Deutsche Arbeitsfront (DAF)
Rechtlich war die DAF, die 1933 nach der Zerschlagung der Gewerkschaften im Deutschen Reich als Einheitsorganisation "aller schaffenden Deutschen" konzipiert war, ein der NSDAP angeschlossener Verband. In ihr sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber aus den nichtagrarischen Wirtschaftssektoren unter einem Dach vereinigt sein. Sie trachtete in die Wirtschafts- und Sozialpolitik einzudringen, wobei ihr aber entscheidender Einfluss versagt war. Die DAF musste sich begnügen, ihre Mitglieder sozial zu betreuen, fachlich und weltanschaulich zu schulen. Organisatorisch war die DAF eine gewaltige und behäbige Bürokratie, allerdings mit enormer Finanzkraft und einem weitverzweigten Wirtschaftsimperium. Von den Mitgliederzahlen her war die DAF die größte NS-Organisation. Nach unten war die DAF regionalisiert in Bezirke, Gaue, Kreise, Ortsgruppen, Betriebsgemeinschaften usw. Tirol und Vorarlberg bildeten einen Gau der DAF, der von einem DAF-Gauobmann und seiner Gauwaltung geführt wurde. Über diesen Funktionär, der disziplinär dem Gauleiter unterstand, war die DAF in die Gauleitung der NSDAP eingebunden. Im August 1939 zählte die DAF in Tirol-Vorarlberg über 115.000 Mitglieder und umfasste 688 vertrauensratspflichtige (also größere ) Betriebe und rund 25.000 Kleinbetriebe. Durch ihre Unterorganisation "Kraft durch Freude" war die DAF der Massenunterhalter der Nation, weiters war sie stark in das Wohnbauprogramm der Nationalsozialisten involviert, in Tirol und Vorarlberg hinsichtlich der "Südtiroler Siedlungen".


