Das Jahr 2010 kann hinsichtlich der Waldschäden durch Witterungsereignisse und Borkenkäfer als ein gutes Jahr für den Wald bezeichnet werden.
Schneedruck und Windwurf
Im Jahr 2010 wurden Bäume im Ausmaß von 83.000 m³ Holz durch Stürme geworfen. Hauptverantwortlich dafür waren Gewitterstürme in den Bezirken Schwaz, Kitzbühel und Lienz.
Durch Nassschnee ist im Jahr 2010 eine Schadholzmenge von 37.000 m³ angefallen. Am meisten betroffen waren Wälder im Inntal in den Bezirken Innsbruck-Land und Schwaz sowie Wälder im Iseltal im Bezirk Lienz.
Schäden durch Borkenkäfer
Die Schäden durch Borkenkäfer hielten sich gegenüber den Vorjahren weiter in Grenzen und erreichten im Jahr 2010 den zweitniedrigsten Wert der letzten 7 Jahre. Die 53.000 m³ Käfer-Schadholz machen rund 1/3 des gesamten Schadholzes aus. Von der gesamten Holznutzungsmenge Tirols entfielen rund 4 % auf Käferholz.
Nadelpilze
Der Fichtennadel-Blasenrost hat im Sommer 2010 wiederum sehr auffällige Verfärbungen der Fichten verursacht. Auf über 20.000 ha sind diese in deutlichem Maß aufgetreten. Durch diesen Pilz sterben zwar Nadeln ab, die Bäume erleiden aber in der Regel nur Zuwachsverluste.
Luftschadstoffe
Luftschadstoffe
bewirken in den Pflanzen Stress. In unseren Wäldern treten derzeit keine akut giftigen Schadstoffbelastungen auf, jedoch können die über viele Jahre einwirkenden Schadstoffgehalte das Waldökosystem nachhaltig beeinflussen. Dadurch können Nährstoffeverhältnisse aus dem Gleichgewicht geraten und ausgewaschen werden und können die Bodenflora und die für das Baumwachstum so wichtige Mykorrhiza nachteilig beeinflusst werden. Der regional zu hohe Eintrag von Stickstoff und die vorherrschende Ozonbelastung sind langfristig für den Wald als kritisch zu bezeichnen. Der pH-Wert des Niederschlags hat in den letzten Jahren erfreulicherweise zugenommen. Damit ist der Niederschlag weniger sauer und werden weniger Nährstoffe aus den Nadeln ausgewaschen.
Lexikon waldschädigende Luftverunreinigung und Klimawandel ![]()
Nutzungskonflikte und Verjüngung des Waldes
Intensive Weidewirtschaft und nicht an den Lebensraum angepasste Wildstände bei Rot-, Reh- oder Gamswild können zu empfindlichen Schäden an der Waldverjüngung führen.Die Tanne kann sich z.B. derzeit aufgrund des Äsungsdruckes des Schalenwildes in vielen Wäldern des Nordalpenraumes nicht ausreichend verjüngen.
Liegt eine flächenhafte Gefährdung des Waldes durch Wildschäden vor, so sind diese Bereiche gutachtlich zu erfassen und der Jagdbehörde mitzuteilen. Im Jahr 2009 waren 104 Gutachten über eine flächenhafte Gefährdung des Waldes gültig. Diese beziehen sich auf eine Waldfläche von 2772 ha. Die Anzahl der gültigen Gutachten wegen aufgetretener Schälschäden durch das Rotwild hat mit 72 Stück einen neuen Höchststand erreicht.
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