Allgemeines
Die A 12 Inntal Autobahn wurde zwischen Innsbruck-West und Zirl-Ost am 17. Dezember 1975 in Betrieb genommen. Die im Sommer 1978 fertig gestellte 4,5 m hohe und 1310 m lange Lärmschutzwand Sieglanger war die erste Lärmschutzmaßnahme an einer Autobahn in Österreich. Seit damals wurde um die Lösung eines Lärmschutzes für die Stadtteile Höttinger Au und Mentlberg gerungen. Im Jahr 1999 wurde im Rahmen des Umweltplans der Stadt Innsbruck ein umfassender Lärmkataster für den Westen von Innsbruck erarbeitet, welcher alle Lärmquellen (Autobahn, ÖBB, Landesstraße) umfasste. Als Ergebnis der Untersuchung ergab sich, dass die vielfach angestrebte Einhausung zwar die Autobahn am besten abschirmt, die Gesamtbelastung der Anrainer aber im Vergleich zu Lärmschutzwänden nur unwesentlich verringern kann.
Daraufhin einigten sich alle politischen Vertreter und die ASFINAG möglichst rasch an die Umsetzung der im Lärmkataster ausgewiesenen Maßnahmen zu schreiten.
Der Lärmschutz Innsbruck-West wird in folgenden Baulosen umgesetzt:
- Baulos 1: Lärmschutz Höttinger Au (Länge: 1.400 m lang, Höhe 2,0 - 3,0 m)
- Baulos 2: Erhöhung Lärmschutz Sieglanger (Länge: 1.310 m, Gesamthöhe 5,6 m)
- Baulos 3: Lärmschutz Mentlberg
- Lärmschutzwand Süd: Länge 700 m, 5,5 m
- Lärmschutzwand im Mittelstreifen: Länge 640 m, Höhe 3,0 m
- Lärmschutzwand Nord (schützt Höttinger Au): Länge 430 m, Höhe 2,5 m
Auf Anregung der Stadt Innsbruck wurde für die Fragen der Gestaltung der Innsbrucker Architekt Peter Lorenz beigezogen, welcher für das strichcodeartige Erscheinungsbild verantwortlich zeichnet. Die Stadt Innsbruck beteiligt sich an der rd. 4,25 Mio € teuren Gesamtmaßnahme mit einem Beitrag von 0,22 Mio € welche für den Mehraufwand für die Gestaltung verwendet wurden.
Baulos 1: Lärmschutz Höttinger Au
Die Lärmschutzwand an der Nordseite der Autobbahn umfasst eine Länge von 1.400 m und weist eine Höhe von 3,0 m auf. Im Bereich der Auffahrtsrampe Richtung Landeck wurde die Wand bis zum ersten Brückenpfeiler der Abfahrt Innsbruck-West mit einer Höhe von 2,0 m verlängert.
Zur Ausführung gelangte eine mit Frontlatten versehene hochabsorbierende Holzlärmschutzwand. Die Fundierung erfolgte mittels konventionellen Ortbetonbohrpfählen, welche verrohrt hergestellt wurden. Die im Bereich der Fußgängerüberführung Sieglanger situierte Notrufsäule wurde im Zuge dieses Bauloses an die neuesten Anforderungen angepasst. Nach Abschluss der Arbeiten wurde die Lärmschutzwand auf der fahrbahnabgewandten Seite wieder bepflanzt. Die Planung und Abwicklung der Bepflanzung wurde vom Stadtmagistrat Innsbruck - Abteilung VI, Grünanlagen - Planung und Bau wahrgenommen.
| Auftraggeber: | ASFINAG vertreten durch Land Tirol, Abteilung Straßenbau |
| Baumanagement: | Land Tirol, Abteilung Straßenbau |
| Planung: | Umweltplan Innsbruck, Arch. Peter Lorenz, Land Tirol, Abteilung Straßenbau, Stadtmagistrat Innsbruck - Abt. Grünanlagen - Planung und Bau |
| Bauausführung: | Alpine-Mayreder |
| Bauüberwachung: | BBA Innsbruck |
| Baukosten: | 0,83 Mio. € |
| Baujahr: | 2000/2001 Fertigstellung 31.05.2001 |
Baulos 2: Erhöhung Lärmschutz Sieglanger
Zur Verbesserung der Lärmbelastung im Stadtteil Sieglanger wurde die bestehende 4,5 m hohe Betonwand um die aus statischen Gründen größtmögliche Höhe von 1,1 m erhöht. Dazu wurden auf die Betonsteher gekrümmte Stahlträger aufgedübelt. In diese Stahlträger wurden Holzlärmschutzkassetten eingelegt. Auf Grund der Unregelmäßigkeit der bestehenden Wand waren eine Vielzahl von Anpassungsarbeiten erforderlich. Durch die relativ stark geneigte Ausführung musste die der Witterung unmittelbar ausgesetzte Oberseite durchgehend verblecht werden.
| Auftraggeber: | ASFINAG vertreten durch Land Tirol, Abteilung Straßenbau |
| Baumanagement: | Land Tirol, Abteilung Straßenbau |
| Planung: | Umweltplan Innsbruck, Arch. Peter Lorenz, Land Tirol, Abteilung Straßenbau, Ingenieurbüro Passegger-Autengruber IBPA |
| Bauausführung: | Fa. Porr AG |
| Bauüberwachung: | BBA Innsbruck |
| Baukosten: | 0,73 Mio. € |
| Baujahr: | 2001, Fertigstellung 18.08.2001 |
Baulos 3: Lärmschutz Mentlberg
Mitte Oktober erfolgte der Baubeginn zum dritten Bauabschnitt des Lärmschutzes Innsbruck-West. Zum Schutz des Stadtteils Mentlberg wurde am südlichen Rand der Inntal Autobahn eine 700 m lange und 5,5 m hohe Lärmschutzwand errichtet. Ein bedeutender Abschnitt dieser Lärmschutzwand befindet sich auf dem Brückenbauwerk über die ÖBB und die Völser Straße. Aus statischen Gründen musste die Lärmschutzwand mit aufwändigen Stahlkonsolen am Tragwerk befestigt werden. Im Erdbaubereich erfolgte die Gründung der südlichen Lärmschutzwand mittels Bohrpfählen. Auf Grund des steil ansteigenden Geländes des Stadtteils Mentlberg wurde zur Abschirmung der Richtungsfahrbahn Landeck eine 640 m lange und 3,0 m hohe Lärmschutzwand im Mittelstreifen der Autobahn errichtet. Um die bestehenden Entwässerungseinrichtungen nicht zu beschädigen, musste die Lärmschutzwand im Mittelstreifen mit Kleinbohrpfählen fundiert werden. Ebenso m Baulos Mentlberg wurde auch nordseitig eine 430 m lange 2,5 m hohe Lärmschutzwand hergestellt. Diese konnte auf die bestehende Randleiste des Brückenbauwerks befestigt werden. Im gesamten Baulos wurden Holzlärmschutzkassetten als Wandelemente eingesetzt. Auf Grund der Krümmung der Wände mussten die Frontlatten vor Ort angebracht werden. Als Witterungsschutz und aus gestalterischen Gründen wurde die Aussenseite der Wandkassetten verblecht.
| Auftraggeber: | ASFINAG vertreten durch Land Tirol, Abteilung Straßenbau |
| Baumanagement: | Land Tirol, Abteilung Straßenbau |
| Planung: | Umweltplan Innsbruck, Arch. Peter Lorenz, Land Tirol, Abteilung Straßenbau, Ingenieurbüro Passegger-Autengruber IBPA |
| Bauausführung: | Fa. GK Construction |
| Bauüberwachung: | BBA Innsbruck |
| Baukosten: | 2,95 Mio. € |
| Baujahr: | 2001/2002, Fertigstellung 26.07.2002 |
Lärmtechnische Beurteilung (Nachmessung)
Zur Beurteilung der Wirkung der ausgeführten Lärmschutzwand wurden ausführliche Messungen sowohl seitens der Abteilung Straßenbau als auch durch einen unabhängigen Zivilingenieur (Prof. Dr. Martin Sölder) durchgeführt. Nach Abschluss der ersten beiden Baulose wurde eine erste Zwischenmessung vorgenommen. Nach Fertigstellung der Gesamtmaßnahme wurden weitere Messungen und eine zusammenfassende Beurteilung vorgenommen. Die Wirkung der Lärmschutzwand Höttinger Au liegt etwas über den prognostizierten Werten. Die Wirkung der Erhöhung der Lärmschutzwand Sieglanger wurde mit 3 dB zu hoch angesetzt. Die Nachmessung ergab nur geringfügige Verbesserungen des ohnehin schon guten Lärmschutzes von etwas über 1 dB. Im Stadteil Mentlberg zeigen sich Pegelreduktionen von 4-7 dB, welche wie in der Höttinger Au etwas über den prognostizierten Werten lagen.
| Nachtimmission | Pegelreduktion | ||||
| Vorher | Nachher | Gesamt | nur A12 | ||
| tatsächl. | Prognose | tatsächl. | |||
| Messpunkt 01 | 58,8 | 51,0 | 7,8 | 6,0 | |
| Messpunkt 02 | 54,7 | 53,6 | 1,1 | 3,0 | |
| Messpunkt 03 | 48,1 | 47,0 | 1,1 | 3,0 | |
| Messpunkt 04 | 56,9 | 52,6 | 4,3 | ||
| Messpunkt 05 | 56,6 | 50,1 | 6,5 | 6,0 | |
| Messpunkt 08 | 51,7 | 47,6 | 4,1 | 5,1 | |
| Messpunkt 10 | 55,7 | 50,5 | 5,4 | 6,0 | 7,3 |
| Messpunkt 11 | 64,4 | 59,2 | 5,2 | 5,0 | 5,5 |
| Messpunkt 12 | 62,7 | 56,0 | 6,9 | 5,5 | 11,4 |
Weitere Lärmschutzbauvorhaben finden Sie unter Lärmschutzwand Wiesengasse
Abteilung Straßenbau, Gruppe Bau und Technik
A-6020 Innsbruck, Herrengasse 1-3
++43 (0) 512/508-4041
++43 (0) 512/508-4045
strassenbau@tirol.gv.at








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