Bei einer Brückenprüfung im Herbst 2004 zeigte sich bei der bestehenden Gfällbrücke eine außergewöhnliche Verschiebung des talauswärtigen Widerlagers. Als Ursache stellte ein Expertenteam aus Geologen und Geotechnikern nach eingehender Untersuchung Bewegungen im Bereich des unmittelbar neben der Brücke gelegenen Hanges fest.
Um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, wurde unverzüglich im gefährdeten Bereich eine permanente Beobachtungseinrichtung (Monitoring) installiert und zum Schutz der Brücke ein Auffangdamm mit aufgesetzter Steinschlagsicherung errichtet.
Nach Beurteilung der Gesamtsituation wurde beschlossen, für den Bereich der Gfällbrücke eine Umgehungstrasse zu planen.
1. Planung Gfälltunnel und neue Trisannabrücke:
2. Hochwasserkatastrophe im August 2005:
Die Hochwasserkatastrophe bewirkte, dass die bestehende Gfällbrücke aufgrund zunehmender Hangbewgungen und Beschädigungen des Brückenwiderlagers nur mehr einspurig befahrbar wurde.
Da im Falle einer weiteren Hangbewegung eine Totalsperre zu befürchten war, entschied sich die Tiroler Landesregierung zum forcierten Bau des Tunnels.
Das mutige Ziel hieß, den Tunnelrohbau bis Weihnachten 2005 zweispurig befahrbar herzustellen.
Weiters musste die Brückenplanung infolge dergeänderten Umstände angepasst werden. Anstelle der 70m langen Bogenbrücke kommt nunmehr eine vorgespannte Spannbetonhohlkastenbrücke über 3 Felder mit einer Gesamtstützweite von 138m zur Ausführung.
3. Die Tunnelbauarbeiten:
Am 15. September 2005 wurden die Tunnelbauarbeiten mit einer Auftragssumme von 9,8Millionen Euro an die Arbeitsgemeinschaft Porr Tunnelbau / Teerag Asdag AG vergeben.
Nachdem das BBA Imst durch Aufschüttungen und Verlegung der Trisanna am Ostportal die Voraussetzungen für den Tunnelbau schaffte, konnte am 1. Oktober mit den Tunnelvortriebsarbeiten begonnen werden.
Ein Monat später begann der Gegenvortrieb von der bestehenden Galerie aus.
Dem hoch motivierten und enormen Einsatz der gesamten Tunnelarbeitsgemeinschaft war es zu verdanken, dass der Kalottendurchschlag 9 Wochen nach Beginn der Arbeiten erfolgt ist. Die angetroffenen geologischen Verhältnisse lagen in der Bandbreite der Prognose.
Die Durchschlagsgenauigkeit, d.h. die Abweichung der Achse des Hauptvortriebes von der Achse des Gegenvortriebes betrug lediglich 3mm.
Nach Abschluss der Tunnelvortriebsarbeiten waren noch einige Restarbeiten vor der Verkehrsfreigabe notwendig.
Anpassungsarbeiten in der Galerie, Ableitung der Bergwässer aus dem Tunnel, Einbau der provisorischen Tunnelbeleuchtung, die Herstellung einer provisorischen Fahrbahn im Tunnel sowie die Errichtung einer provisorischen zweispurigen Behelfsbrücke.
Am 22.Dezember 2005 konnte der provisorisch fertig gestellte Tunnel für den Verkehr freigegeben werden.
4. Ausblick:
Vom 22. Dezember 2005 bis 01. Mai 2006 steht der rund 460m lange Tunnel Gfäll ausschließlich dem allgemeinen Verkehr zur Verfügung. In dieser Zeit werden keine Tunnelbauarbeiten durchgeführt.
Vom 02. Mai 2006 bis 30. November 2006 wird der Tunnel für den allgemeinen Verkehr wieder gesperrt und die restlichen Tunnelbauarbeiten wie Einbau der Tunnelabdichtung, Herstellung der endgültigen Entwässerung, Einbau der Innenschale und der endgültigen Fahrbahn ausgeführt.
Die „zweite“ Verkehrsfreigabe erfolgt am 01. Dezember 2006
Sofern die Tunnelausrüstungsarbeiten ( Beleuchtung des Tunnel, Fluchtwegorientierungsbeleuchtung, etc.) die Tunnelbauarbeiten nicht behindern, werden auch die Tunnelausrüstungsarbeiten zur Gänze ausgeführt. Andernfalls erfolgt diese Ausrüstung ab Mai 2007 im Zuge einer einspurigen Verkehrsführung im Tunnel.
Im Frühling 2007 werden auch die bestehende Gfällbrücke und die ersten Abschnitte der Gfällgalerie abgetragen und das Straßenstück zurückgebaut.












