Ein Geschenk an unsere Heimat
Artenreiche und stufig aufgebaute Waldränder sind Heimat vieler bedrohter Pflanzen und Tiere. Seltene Bäume und Sträucher am Waldrand und im Waldesinneren sind Blickfang für das Auge und bilden reizvolle Landschaftselemente, sie sind wahre Juwelen des Waldes. Waldrändern wurde in der Vergangenheit aber oft nicht die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt.
Unter dem Motto "Juwelen des Waldes" haben sich bereits 1998 der Landesforstdienst Tirol, der Tiroler Forstverein, der Tiroler Waldbesitzerverband und der WWF-Tirol zusammengefunden, Waldränder aus ihrem "Stiefmütterchen-Dasein" herauszuholen. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, wertvolle Lebensräume und reizvolle Landschaftsbilder zu schaffen und damit gleichzeitig den Schutzmantel des Waldes zu verbessern. Die Abteilung Umweltschutz stellt Mittel aus dem Naturschutzfond für die Umsetzung dieses Zieles zur Verfügung.
Das Ziel: Tirols Wald artenreicher und naturnäher zu bewirtschaften
Das Projekt Juwelen des Waldes ist eingebettet in das Gesamtkonzept, die Tiroler Wälder artenreicher zu gestalten und naturnah zu bewirtschaften. Das bedeutet unter anderem standortgerechte Mischbaumarten besonders zu fördern, um artenreiche Lebensräume zu erhalten oder neu zu schaffen. Die Juwelen an den Waldrändern sind der besonders leicht sichtbare Teil dieses Bemühens von Waldbesitzern und Forstleuten.
Durch jahrhundertelange Bewirtschaftung haben Wälder vielfach an Naturnähe eingebüßt, Mischbaumarten - besonders Laubbäume - gingen verloren. Ihr Wert und ihre Bedeutung für das Artengefüge der Wälder wurden vielfach unterschätzt. Besonders reich an Baum- und Straucharten sind naturnahe Waldränder, die - wie Hecken, Feldgehölze, Auwälder, Bauminseln und Ufergehölze - mittlerweile eine Seltenheit geworden sind. Gleichzeitig sind gut aufgebaute Waldränder aber eines der wenigen linienförmigen Landschaftselemente unserer Täler und spielen damit eine wichtige Rolle im Verbundsystem der verschiedenen Lebensräume. Tier- und Pflanzenarten, viele davon gefährdet, finden hier letzte Rückzugsmöglichkeiten aus benachbarten, intensiv bewirtschafteten Flächen oder bereits verlorenen Lebensräumen.
Farbtupfer für das Landschaftsbild
Der Wald dient zunehmend auch der Erholung und den Freizeitaktivitäten der Bevölkerung und trägt damit entscheidend zur Erhöhung der Lebensqualität bei. Artenreiche Waldränder üben durch ihre mannigfaltigen Blüten, Früchte und Herbstfarben einen besonderen Reiz aus und bereichern das Landschaftsbild. Nicht zuletzt schützt der Waldmantel auch den Wald selbst. Eine gut aufgebaute äußere Hülle bewahrt das Waldinnere vor ungünstigen Einflüssen, stabilisiert das Waldinnenklima, filtert Schadstoffe aus der Luft und schützt vor ungünstigen Wind- und Wetterbedingungen.
Projekt ist 1999 bereits erfolgreich angelaufen. Stolze Erfolgsbilanz
Der Aufruf an die Tiroler Waldbesitzer, an ihren Waldrändern seltene Bäume und Sträucher zu pflanzen, hat ein enormes Echo hervorgerufen. Tirolweit wurden bis Herbst 2008 in 569 Projekten rd. 109.000 seltene Bäume und Sträucher gepflanzt. Rund 1.500 Schüler/innen haben mit den eigenen Händen Juwelen in die Erde gepflanzt, etwa 3.000 Tiroler/innen und Gäste haben bisher die Multimediadiashow über die Juwelen genießen können. Auch 2009 wird die Initiative fortgeführt.
Unbürokratische Abwicklung
Die Pflanzen wurden bis 2007 gänzlich aus einem Tiroler Naturschutzfonds bzw. aus einem Spendenkonto bezahlt. Ab 2008 werden 80% der Pflanz- und Arbeitskosten gefördert. Der Landesanteil der Fördermittel stammt weiterhin aus dem Tiroler Naturschutzfonds. Notwendiger Verbissschutz muss vom Waldbesitzer angebracht werden, falls die Jägerschaft nicht dazu gewonnen werden kann. Die Projektsplanung wird durch die Bezirksforstinspektion durchgeführt, der Waldaufseher steht für die Beratung und Hilfe bei der Organisation zur Verfügung.
Nähere Informationen gibt Ihnen die Abteilung für Forstplanung oder ihre örtlich zuständige Bezirksforstinspektion.






