Ausgesprochen!

Grüner Daumen

Mei toll, es schneit schon wieder... Schnell, ab zur Bushaltestelle. Ich muss um Punkt Acht Uhr im Büro sein. Mein Daumen angelt nach der Buskarte in der Geldtasche. Glitsch – fast wär’ ich am Boden gesessen. Jetzt reicht’s. Heut’ ist es aber rutschig. Nichts wie rein in den Bus und die warme Heizung genießen. Kein nervenaufreibendes... [mehr...]
[ 

Familiengeschichte

  ]

Durch die Sicherungsverfilmung sämtlicher katholischer Kirchenbücher - auch bezeichnet als Pfarr- oder Kirchenmatriken (Taufbücher, Trauungsbücher, Sterbebücher) - des Bundeslandes Tirol (Diözese Innsbruck und Tiroler Anteil der Erzdiözese Salzburg) hat das Tiroler Landesarchiv die Familienforschung wesentlich erleichtert und forciert. Primär als Sicherungsmaßnahme gedacht, wurde die Mikroverfilmung dieser Matriken zu einer der wichtigsten Serviceeinrichtungen für den Staatsbürger, da nun sämtliche genealogischen Nachforschungen für das Bundesland Tirol im Tiroler Landesarchiv zentral durchgeführt werden können.

Erst seit 1939 ist es in Österreich Aufgabe staatlicher Institutionen, nämlich der Standesämter, Geburt, Verehelichung und Tod von Personen in den Personenstandsbüchern zu dokumentieren. Bis 1939 hatten die staatlich anerkannten Religionsgemeinschaften, ab dem späten 18. Jahrhundert im Auftrag des Staates, diese Aufgabe wahrgenommen. In Tirol, das noch in der Zwischenkriegszeit einen übermächtigen Anteil an Katholiken hatte, sind die katholischen Matrikenbücher als genealogische Quelle von besonderem Interesse. 

Viele ausländische Gäste, die ihre Vorfahren in Tirol vermuten, und Einheimische kommen in das Tiroler Landesarchiv und hoffen, hier eine fertige Stammtafel vorzufinden. Nachforschungen sind aber nur möglich, wenn der genaue Ort bekannt ist, wo Taufe, Trauung oder Begräbnis eines Vorfahren stattgefunden haben. Wenn sich der Familienname auf ein bestimmtes Gebiet eingrenzen lässt, müssen die Mikrofilme der entsprechenden Kirchenmatriken durchgesehen werden. Bis ins 18. Jahrhundert zurück gibt es in den Kirchenbüchern meist Namensregister, die eine Auffindung der gesuchten Vorfahren erleichtern. Am besten arbeitet man sich von Generation zu Generation zurück, was mit Hilfe der Trauungsbücher am raschesten möglich ist.

Da Tirol als erstes österreichisches Bundesland alle kirchlichen Matriken auf Mikrofilm sicherungsverfilmt hat, können Sie Ihre Familienforschung mit Hilfe unserer Lesegeräte problemlos durchführen. Die Einschau in die Kirchenmatriken ist durch das Personenstandsgesetz und die kirchlichen Bestimmungen für die Benützung von Pfarrarchiven (Schutzfrist von 100 Jahren) geregelt. Über alle in Tirol erhaltenen katholischen Matriken informiert Sie Band 17 unserer Publikationsreihe Tiroler Geschichtsquellen. Auch die anderen Bände dieser Reihe sind für die Namensforschung sehr hilfreich, da von vielen Kleinarchiven (Gemeindearchiven) systematisch alle Personennamen erfasst werden.

Bevor die zeitaufwendige Familienforschung beginnt, sollte die methodische Vorgangsweise überlegt werden, ob eine Ahnentafel, eine Stammtafel oder eine Stammreihe das Arbeitsziel ist. Gehen wir z.B. von einem "berühmten" Urahnen oder dem ersten Haus- und Hofbesitzer aus, um unsere Herkunft abzuleiten, so geraten wir bald in die weiten Verzweigungen von mutmaßlichen Nachfahren. Diese Art der Familienforschung ist schwierig, weil schon nach vier oder fünf Generationen fast unmöglich alle Nachfahren lückenlos erfasst werden können. Die Zahl der Abkömmlinge (z.B. Andreas Hofers) hängt ja von Zufällen wie Kindersegen, Sterblichkeit, Ehelosigkeit, Krankheit und frühem Tod ab. Wegen Einheirat, Änderung des Mädchennamens, Abwanderung von Weichenden und Überlieferungslücken können wir die Kindeskinder eines Stammvaters, der vor 200 Jahren lebte, mit Sicherheit nicht vollständig erfassen. Leichter für unsere genealogische Forschung ist die Erstellung einer Ahnentafel. Denn hier können wir mit mathematischer Sicherheit sagen, wie viele direkte Vorfahren in jeder Generation lebten. Bekanntlich verdoppeln sich die Vorfahren in jeder Generation: Ein Elternpaar, 4 Großeltern, 8 Urgroßeltern, 16 Ururgroßeltern usw. Schon sechs Generationen zurück haben wir 126 Vorfahren, die alle zu unserer Erbmasse beitrugen. Rein rechnerisch ergeben 12 Generationen 8190 Vorfahren, die ca. 360 bis 400 Jahre zurückreichen, was in etwa dem Beginn der Matrikenführung um 1600 entspricht. Viele Familienforscher bescheiden sich mit dem Erstellen einer Stammtafel. Aufgelistet werden alle Mitglieder einer Familie, die von einer Person in direkter Linie abstammen und denselben Familiennamen tragen. Erfasst werden in jeder Generation die Männer mit ihren Ehefrauen und ihren Kindern, bei den Töchtern allerdings nur die Ehepartner und nicht deren eheliche Nachkommen (die ja einen anderen Namen tragen). Die meisten Familienforscher konzentrieren sich - da für die Stammtafel, geschweige denn für die Ahnentafel Unmengen von Daten erhoben werden müssen - auf die Rekonstruktion der Ahnenlinie in Form einer Stammreihe. In der Regel ist es der den Familiennamen weitergebende Mannesstamm, der hier erforscht wird, also für jede Generation  das jeweilige Stammelterpaar. Selbst solche Recherchen bringen ein Arbeitspensum mit sich, das sicher nicht mit einem einzigen Archivbesuch zu erledigen sein wird, weshalb die Familienforscher zu den eifrigsten Benützern unserer Lesegeräte zählen.

Das Tiroler Landesarchiv stellt für genealogische Forschungen die Quellen zur Verfügung, u.a. mittels Mikrofilm die Kirchenmatriken der katholischen Pfarren des Bundeslandes Tirol. Es führt aber - das ist in diesem Zusammenhang ausdrücklich festzuhalten - keine familiengeschichtlichen Recherchen durch.

Von den katholischen Matriken Externer Link der Provinz Bozen/ Südtirol besitzt das Südtiroler Landesarchiv Mikrofilme.

Tausende Namen: 1940/41 wurden in Tirol und Vorarlberg alle damals vorkommenden Familiennamen erhoben.

Interessante methodische Anleitungen zur Haus- und Familiengeschichte und deren Quellen finden sich auf den Internet-Seiten Externer Link des Österreichischen Staatsarchivs und auf den Internet-Seiten Externer Link des Oberösterreichischen Landesarchivs. Ein nützlicher Leitfaden sind die folgenden aktuellen Publikationen: Kerstin Hederer und Robert Kluger: Tipps für Familienforscher in Österreich (Schriftenreihe der Diözesanarchive Österreichs 1), Salzburg 2005. Helmut Ivo: Familienforschung leicht gemacht. Anleitungen, Methoden, Tipps. München-Zürich 2006. In den Kirchenmatriken und anderen alten schriftlichen Aufzeichnungen begegnen einem immer wieder deutsche und lateinische Wörter, von denen man nicht weiß, was sie bedeuten. Hier hilft ein praktisches Nachschlagewerk weiter: Reinhard Riepl: Wörterbuch zur Familien- und Heimatforschung in Österreich. Waldkraiburg 2004 (2. Auflage).

Literaturhinweise:
Rudolf Granichstaedten-Czerva: Bibliographische Quellen zur Tiroler Familienforschung. Görlitz 1939.
Karl Finsterwalder: Tiroler Familiennamenkunde (Schlern-Schriften 284). Innsbruck 1990.
Wilfried Beimrohr: Die Matriken (Personenstandsbücher) der Diözese Innsbruck und des Tiroler Anteils und der Erzdiözese Salzburg (Tiroler Geschichtsquellen Nr. 17), Innsbruck 1987.
Wilfried Beimrohr: Familienforschung in Tirol, in: Tiroler Chronist 36 (1989), S. 7-21.