Staatspreis für vorbildliche Waldwirtschaft geht an Familie Kofler, Brandenberg
Am 9. Oktober hat die Familie Kofler aus Brandenberg vom Lebensministerium den Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft erhalten. Der Familienbetrieb ist in der Region als vorbildlich geführter land- und forstwirtschaftlicher Betrieb bekannt. Die beispielhafte Zusammenarbeit innerhalb der Familie ermöglicht vielfältige Einkommenschancen.
Diesmal wurden die Preisträgerinnen und Preisträger im Rahmen des Österreichischen Waldbauerntages in Oberschützen im Burgenland geehrt. Den Preis für Tirol konnte die Familie Kofler aus Brandenberg für sich erringen.
Familien-Waldwirtschaft
Der Betrieb der Familie Kofler ist in der Region als vorbildlich geführter land- und forstwirtschaftlicher Betrieb bekannt. Die beispielhafte Zusammenarbeit von drei Generationen innerhalb der Familie ermöglicht vielfältige Einkommenschancen.
Die Waldwirtschaft ist für die Familie Kofler lebensnotwendig, sie bringt 75% der Gesamteinnahmen. 80% der Arbeitszeit wendet die Familie für die Waldbewirtschaftung auf, zu 75% im eigenen Betrieb und zu 25% außerhalb.
Wald und Holz im Mittelpunkt
Im eigenen Wald werden jährlich rund 100 fm Holz genutzt. Das Sägerundholz wird an Sägewerke verkauft, das restliche Material wird zu Stangen und Brennholz weiterverarbeitet. Jährlich werden mit einer eigenen Fräse rund 25.000 Stangen produziert. Diese werden an Gemeinden, Baufirmen, Liftgesellschaften, Pferdehalter und an den Landesforstgarten verkauft. Das Holz stammt aus Erstdurchforstungen im eigenen Wald, aber auch aus den Wäldern anderer Bauern und der ÖBf AG. Die Schälabfälle landen im Heizwerk in Münster, jährlich werden rund 80 rm ofenfertiges Brennholz verkauft.
Der Wald und die Veredelung des Rohstoffes Holz sind der Familie ein besonderes Anliegen. Trotz der sehr vielfältigen beruflichen Tätigkeiten bleibt noch Zeit, für die Gemeinschaft etwas zu leisten. So ist Karl Kofler Initiator eines großen Projektes zur Wald-Weide-Trennung und setzt sich auch intensiv für die Renovierung alter Kirchengebäude in Brandenberg ein. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass die Kirche in Aschau nach 50 Jahren wieder einen barocken Zwiebelturm aus heimischem Lärchenholz erhalten hat, der dem Original von 1707 entspricht.
Viele Standbeine

- Das Almgebäude wurde in Blockbauweise neu errichtet. Die betriebseigene Alm wird vom Großvater, Stanis Kofler, betreut. (Foto: Viertler)
Die landwirtschaftliche Fläche setzt sich aus 4,5 ha Grünland in Hofnähe und 10 ha Almen zusammen, vor 30 Jahren wurden 6,4 ha Steilmahd aufgeforstet. Die Almwirtschaft ist allein Aufgabe der Großeltern.
Neben seiner Arbeit in der Land- und Forstwirtschaft ist Karl Kofler bei einer Betonfertigteilfirma beschäftigt und gilt als erfolgreicher Klauenpfleger. Sohn Florian arbeitet nebenbei als Bauernakkordant, vor allem bei Seilbringungsarbeiten der ÖBf AG und der Agrargemeinschaft Brandenberg. Sohn Sebastian absolviert zurzeit eine Ausbildung zum Pferdewirt, Kofler selbst und seine beiden Söhne können eine Ausbildung als landwirtschaftliche Facharbeiter vorweisen.
Die Familie übernimmt Nutzungs- und Pflegearbeiten bei der Agrargemeinschaft Brandenberg und bei umliegenden Bauern. Die hervorragende Arbeitsqualität hat sich in der Region herumgesprochen, wegen der vielen Aufträge stand heuer die Anmeldung eines Gewerbes an.
Waldverbesserung
Im Jahr 2006 wurde auf einer 12 ha großen, extrem steilen Fläche ein Schutzwaldverbesserungs-Projekt begonnen. Gezielte Nutzungen und Aufforstungen sollen diese Flächen verjüngen. In den Kulturen und Verjüngungen ist eine große Vielfalt an Baumarten festzustellen. Der Wald ist mit 2,2 km Forststraßen gut erschlossen.
Früher wurde die gesamte Waldfläche beweidet, die Waldweide ist inzwischen längst eingestellt. Als Obmann der „Alpinteressentschaft Eil-Labeggalpe“ hat sich Karl Kofler sehr für ein großes Projekt zur Wald-Weide-Trennung eingesetzt. Auf einer 1.500 ha großen Fläche der ÖBf AG hatte die Alpinteressentschaft Weiderechte. Durch die Wald-Weide-Trennung beschränkt sich dieses Recht jetzt auf 180 ha Reinweidefläche, die restliche Fläche ist vollkommen weidefrei.
Nähere Informationen bei:
DI Klaus Viertler
Landwirtschaftskammer Tirol
Referat für Forst und Umwelt
Brixner Straße 1
6020 Innsbruck
Tel. 059292-1610




