Ausgesprochen!

Grüner Daumen

Mei toll, es schneit schon wieder... Schnell, ab zur Bushaltestelle. Ich muss um Punkt Acht Uhr im Büro sein. Mein Daumen angelt nach der Buskarte in der Geldtasche. Glitsch – fast wär’ ich am Boden gesessen. Jetzt reicht’s. Heut’ ist es aber rutschig. Nichts wie rein in den Bus und die warme Heizung genießen. Kein nervenaufreibendes... [mehr...]
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Ortschronisten

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Um die Geschichte des "kleinen Mannes" zu schreiben, sind die Archive der öffentlichen Verwaltung nur bedingt tauglich. Dieses Faktum hat in Tirol wegen der ca. 100 Klein- und Zwerggemeinden (alle unter 1000 bzw. unter 100 Einwohner) besondere Aktualität. Im Rahmen der Dorfbildung wurde 1964 erstmals die Schaffung von Ortsbildchroniken angeregt und sofort in 32 Gemeinden begonnen. Diesem Umstand trug das Tiroler Landesarchiv schon vor 30 Jahren Rechnung und förderte die Chronistenarbeit in den Gemeinden wesentlich. Seit 1980 gibt die Quartalszeitschrift "Tiroler Chronist" , die als Fachblatt von und für Chronisten in Nord-, Süd- und Osttirol vom ehemaligen Landesarchivdirektor Eduard Widmoser initiiert und jahrelang geleitet wurde, wichtige Informationen und Forschungsergebnisse weiter.

Tirol steht mit 281 Gemeindechronisten hinsichtlich Verbreitungsdichte an der Spitze aller Bundesländer Österreichs. 233 von 279 Tiroler Gemeinden besitzen Bild- und Textchroniken, die ständig aktualisiert werden und als wichtigste Grundlage für die Dorf- und Heimatbücher dienen. Inzwischen gibt es schon über 200 Gemeinden mit stattlichen Dorfbüchern. Davon haben die Archivare des Tiroler Landesarchivs in der Publikationsreihe "Tiroler Ortschroniken" 52 kleinere Gemeinden selbst bearbeitet. Überdies wirkten und wirken die Archivare bei vielen Dorfbüchern als Schriftleiter oder Koautoren mit.

Vorläufer der Gemeindechroniken sind die im 18. Jahrhundert einsetzenden Pfarrchroniken, die nicht nur die Kirchengeschehnisse, sondern auch weltliche Ereignisse im dörflichen Zusammenleben berücksichtigen. Meist war es Aufgabe des Kooperators, die Pfarrchronik zu führen. Wegen Priestermangels werden die alten Pfarrchroniken kaum noch fortgeführt. Daher wird diese Geschichtsquelle ersten Ranges unter anderen Vorzeichen vom Gemeindechronisten fortgeführt, um im Dorf keine Überlieferungslücke entstehen zu lassen. Ergänzend dazu kamen im 19. Jahrhundert die Schulchroniken auf, deren Führung in Tirol bis 1974 verpflichtend war. Mit der Errichtung der Gendarmerieposten traten seit 1848 die Gendarmeriechroniken hinzu, die eine wichtige Quelle für den sozial- und alltagsgeschichtlichen Bereich darstellen. Weitere wichtige Bausteine zur Darstellung des dörflichen Geschehens sind die Vereinschroniken der Musikkapellen, Schützenkompanien, Feuerwehren, Brauchtumsvereine, Sportvereine oder Theatervereine. Sie waren für so manchen Chronisten das Sprungbrett, sich für die gesamte Gemeinde zu engagieren.

Um den Chronisten das notwendige Rüstzeug vermitteln zu können, werden seit 1966 Schulungstage auf Bezirksebene und Landesebene gehalten, bei denen Referenten aus dem Landesarchiv stets präsent sind. Bei diesen Tagungen stehen die gegenseitige Information und der Erfahrungsaustausch im Vordergrund. Sehr rasch wurde der Wandel von der reinen Bildchronik zur geschriebenen Chronik vollzogen, ergänzt durch Zeitungsausschnitte, Tonbänder, Filme, Videos, heimatkundliche Sammlungen bis zu musealen Realien.

Seit 1969 gibt es die Arbeitsgemeinschaft der Chronisten.
Im Rahmen des Tiroler Bildungsforums Externer Link
A-6020 Innsbruck, Sillgasse 8
++43(0)512/581465
++43(0)512/581465-15
eMailchronik@tsn.at
können Sie bei MMag. Bernhard Mertelseder weitere Infos einholen.

In Silz und Telfs sind Bibliotheken der Chronisten eingerichtet. Silz: Bibliothek im ehemaligen Widum, dem sogenannten "Klösterle"; Öffnungszeiten: jeden Donnerstag 19.00 bis 20.00 Uhr; Kontakt: Prof. Mag. Helmut Hörmann, Stams (Tel. 05263/6678). Telfs: Bibliothek im Noaflhaus ( www.telfs.com/noafl/chronisten.htm Externer Link ); Öffnungszeiten: jeden Freitag 19.00 bis 21.00 Uhr.

Die Redaktion der Zeitschrift "Der Tiroler Chronist": Prof. Mag. Helmut Hörmann, eMailredaktion@chronist.at oder eMailchronik@tsn.at

Bei allgemeinen Fragen zur Ortsgeschichte steht Ihnen das Tiroler Landesarchiv beratend zur Seite.

Tiroler Landesarchiv
A-6010 Innsbruck, Michael-Gaismair-Straße 1
++43(0)512/508-3500, 3502 oder 3503
++43(0)512/508-3505
eMaillandesarchiv@tirol.gv.at