Tunnelportal Nord | Der rund 3.2km lange Lermooser Tunnel im Zuge der B 179 Fernpassstraße wurde in den Jahren 1981 bis 1984 errichtet. Auf Grund der in jüngster Zeit gestiegenen Sicherheitsanforderungen sind wesentliche Um- und Nachrüstungsarbeiten erforderlich geworden, um einen Betrieb gemäß dem Stand der Technik zu gewährleisten. Darüber hinaus waren, da der Tunnel „in die Jahre gekommen ist“, diverse Sanierungsarbeiten sowie eine Anstricherneuerung erforderlich. Die Kosten für die Maßnahmen die in der 11-wöchigen Tunnelsperre ausgeführt wurden belaufen sich auf rund € 11 Mio. |
| 1. Adaptierung der Halbquerlüftung: Die wesentlichste Nachrüstungsmaßnahme im Zuge der 11-wöchigen Tunnelsperre (vom 21.09. bis 05.12.2003) war die Erneuerung der Lüftungsanlage. Die bisherige Zuluft-Halbquerlüftung wurde auf eine „Abluft-Halbquerlüftung“ umgestellt. D.h. das neue Lüftungssystem arbeitet in jedem Betriebszustand (nicht nur im Brandfall) im Abluftbetrieb. Es wird also mittels der neu installierten Ventilatoren die Luft aus dem Tunnel abgesaugt. Um eine wirksame - den aktuellen Richtlinien entsprechende - Rauchgasabsaugung im Brandfall sicherzustellen, wurden in der Zwischendecke oberhalb des Fahrraumes die bestehenden Zuluftschlitze geschlossen und in Abständen von 60 m 6 m² große Abluftöffnungen herausgeschnitten und mit steuerbarem Abluftjalousien ausgerüstet. Somit können im Brandfalle durch gezieltes Öffnen der Abluftjalousien im Ereignisbereich, die Rauchgase punktuell wirksam abgesaugt werden. Die neue Axialventilatoren in den beiden Lüftergebäuden gewährleisten eine Absaugleistung von mindestens 120 m³ / sec. und verlängern damit die Selbstrettungsphase von flüchtenden Verkehrsteilnehmern, weil der Tunnel außerhalb des unmittelbaren Brandbereiches durch die nunmehrige hohe Absaugleistung länger rauchfrei gehalten werden kann. |
|
| |
Neue Beleuchtung | 2. Erneuerung der Tunnelbeleuchtung: Einfahrtsbeleuchtung: Die Einfahrtsbeleuchtung hatte bisher eine Länge von rd. 180 m und wurde über Photozellen gesteuert. Die neue Einfahrtsbeleuchtung hat eine Länge von rd. 250 m und wird über die dem Stand der Technik entsprechende Leuchtdichtemessungen gesteuert. Durchfahrtsbeleuchtung: Die bisherige Durchfahrtsbeleuchtung bestand aus Natrium-Niederdruckdampflampen und wurde durch Natrium-Hochdruckdampflampen ersetzt. Darüberhinaus hat die neue Durchfahrtsbeleuchtung eine wesentlich höhere Leuchtdichte als die bisherige, d.h. der Tunnel ist wesentlich besser ausgeleuchtet. |
| Abstellnischenbeleuchtung: Die Abstellnischen / Pannenbuchten werden ca. 5 mal heller ausgeleuchtet als die übrige Tunnelröhre. Darüber hinaus wurden Leuchten mit weißer Lichtfarbe installiert. Dadurch wird einerseits die Monotonie der Tunneldurchfahrt unterbrochen und es sind die Pannenbuchten für den Verkehrsteilnehmer früher und besser erkennbar. 3. Erneuerung und Ausweitung des Tunnelfunkes: Reduzierung der Ausfallslängen der bestehenden Funkkanäle für Feuerwehr, Gendarmerie, Rundfunk und des Betriebes sowie Installierung eines zusätzlichen Kanals für die Atemschutzgeräte der Feuerwehr sowie Installierung eines eigenen Funkkanals für die Rettung. |
| 4. Frischluftversorgung der Notrufnischen: Die Notrufnischen sind in Abständen von 212 m angeordnet und werden mit einer eigenen Druckluftleitung angespeist. Die Lüftungsventile in den Notrufnischen können entweder manuell vom Verkehrsteilnehmer geöffnet werden oder über Magnetventile von der Zentralen Tunnelwarte aus |
|
![]() Fluchtwegorientierungstafeln | 5. Fluchtwegorientierung: In Abständen von ca. 65 m wurden am Westulm innenbeleuchtete Fluchtwegorientierungsleuchten montiert mit Entfernungsangabe zu den beiden Portalen. Am Ostulm wurden in gleichen Abständen Fluchtwegorientierungstafeln angebracht. |
| 6. Erneuerung des Tunnelanstriches und Sanierung der Innenschale u. der Zwischendecke: Auf den Tunnelinnenwänden wurde ein hochwertiger, hellerer Tunnelanstrich mit geringerer Verschmutzungsneigung und leichterer Reinigbarkeit aufgebracht. Die Unterseite der Zwischendecke erhielt eine elastische Spachtelung und anschließend einen zweifachen Deckanstrich.4. | |
7. Leuchtdioden an den Fahrbahnrändern:
Neuinstallierung von selbstleuchtenden Leiteinrichtungen (LED´s) im Abstand von 25 m (in den Portalbereichen 15 m Abstand) an den beiden Fahrbahnrändern zur besseren Kenntlichmachung der Ränder für den Autofahrer.
8. Verbesserung der Mittelmarkierung:
Die Abstände der bestehenden Mittelreflektoren wurden auf 2 m verkürzt, um dem Autofahrer noch deutlicher das Verbot des Überfahrens der Mittellinie optisch und akustisch zu signalisieren.
9. Erneuerung der Videoanlage:
Der Tunnel wird mit 23 Videokameras neuester Bauart überwacht. Die Übertragung erfolgt in die Zentrale Tunnelwarte.
10. Erneuerung der Nischenverkleidungen:
Die bisherigen, zum Teil stark korrodierten Blechverkleidungen wurden erneuert.
Die Vorderseiten der Notrufnischen erhielten farblich Stahlbetonfertigteilelemente, die Feuerlöschnischen Edelstahlverkleidungen.
12. Sonstiges:
Zusätzlich zu den vorgenannten Maßnahmen wurde der westliche erhöhte Seitenstreifen vorübergehend im gesamten Tunnel abgedeckelt, weil ca. 120 km zusätzliche und neue Kabel und Leitungen verlegt werden mussten.
Bei jeder Notrufnischen im Tunnel wurde eine Lautsprecheranlage installiert um von der Warte aus den Verkehrsteilnehmer in Notfällen Anweisungen geben zu können.
In den Portalbereichen wurde auf Anregung der Feuerwehr die Löschwasserversorgung ergänzt und ebenso die Höhenkontrollen ergänzt bzw. erneuert.
Alle betroffenen Verkehrsteilnehmer werden für allfällige Behinderungen während der Bauzeit um Verständnis gebeten.






