Dienstnehmerwohnungen

1. Was wird gefördert?

1.1. Was ist eine Wohnung?
1.2. Was zählt zur Nutzfläche?
1.3. Heizwärmebedarf
1.4. Haustechnik
1.5. Wie hat die Finanzierung zu erfolgen?

2. Wer bekommt die Förderung?
3. Art und Höhe der Förderung?
4. Abwicklung der Förderung?
5. Einreichstellen

Das Land Tirol fördert

  • die Errichtung von Wohnungen für Dienstnehmer
  • den Erwerb von Wohnungen für Dienstnehmer
  • den Kauf von Gebäuden und den Umbau derselben zu Wohnungen für Dienstnehmer
  • den Umbau von Gebäuden zu Wohnungen für Dienstnehmer

nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Mittel und entsprechend der Dringlichkeit des zu fördernden Vorhabens.

Die Wohnungen müssen sich in angemessener Nähe des Standortes des zu fördernden Unternehmens (Betriebes) befinden.

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1.1. Was ist eine Wohnung?

Als Wohnung gilt eine baulich in sich abgeschlossene, normal ausgestattete Einheit, die mindestens aus einem Zimmer, einer Küche (Kochnische), einem Vorraum, einem WC, einem Bad oder einer Dusche und einem Abstellraum besteht. Die Nutzfläche einer Wohnung hat mindestens 30 m2 zu betragen und darf grundsätzlich 150 m2 nicht überschreiten.

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1.2. Was zählt zur Nutzfläche?

Zur Nutzfläche eines Eigenheimes (einer Wohnung) zählt die gesamte Bodenfläche (inklusive eines allenfalls vorhandenen Wintergartens), abzüglich der Wandstärken und der im Verlauf der Wände befindlichen Durchbrechungen und Ausnehmungen. Bei der Berechnung der Nutzfläche sind Keller- und Dachbodenräume, so weit sie nach ihrer Ausstattung nicht für Wohn- oder Geschäftszwecke geeignet sind, Treppen, offene Balkone, Loggien, Terrassen, sowie für landwirtschaftliche oder gewerbliche Zwecke spezifisch ausgestattete Räume innerhalb einer Wohnung nicht zu berücksichtigen. Solche Räume (für gewerbliche Zwecke oder der Tätigkeit eines selbstständigen Zivilingenieurs usw.) werden nicht zur Nutzfläche gerechnet, wenn sie zur Ausübung der beruflichen Tätigkeit des Förderungswerbers oder nahestehender Personen, die im Haushalt des Förderungswerbers leben, bestimmt sind. Bodenflächen, über denen die Raumhöhe weniger als 1,50 m beträgt, wie bei schrägen Decken, Nischen, Stiegen udgl. zählen genauso nicht zur Nutzfläche wie Bastelräume, Hobbyräume udgl., wenn z.B. deren technische Ausstattung und Belichtung einem Keller- oder Dachbodenraum entspricht.

Die Nutzfläche wird grundsätzlich nach den der Baubewilligung zugrundeliegenden Unterlagen berechnet.

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1.3. Heizwärmebedarf

Für das zu fördernde Objekt ist eine Heizwärmebedarfsberechnung vorzulegen. Der folgende maximal zulässige, jährliche Heizwärmebedarf (HWB) pro m² konditionierter Bruttogrundfläche ist einzuhalten. Der maximal zulässige, jährliche HWB ist abhängig von der charakteristischen Länge des Gebäudes [lc = 1/(A/V)] und ist zwischen den Werten linear zu interpolieren (siehe Berechnungsformel).

zulässiger Heizwärmebedarf

Die Berechnung des Heizwärmebedarfes hat nach den Bestimmungen der Tiroler Bauordnung 2011 i.d.g.F. zu erfolgen. Bei Gebäuden mit einer Wohnraumlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist eine Reduktion des HWB um 8 kWh/m².a nicht erforderlich.

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1.4. Haustechnik

Der Einsatz innovativer klimarelevanter Heizungs- und Warmwasserbereitungssysteme ist Voraussetzung für die Gewährung der Wohnbauförderungsmittel. Dazu zählen z.B.:

  • Systeme auf Basis erneuerbarer Energien. Bei der Errichtung einer Biomasseheizung sind nachfolgende Wirkungsgrade und Emissionsgrenzwerte einzuhalten:
Emissionsgrenzwerte
  • Wärmepumpe für Heizzwecke mit Wärmequelle Erdreich oder Grundwasser

    - Hauptheizung mit Niedertemperaturverteilung unter 35°C

    - Jahresarbeitszahl >= 4 (Nachweis durch Berechnungsprogramm "JAZcalc" laut Richtlinie)

    - Wärmemengen- und Stromzähler sowie Abnahmebestätigung F87 ist erforderlich

  • Wärmepumpe für Heizzwecke mit Wärmequelle Luft

    - Hauptheizung mit Niedertemperaturverteilung unter 35°C

    - Installation in ein Gebäude mit maximal 300 m² Nutzfläche und einem Heizwärmebedarf von maximal 25 kWh/m²a

    - Wärmemengen- und Stromzähler sowie Abnahmebestätigung F87 ist erforderlich

  • Fernwärme (aus erneuerbarer Energie, Abwärme)

  • Erdgas-Brennwert-Anlage in Kombination mit einer thermischen Solaranlage, wenn

    - keine Fernwärmeanschlussmöglichkeit gegeben ist oder

    - aus Gründen der Luftreinhaltung oder fehlender Lagerungsmöglichkeit der Einsatz biogener Brennstoffe nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist.

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1.5. Wie hat die Finanzierung zu erfolgen?

Die Finanzierung der Gesamtbaukosten muss gesichert sein und kann erfolgen durch

  • Eigenmittel (z. B. Bankguthaben, Ansparsummen bei Bausparkassen, Gehaltsvorschüsse, Baumaterialien usw.),
  • eigene Arbeitsleistungen,
  • Bausparkassen oder Wohnbauinvestitionsbank,
  • (Hypothekar)Kredit mit einer Laufzeit von mindestens 10 Jahren oder sonstige Kredite sowie durch
  • die Förderung (Förderungskredit oder Wohnbauscheck).
  • Sonstige (Hypothekar)Kredite können mit fixem oder variablem Zinssatz vereinbart werden.
  • Kredit mit fixem Zinssatz: Ein Fixzinssatz muss - unbeschadet der u.a. Mindestlaufzeit - zumindest über eine Dauer von 10 Jahren vereinbart sein.
  • Kredit mit variablem Zinssatz: Der Sollzinssatz eines Hypothekarkredits darf höchstens 1,75 Prozentpunkte über dem 3-Monats-Euribor, kaufmännisch gerundet auf die zweite Dezimalstelle (Nachkommastelle) liegen. Es muss vereinbart sein, dass eine Anpassung des Sollzinssatzes jeweils zum 1. Jänner, 1. April, 1. Juli und 1. Oktober eines jeden Jahres erfolgt, wobei als Grundlage für die Anpassung des Sollzinssatzes der einen Bankarbeitstag vor dem jeweiligen Anpassungszeitpunkt von der European Banking Federation (EBF) veröffentlichte 3-Monats-Euribor oder ein an dessen Stelle tretender Wert, kaufmännisch gerundet auf die zweite Dezimalstelle (Nachkommastelle), maßgeblich ist. Die Berechnung der Zinsen hat dekursiv zu erfolgen. Es kann auch ein Fixzinssatz (auf eine befristete Zeit) vereinbart werden, der allerdings bei Überschreitung des vom Land festgelegten Grenzwertes anzupassen ist.

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