Objektgeförderte Wohnungen

2.1. Wer kann Wohnungswerber sein?

Wohnungseigentumsbewerber oder Mieter einer objektgeförderten Wohnung kann eine natürliche Person sein, die

  • eigenberechtigt ist und die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt bzw. im Sinne des § 17a TWFG
    1991 österreichischen Staatsbürgern gleichgestellt ist;
  • ihr Eigentums- oder Nutzungsrecht an der bisher zur Befriedigung des Wohnbedürfnisses verwendeten
    Wohnung binnen sechs Monaten nach Bezug der geförderten Wohnung aufgibt;
  • ihr Eigentums- oder Nutzungsrecht – auf Verlangen des Landes – auch an anderen Wohnhäusern oder
    Wohnungen innerhalb einer angemessenen Frist aufgibt;
  • im Zeitpunkt der Einbringung des Förderungsansuchens oder der Erteilung der Zusicherung eine begünstigte Person ist.

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2.2. Wer zählt zu den begünstigten Personen?

Begünstigt ist eine Person, wenn

  • sie einen dringenden Wohnbedarf und die Absicht hat, ausschließlich die für den Eigenbedarf bestimmte, geförderte Wohnung (Eigenheim) zur Befriedigung ihres regelmäßigen Wohnbedürnisses (als Hauptwohnsitz) zu verwenden, und 
  • ihr monatliches (Familien-)Einkommen (1/12 des jährlichen Nettoeinkommens) je nach Größe des Haushaltes die nachstehend angeführten Einkommensgrenzen nicht übersteigt und die Wohnung für sie finanzierbar ist.
Einkommensgrenzen

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2.3. Wie wird das (Familien-)Einkommen berechnet?

  • Die Berechnung des Einkommens bei nicht selbstständig Erwerbstätigen (Arbeitnehmern):
    Jahresbruttobezüge ohne Familienbeihilfe
    abzüglich

    - Werbungskosten (Sozialversicherung, Kammerumlage, jedoch ohne Werbungskostenpauschale)
    - außergewöhnliche Belastungen
    - Freibeträge für Inhaber von Amtsbescheinigungen, Opferausweisen und Landarbeiter
    - Lohnsteuer
  • Berechnung des Einkommens bei selbstständig Erwerbstätigen (Personen die zur Einkommensteuer veranlagt werden):
    Einkommen nach § 2 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes 1988
    zuzüglich

    + der bei der Einkommensteuerermittlung abgezogenen steuerfreien Beträge des Gewinnfreibetrages, des Werbungskostenpauschales, der Sonderausgaben, des Veranlagungsfreibetrages usw. (laut TWFG 1991).
    abzüglich
    - gewinnerhöhend aufgelöste Beträge eines Gewinnfreibetrages
    - Einkommensteuer
  • Berechnung des Einkommens bei Land- und Forstwirten
    Prozentsatz (laut Beitragstabelle der bäuerlichen Sozialversicherung) x Einheitswert
    zuzüglich

    + einem Pauschalbetrag von EUR 360,- monatlich oder eines höheren sonstigen Einkommens

  • Bei der Berechnung des Einkommens werden zudem berücksichtigt:

    - gerichtlich oder vom Land anerkannte vertraglich festgesetzte Unterhaltsleistungen, die dem Förderungswerber oder dessen Gattin (Lebensgefährtin) zufließen oder von Ihnen zu zahlen sind
    - steuerfreie Bezüge (z.B. Wochengeld, Arbeitslosengeld, Karenzurlaubsgeld, Kinderbetreuungsgeld usw.)
    - ein angemessener Teil sonstiger Einnahmen (z.B. Grundsicherung, Sozialhilfe)
    - Mindestsatz nach § 5 Abs. 2 lit. b Tiroler Mindestsicherungsgesetz (TMSG) für weitere Personen, für die keine Familienbeihilfe bezogen wird (z.B. für volljährige Kinder).

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2.4. Wie ist das (Familien-)Einkommen nachzuweisen?

Der Nachweis hat zu erfolgen:

  • bei nicht selbstständig Erwerbstätigen (Arbeitnehmer) durch einen Lohnzettel oder eine Lohnsteuerbescheinigung für jenes Kalenderjahr, das der Einreichung des Förderungsansuchens vorangeht.
  • bei selbstständig Erwerbstätigen (Personen, die zur Einkommensteuer veranlagt werden) durch den Einkommensteuerbescheid für das letzte veranlagte Kalenderjahr. Werden zudem Einkünfte aus einer nicht selbstständigen Tätigkeit bezogen, so ist neben dem Einkommensteuerbescheid auch der entsprechende Lohnzettel (wie bei Arbeitnehmern) vorzulegen.
  • bei Land- und Forstwirten durch den letzten vorliegenden Einheitswertbescheid und durch allfällige sonstige Einkommensnachweise.
  • bei anderen Einkommen (Unterhaltsleistungen, Wochengeld, Arbeitslosengeld, Karenzgeld, Kinderbetreuungsgeld, Urlaubsgeld, Mindestsicherung usw.) durch Vorlage entsprechender Nachweise.

Neben dem Einkommen des Wohnungseigentumsbewerbers oder Mieters (der Wohnungseigentumsbewerberin oder Mieterin) ist auch das Einkommen der Ehegattin (des Ehegatten) bzw. der Lebensgefährtin (des Lebensgefährten) nachzuweisen. Für andere im gemeinsamen Haushalt lebende Personen sind für die Berechnung der Förderungswürdigkeit keine Einkommensnachweise vorzulegen. Leben mehrere Haushalte in einer Wohnung, ist das (Familien-)Einkommen für jeden Haushalt getrennt zu ermitteln.

Bei Bezug von Wohnbeihilfen hingegen sind die Einkommensnachweise aller im Haushalt lebenden Personen vorzulegen, da diese Förderung auf Basis des (Familien-)Einkommens berechnet wird. Lehrlingsentschädigungen zählen nicht zum Familieneinkommen.

Das Land behält sich die Überprüfung der Einkommens- und Familienverhältnisse des Wohnungseigentumsbewerbers bzw. Mieters auch nach Zuteilung der Förderung vor. Bei Überschreiten der in der jeweiligen Wohnbauförderungsrichtlinie festgelegten Einkommens-Obergrenzen kann das Land die Einstellung von Zuschüssen bzw. die Rückzahlung des gewährten Förderungskredits unter Zugrundelegung des höchsten Annuitätensatzes verfügen.

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