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Staatspreis 2007

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Staatspreis 2007

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Josef Fahringer aus Kössen erhält Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft

Landerat Anton Steixner, Josef Fahringer jun., Antonia Fahringer, Josef Fahringer sen., Kammerpräsident Ing. Josef Hechenberger. (Foto Tiroler Forstdienst)

Am 16. November überreichte der stellvertretende Sektionschef Dr. Johannes Schima in Vertretung von Bundesminister Josef Pröll die Staatspreise für beispielhafte Waldwirtschaft. Von den Tiroler Kandidaten konnte Josef Fahringer, "Hallbruckbauer" aus Kössen die begehrte Auszeichnung entgegen nehmen. Anlässlich des Österreichischen Waldbauerntages nahmen 250 Personen an den Feierlichkeiten im Congresspark Igls teil.

Josef Fahringer und seine Familie sind gerne angereist, um den Staatspreis entgegenzunehmen. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung des Betriebes „Hallbruckerbauer“ und sein besonderes Engagement für Biomasse hatte die hochkarätige Jury überzeugt.

Lange Tradition bei der Waldwirtschaft

Der Hof des Hallbruckbauern. (Foto Tiroler Forstdienst)

Seit 200 Jahren wird der Erbhof des „Hallbruckerbauer“ in Kössen von männlichen Erben übernommen. Diese Nachhaltigkeit bei den Eigentumsverhältnissen war nur möglich, weil sich der Betrieb erfolgreich an sich verändernde wirtschaftliche Anforderungen angepasst hat. „Unsere Generation hat den Betrieb intensiviert und um eine Kompost- und Biogasanlage für den Geschäftszweig Biomasse erweitert.“, schildert Josef Fahringer.

Investitionen lohnen sich

Bei der Holzbringung kommen betriebseigene Maschinen zum Einsatz. (Foto Tiroler Forstdienst)

Der Betrieb der Familie Fahringer umfasst insgesamt 127 ha, davon 82 ha Wald. Während sich die landwirtschaftlichen Flächen in den eher günstigen Tallagen befinden, liegen die Waldflächen vorwiegend in steilerem Gelände. Dementsprechend hoch ist auch der Anteil an Schutzwald, 56 ha sind Schutzwald außer Ertrag. Die Wälder weisen einen hohen Anteil an Buche auf, bezüglich der Altersklassen überwiegen Altholzbestände. Diese können zunehmend mehr genutzt werden, weil Forststraßen gebaut wurden und der Betrieb in einen Kippmastseilkran investiert hat.

Kleinflächige Nutzung

Die Kombination aus Naturverjüngung und ergänzender Aufforstung führt zu sehr schönen Nadel-Laub-Waldbeständen. Im Bild eine gelungene Mischwuchsregelung mit guten Zukunftsaussichten. (Foto Tiroler Forstdienst)

Die durchschnittlich 530 Festmeter pro Jahr werden in Form von Kleinkahlschlägen genutzt. Die Kombination aus Naturverjüngung und ergänzender Aufforstung führt zu sehr schönen Nadel-Laub-Waldbeständen. Bei der Durchforstung kam erstmals ein Schreitharvester zum Einsatz. Ein Teil des Einschlages wird mit einer Wandersäge eingeschnitten und das Bauholz an örtliche Zimmereibetriebe verkauft.

Zukunft durch Innovation

Die innovativen Fähigkeiten der Familie Fahringer kommen besonders beim Engagement für Biomasse zum Ausdruck. „Mit 13.000 Schüttraumetern Hackgut versorgen wir inzwischen mehrere große Hotels in Kössen und eine Gemeinschaftsanlage, die öffentliche Gebäude beheizt.“, berichtet Josef Fahringer stolz. „Ich bin auch Mitgesellschafter des in Bayern gelegenen Heizwerkes Reit im Winkel. Dorthin liefern wir jährlich 3.000 Schüttraummeter.“

Das Hackgut kommt aus dem eigenen Wald, wird aber auch von Sägewerken und aus anderen Wäldern zugekauft. Der Betrieb übernimmt auch bei Seilkran- und Prozessoreinsätzen anfallendes Astmaterial und Restholz in den Bezirken Kufstein und Kitzbühel. Die Biomasse wird an Ort und Stelle gehackt, im Betrieb Fahringer getrocknet und von dort auf den Markt gebracht.

Biogas trocknet Biomasse

In der Hackschnitzelhalle können 5.000 Schüttraummeter Brennmaterial gelagert werden. (Foto Tiroler Forstdienst)

Die Besonderheit des Biomassehofes „Hallbruckerbauer“ liegt darin, dass die gesamte Hackgutmenge mit der Abwärme der betriebseigenen Biogasanlage getrocknet wird. Auf diese Weise lassen sich in vier Tagen 300 Schüttraummeter Hackgut auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 10% bis 15% trocknen. Dieses außergewöhnlich trockene Hackgut ist für Hackschnitzelheizungen optimal geeignet. Um das Hackgut lagern zu können, hat der Betrieb in eine Lagerhalle für 5.000 Schüttraummeter Hackgut investiert.

Am Anfang war die Bevölkerung skeptisch, ob die großen Heizanlagen mit ausreichend Holz versorgt werden können. Heute wissen alle, dass wir genug Hackgut liefern können, noch dazu optimal getrocknet.“, betont Fahringer stolz.

Die Zukunft des nachhaltigen und innovativen Betriebes scheint jedenfalls gesichert.

Nähere Informationen bei:

E-MailDI Michael Neuwirth,
Bezirksforstinspektion Kitzbühel,
Innsbruckerstraße 77,
6380 St. Johann i.T.,
Tel.: 05352/62360