Interreg Projekt AdaptAlp, Alpenraumprogramm Periode 2007-2013, gemeinsame Projektsbeteiligung des BMLFUW, der Wildbach und Lawinenverbauung-Sektion Tirol und der Wasserwirtschaft Tirol (WP4)
Ziel im Teil-Projekt WP4
Die Wildbach- und Lawinenverbauung Tirol und die Abt. Wasserwirtschaft streben eine gemeinsame Vorgehensweise bei der Festlegung zukünftiger Hochwasser-Bemessungsereignisse für den Hochwasserschutz an. Das Ziel des Projekts besteht darin, eine Basis für eine harmonisierte Vorgangsweise zur Bestimmung von Bemessungswerten für Hochwasserereignisse in Tirol zu schaffen.
Schwerpunkt der Untersuchungen ist die Interpretation der Unterschiede der verschiedenen Vorgangsweisen (Pegelstatistik, NA Modellierung, empirische Formeln), um daraus eine objektive Festlegung der Bemessungswerte zu ermöglichen. Für hydrographische Zwecke stehen mit den Ergebnissen des Projektes Schätzwerte des HQ100 und HQ150 für Tirol zur Verfügung. Für die Belange der WLV steht eine Argumentationshilfe für die Bemessung in kleinen Einzugsgebieten auf Basis obiger Schätzwerte zur Verfügung.
Hintergrund
Hochwasserwerte für Bemessungszwecke werden derzeit von der Hydrographie vorallem aus Pegelauswertungen bestimmt, während die WLV vorallem Niederschlag-Abfluss Modelle und Hochwasserformeln anwendet. Wünschenswert wäre eine harmonisierte Vorgangsweise. Der Vorteil der Pegelstatistik besteht darin, Jährlichkeiten angeben zu können; der Vorteil der NA Modellierung liegt darin, das Lokalkolorit kleiner Gebiete (insbesondere aus Begehungen) einfließen lassen zu können. Die Pegelstatistik ist leichter für große Gebiete anwendbar, die NA Modellierung leichter für kleine Gebiete.
Außerdem weichen Werte aus der Pegelstatistik von Werten aus NA Modellierung bzw. empirisch ermittelten Bemessungswerten ab. Eine Harmonisierung ist deshalb aus mehreren Gründen als gewinnbringend anzusehen. Mit der HORA-Studie stehen flächendeckend für Tirol 100jährliche Hochwasserdurchflüsse zur Verfügung. Allerdings war das Ziel von HORA, nicht Bemessungswerte zu ermitteln, sondern eine Risikoeinschätzung auf regionaler Ebene durchzuführen. Dennoch bietet die HORA Studie eine Basis für eine Harmonisierung von Bemessungswerten in Tirol, da umfangreiche hochwasserrelevante Informationen eingeflossen sind.


