
Von Bäumen, Quellen und Wasserfällen
Autoren:
Dr. Heinrich Schatz & Dr. Irene Schatz
Herausgeber:
Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Umweltschutz
Erscheinungsjahr:
1999
165 Seiten, durchgängig farbig bebildert, broschürt. Das Buch ist im Buchhandel und bei der Abteilung Umweltschutz zum Preis von € 15,26 erhältlich.
Zum Inhalt:
Die Naturdenkmäler werden nach Gemeinden geordnet vorgestellt. Neben der Lage wird auch auf die Besonderheiten des Naturdenkmals eingegangen. Informationsblöcke vermitteln grundsätzliches Wissen über die verschiedenen Typen von Naturdenkmälern in Tirol.
Bäume, Quellen und andere Naturgebilde wurden schon seit jeher verehrt. In den meisten Naturreligionen wurden sie als Sitz höherer Wesen angesehen und standen, symbolhaft mit göttlichen Eigenschaften versehen, als Kultstätten unter strengem Schutz. Eichen symbolisieren Kraft und Stärke. Die zahlreichen Dorflinden und andere zentral stehende Bäume stellen in den Orten ein wichtiges Kommunikationszentrum dar und spielen eine große Rolle im öffentlichen Leben. Die Akzeptanz von Seiten der Bevölkerung ist auch heute sehr hoch.
Naturdenkmäler sind Identifikationspunkte in der Landschaft und meist weithin zu sehen. Die überdurchschnittlich großen und auffallenden Bäume bereichern das Landschaftsbild und geben ihm ein besonderes Gepräge. Alte und mächtige Bäume sind ehrfurchtgebietend und ästhetisch. Für die zunehmend verstädternde Bevölkerung in ihrer übermäßig gestalteten und sterilen Umwelt ist der Anblick eines "richtigen" Baumes mit natürlichen Alterungserscheinungen nicht mehr selbstverständlich.
Die Zahl der Naturdenkmäler ist in den einzelnen Bezirken sehr verschieden. In den großen und dicht bevölkerten Bezirken Innsbruck-Land und Kufstein sind sehr viele Naturdenkmäler zu finden, während im Bezirk Landeck derzeit nur sechs Naturdenkmäler rechtskräftig ausgewiesen sind. Möglicherweise hängen diese unterschiedlich hohen Zahlen unter anderem mit der Bevölkerungsdichte zusammen - in dicht besiedelten Gebieten mit hoher Landnutzung scheint offenbar ein größeres Bedürfnis nach Erhaltung von immer seltener werdenden Naturelementen zu herrschen als in großen, noch generell naturnahen Gebieten mit geringem Bevölkerungsdruck.
In Tirol ist der Schutz von einzelnen Naturgebilden in der Gesetzgebung schon sehr früh verankert worden. Die ältesten Unterschutzstellungen von Naturdenkmälern stammen bereits aus den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Vor dem Jahr 1930 wurden 19 der derzeit noch bestehenden Naturdenkmäler unter Schutz gestellt. Darunter sind drei Seen, ein Quellteich, eine Klammstrecke, neun Baumgruppen und fünf Einzelbäume zu finden. Man kann daran die große Vielfalt der damals als schützenswert angesehen Naturobjekte erkennen.
Mit Stand 1999 waren in Tirol 310 Naturdenkmäler rechtskräftig ausgewiesen. Neben der überwiegenden Zahl an Einzelbäumen oder kleineren Baumgruppen (174) sind auch 73 ausgedehntere Naturgebilde als Naturdenkmal geschützt. Unter diesen finden sich Seen, Teiche, Weiher, Moore, Feuchtgebiete, Quellen, Bäche, Schluchten, Klammen, Wasserfälle, Wäldchen, Parks und Alleen, verschiedene Pflanzenbestände sowie besondere erdgeschichtliche Formationen.
Sie können die Naturdenkmäler Tirols mit Beschreibung und meist Fotos auch über eine interaktive Karte
abrufen.


