichtet. Jedes erlegte Tier wird vom Amtstierarzt untersucht. Damit ist auch beim Wildfleisch absolute Lebensmittelsicherheit gewährleistet.

Vorgaben für Fütterung

Auflagen gibt es auch für die Winterfütterung. Diese ist in der Überwachungszone ab dem 1. Dezember erlaubt. Es dürfen aber nur Heu und Silage, keine Maissilage und kein Kraftfutter gefüttert werden. In der Bekämpfungszone übernimmt die Behörde die Fütterung.

Die Tbc-Problematik in den Griff zu bekommen und den guten Ruf der Region in der Jagd, in der Landwirtschaft und im Tourismus bewahren, ist das Ziel der Bekämpfungsmaßnahmen. „Diese werden so lange dauern, bis wir die Seuche im Griff haben“, kündigt der Landesveterinärdirektor an.

Besonders für die Landwirtschaft im Außerfern ist der Erfolg der Bekämpfungsmaßnamen eine Existenzfrage. Seit 2008 werden die Rinder flächendeckend auf Tbc getestet. Teilweise musste der ganze Tierbestand einer Bauernfamilie getötet werden. Abgesehen von dieser psychischen und wirtschaftlichen Belastung ortet  Bezirksbauernobmann Walter Hackl Zurückhaltung beim Kauf von Zuchtvieh aus dem Außerfern sowie bei der Bestoßung  der Lechtaler Almen.

Status als Tbc-freies Land in Gefahr

Gelingt es nicht, die Rotwildbestände auf ein gesundes Maß zu reduzieren und die Verbreitung von Tbc zu verhindern, droht der Verlust des Status eines Tbc-freien Landes. Dies wiederum hätte gravierende Auswirkungen auf den für ganz Tirol wichtigen Viehexport. Rund 12.000 Tiroler Zuchtrinder werden jährlich ins Ausland verkauft.

Bezirkshauptfrau Katharina Schall wie auch der Vorstand der Landesabteilung für Jagd und Fischerei, Franz Krösbacher, appellierten an die anwesenden JägerInnen und GrundeigentümerInnen, Tbc gemeinsam zu bekämpfen: „Wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, werden wir das Problem lösen.“

Mehr Infos: www.tirol.gv.at/tbc Externer Link

 

Tbc im Oberen Lechtal

Beim Rind
1999 erstmals bei einem Rind in Häselgehr
Verdachtsfälle 2002, 2006, 2007, 2008
2008 flächendeckende Tbc-Testung aller Rinder in Westtirol (45.000 Stück)
seit 2009 Sonderüberwachungsgebiet Oberes Lechtal, jährliche Testung von 3.000 Rindern
167 Tötungen von Rindern

Beim Rotwild
Tbc 1999, 2006 und seit 2008 laufend nachgewiesen
Prävalenzstudie 2008-2010 zeigt, dass Tbc-Erreger bei Rind und Wild ident ist.
In so genannten Hotspots sind mehr als 40 Prozent des Rotwilds infiziert.

Vieh- und Wildbestand im Bezirk Reutte

8.600 Stück Nutzvieh: Rinder (5.000), Schafe, Ziegen und Schweine
15.700 Stück Wildtiere: Rotwild (7.000), Rehwild, Gamswild und Steinwild

 

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Autor/in: Christa Entstrasser-Müller