Lärmschutz bei Veranstaltungen

Isophonen einer Schallquelle

Für die meisten Menschen ist der Begriff der Veranstaltung auch unmittelbar mit der Entwicklung von Geräuschen verbunden, dienen sie doch der Unterhaltung, Erbauung und Ertüchtigung von Besuchern und zählen dazu insbesondere Vorstellungen, Vorführungen, Konzerte etc.. Auch zeigt uns eine Vielzahl von Reaktionen auf Veranstaltungen, speziell wenn damit Musikdarbietungen einhergehen, dass des Einen Freud des Anderen Leid bedeutet. Lärm ist eben auch hier das Geräusch der Anderen. Diesem Umstand Rechnung tragend sieht das Tiroler Veranstaltungsgesetz vor, dass öffentliche Veranstaltungen nur so durchgeführt werden dürfen, dass Menschen durch Lärm nicht unzumutbar belästigt werden. Die Vermeidung unzumutbarer Belästigungen (hier liegt der Fokus auf den Nachbarn) ist aber nicht der einzige Punkt, wo Lärm bei Veranstaltungen eine bedeutende Rolle spielt. Das Tiroler Veranstaltungsgesetz sieht ebenso vor, dass das Leben und die Gesundheit von Menschen nicht gefährdet werden dürfen. Schalleinwirkungen können bei entsprechender Intensität auch direkte Schäden am Gehör verursachen oder Tinnitus auslösen und damit die Gesundheit gefährden (hier stehen Akteure und Publikum im Vordergrund). Diese Gefährdung auszuschließen ist genauso Aufgabe der Veranstaltungsbehörde wie Nachbarn vor unzumutbarem Lärm zu schützen.

Während zur Vermeidung direkter Gehörschädigungen medizinisch abgesicherte Werte existieren, stellt die Beurteilung der Zumutbarkeit einen sehr komplexen Vorgang dar. Was einer Nachbarin oder einem Nachbarn zugemutet werden kann, hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Hier sind nicht nur die Intensität und Charakteristik der Schalleinwirkung, sondern auch die Häufigkeit und das zeitliche Auftreten neben anderen Umständen entscheidend. Um nun den Behörden im Veranstaltungsrecht ein Werkzeug in die Hand zu geben, welches in der zumeist kurzen Zeit zwischen Anzeige und Veranstaltungsdurchführung objektivierbare Ergebnisse erbringt, wurde vom  Umweltbundesamt Wien die  Lärmschutzrichtlinie für Veranstaltungen herausgegeben.

Bei der Anwendung der Richtlinie sind folgende Inhalte besonders zu beachten. Wesentlich für die Zulässigkeit von Veranstaltungen ist die Dosis, welche sich aus der Häufigkeit und der Schalleinwirkung innerhalb eines Kalenderjahres ergibt. Für die Veranstaltungsbehörden wäre es daher sinnvoll, einen Jahresveranstaltungskalender zu erstellen, damit nicht am Ende des Jahres alle Möglichkeiten für Veranstaltungen bereits ausgeschöpft wurden. Für die Beurteilung regelmäßiger Veranstaltungen stellt eine Abstimmung auf die gegebene Flächenwidmung den geeignetsten Weg dar. Bei Immissionen selten stattfindender Veranstaltungen mit hohen Pegeln ist eine Störung bei geöffneten Fenstern der Nachbarn nicht vermeidbar. Daher geht die Lärmschutzrichtlinie für Veranstaltungen davon aus, dass es in seltenen Fällen auch zumutbar sein kann, dass betroffene Nachbarn ihre Fenster schließen und im Rauminneren die Wohnfunktionen (unter Tags Kommunikation, in der Nacht der Schlaf) gewährleistet sind. Je lauter eine Veranstaltung ist, umso seltener darf sie stattfinden.

Für den Schutz der Besucher gilt ein Grenzwert von 93 dB im Publikumsbereich, darüber hinaus ist nur unter Anbringen entsprechender Warnhinweise und Gratisausgabe von Gehörschutzmitteln bis zu einem maximalen Pegel von 100 dB zulässig. Bereits schon aus Haftungsgründen für den Veranstalter empfiehlt sich hier eine Pegelbegrenzer- oder Überwachungsanlage.

Behörde zum Tiroler Veranstaltungsgesetz ist in den meisten Fällen der Bürgermeister. Bitte wenden Sie sich bei Lärmproblemen an die Gemeinde.