Ausgesprochen!

Trocken am Gardasee

Ahh, gut dass ich vor unserem Pfingsturlaub noch die Blitzidee habe: Ich werde mich über die Verkehrs-Webcams des Landes Tirol informieren, wie es verkehrsmäßig auf unserem Landesstraßennetz gerade ausschaut. Diese Webcams zeigen mir an ausgewählten Verkehrspunkten im ganzen Land, wo gerade ein Stau droht oder wo ich freie Fahrt... [mehr...]

Nordumfahrung Abfaltersbach

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Nordumfahrung Abfaltersbach

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Nordumfahrung Abfaltersbach in Tirol an der B 100 Drautalstraße

Allgemeines

Bei der B 100 Drautalstraße handelt es sich um eine für die Bewohner von Osttirol und die österreichische Wirtschaft außerordentlich wichtige Ost-West Straßenverbindung, die aus topographischen Gründen eine seit frühester Zeit gewachsene Verkehrsverbindung darstellt.
Im Ortsbereich von Abfaltersbach entsprach der Zustand der Drautal Straße keineswegs mehr den Verkehrserfordernissen. Unübersichtliche Kuppen, sowie ein schmaler Straßenquerschnitt und die Mischung des regionalen mit dem überregionalen Verkehr beeinträchtigten die Verkehrssicherheit und die Leistungsfähigkeit der Drautal Straße. Zusätzlich bindet im Ortszentrum von Abfaltersbach die Anraser Landesstraße (Pustertaler Höhenstraße) in die B 100 Drautalstraße ein.
Für die Umfahrung von Abfaltersbach wurden in den vergangenen ca. 30 Jahren 20 Varianten untersucht und diese auch in der Wirkungsanalyse zum Detailprojekt dargestellt, wobei sich letztlich das vorliegende und jetzt auch fast zur Gänze realisierte Detailprojekt als ausgereift und am besten den gestellten Anforderungen entsprechend erwiesen hat.
Die bestehende "alte" Bundesstraße weist im Bereich "Heisingerhöhe" eine Steigung von ca. 11% auf. Diese Steigung bewirkte, daß LKW-Züge und Sattelschlepper bereits bei geringer Schneeauflage auf den Steigungsstrecken hängenblieben und den Verkehr blockierten.
Im Zuge der Konkretisierung des Umfahrungsprojektes regte sich Widerstand von verschiedenen Seiten gegen eine befürchtete "neue Transitstrecke" - eine sehr emotional geführte Diskussion über Straßenbauten im Allgemeinen und Ortsumfahrungen im Besonderen entbrannte. Die durch die verschiedenen Bürgerinitiativen und Organisationen aufgezeigten Alternativvarianten erfüllten jedoch weder die verständlichen Ruhebedürfnisse der Bevölkerung noch die notwendigen verkehrstechnischen Verbesserungen, oder waren im Hinblick auf die geringe Effizienz viel zu teuer (Tunnellvarianten). Die Vermeidung großer Tunnellösungen erscheint nach den jüngsten Ereignissen, wenn wesentlich billigere und sicherheitstechnisch unbedenkliche Varianten machbar sind, sinnvoll.
Die Bauarbeiten wurden öffentlich EU - weit ausgeschrieben. Um den Osttiroler Unternehmen eine Chance auf Erlangung eines Teilauftrages einzuräumen wurde das Bauvorhaben in drei Baulose geteilt und schlußendlich von drei verschiedenen Unternehmen verwirklicht (Strabag Österreich AG, Gebrüder Haider, Großraming, Arge Alpine Salzburg/Mayreder Lienz).

Technische Daten

  • Länge der Umfahrung: 2,7 km
  • Fahrbahnbreite: 2 x 3,50 m + 2 x 0,50 m befestigter Seitenstreifen + 2 x 1,0 m Bankett
  • Größte Längsneigung: 6,38 %
  • Liegenschaftserwerb:
  • Baulichkeiten: 2 Bauernhäuser, 1 Wohnhaus, 1 Trafostation, 1 Fußballplatz, 1 Trainingsplatz
  • Landwirtschaftlichen Flächen: ca. 36.000 M2
  • Bauflächen: ca. 550 M2
  • Kunstbauten: Überführung der ÖBB-Linie Bleiburg-Innichen (Tunnel mit ca. 80 m Länge, in welchem auch die Eröffnungsfeier stattfindet)
  • 5 Brücken
  • 2 Unterführungen
  • Neue Straßen und Weganschlüsse, Zufahrten:
  • Anschluß Abfaltersbach/Ost, Anras
  • Anschluß Abfaltersbach/Mitte
  • Anschluß Abfaltersbach/West
  • Aufstieg nach Winkl
  • Neubau der Anraser Landesstraße bis zur oberen Erlbachbrücke
  • Gemeindestraße nach Abfaltern
  • Fußweg nach Abfaltern
  • Zufahrtsentflechtungen Abfaltersbach/West

Gesamtbaukosten: 11,32 Mio EUR, ...

... davon Liegenschaftserwerb:1,80 Mio. EUR.

Zeitlicher Ablauf

Herbst 1990: Nach Anhörung der Gemeinden und des Landes Erlassung der Verordnung nach §4 BStG.1971
  Auf Basis dieser Verordnung Einlöse der 4 betroffenen Wohnhäuser mit ca. 3-jähriger Räumungsfrist
Nov. 1992 und Dez. 1993: restliche Grundeinlöse
April 1995: Rodungsbewilligung
Juni 1996 Wasserrechtliche Bewilligung
Oktober 1996: Eisenbahnrechtliche Bewilligung
April 1997: Naturschutzrechtliche Bewilligung
Mai 1997: Vergabe des 1. Bauabschnittes an die Firma Strabag Österreich AG
November 1998: Vergabe des 2. Bauabschnittes an die Firma Gebrüder Haider/Großraming
September 1999: Vergabe des dritten Bauabschnittes an die Arge Alpine/Mayreder

Vertraglich festgelegter Fertigstellungstermin der Hauptarbeiten: 31.12.2000
Vertraglich festgelegter Fertigstellungstermin der Nebenarbeiten: 29.6.2001