Lärmschutz im Anlagenverfahren

Lärm ist jeder von Menschen hörbare Schall, der die Gesundheit oder das Wohlbefinden beeinträchtigt. Leider fühlen sich rund ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher durch Lärm belästigt, wie die aktuellen Mikrozensus-Erhebungen der  Statistik Austria zeigen. Hauptverursacher ist zwar der Verkehr, aber auch durch Gewerbebetriebe, Wohnnachbarschaft und Veranstaltungen werden Menschen erheblich belästigt. In diesen Bereichen sind Sachverständige des Fachbereiches Maschinenwesen und Umwelttechnik gefordert. Schalltechnische Gutachten werden vor allem in Verfahren nach der Gewerbeordnung, dem Abfallwirtschaftsgesetz, dem Veranstaltungsgesetz, dem Mineralrohstoffgesetz, dem Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz und dem Raumordnungsgesetz erstellt. Mit großem Abstand die höchste Zahl der Bearbeitungsfälle verursacht das Gastgewerbe. Daher wurde im Rahmen des  Forum Schall eine Planungs- und Beurteilungshilfe „ Praxisleitfaden Gastgewerbe“ erarbeitet.

In Anlagenverfahren wird die Frage der Zumutbarkeit danach beantwortet, wie sich die Veränderung der tatsächlichen örtlichen Verhältnisse auf einen gesunden normal empfindenden Menschen auswirken. Basis für solche Lärmbeurteilungen ist daher die Beschreibung der vorhandenen und zu erwartenden Schallimmissionen. Zur Beschreibung der ortsüblichen wie auch der vorhabensbedingten Schallimmissionen werden Messungen und Berechnungen nach den einschlägigen Normen durchgeführt, wozu auch entsprechende Software zur Verfügung steht. Die schalltechnische Beurteilung erfolgt dann in der Regel nach  ÖAL-Richtlinie Nr. 3 Blatt 1 2008. Tirol ist so wie die meisten anderen Bundesländer Mitglied des  Österreichischen Arbeitsringes für Lärmbekämpfung.

Für die Beurteilung von Lärm durch Veranstaltung hat das  Forum Schall, in dem seit Bestehen eine intensive Mitarbeit stattfindet, die Lärmschutzrichtlinie für Veranstaltungen publiziert. Diese ermöglicht nicht nur den Behörden die Beurteilung sondern erleichtert auch den Veranstaltern und Planern die Auswahl ihrer Veranstaltungsorte. Im  Forum Schall wurde weiters eine Grundlage für die schalltechnische Beurteilung in der Raumplanung erstellt. In dieser Planungsebene kann Schallschutz sehr effektiv betrieben werden. Der Frage der grundsätzlichen Möglichkeit einzelner Betriebstypen im Zusammenhang mit gegebenen und zukünftigen Flächenwidmungen wird in der Monografie „ Schallemission von Betriebstypen und Flächenwidmung“ angesprochen.

Lärmstörungen im Nachbarschaftsbereich sind nicht selten durch mangelnde bauakustische Qualität begründet. Im  OIB wurde die  OIB-Richtlinie 5 Schallschutz mit ausgearbeitet, welche die bautechnische Grundlage für den baulichen Schallschutz darstellt.

Lärmschutz findet am effizientesten in der Planung statt. Daher kommt der Prognose von zu erwartenden Schallimmission eine große Bedeutung zu. Diese setzt vollständige Projektangaben zur Schallemission durch die Projektwerber voraus. Dazu wird die Verwendung der „ Anforderung an schalltechnische Projekte in Betriebsanlagenverfahren“ des  Umweltbundesamt Wien zur Anwendung empfohlen. Für Großprojekte, für die eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig ist, wurde hier auch unter Mitarbeit des  Forum Schall ein  UVE-Leitfaden erstellt.


Ihr erster Ansprechpartner für Lärmschutz im Anlagenverfahren ist Dipl.-HTL-Ing. Christoph Lechner