Wohnhaussanierung

1. Förderungsfähige Sanierungsmaßnahmen?
2. Welches Haus, welche Wohnung wird gefördert?
3. Wer bekommt die Förderung?
4. Art und Höhe der Förderung?

4.1. Annuitätenzuschuss
4.2. Einmaliger Zuschuss
4.3. erhöhte Förderung für energiesparende und umweltschonende Maßnahmen
4.4. Zuschuss Ökobonus für umfassende, thermisch-energetische Sanierung
4.5. Zuschuss Studentenheim-Bonus
4.6. Ausfallsbürgschaft
4.7. förderbare Kosten der Sanierung
4.8. Förderung bei Wohnhäusern, die dem Denkmalschutz unterliegen

5. Abwicklung der Förderung?
6. Einreichstellen

Die Förderung besteht in:

  • der Gewährung von Annuitätenzuschüssen oder
  • der Gewährung von einmaligen Zuschüssen sowie
  • der Übernahme einer Bürgschaften.

Die Art der Förderung hängt von der Form der Finanzierung der förderbaren Sanierungsmaßnahmen ab.

4.1. Finanzierung mit Bankkredit - Annuitätenzuschuss (AZ)

Basisförderung:
25% der Anfangsbelastung des Kredits (Mindestlaufzeit 10 Jahre)
Der Annuitätenzuschuss wird halbjährlich ausbezahlt und auf die Dauer von maximal 12 Jahren gewährt.
Die Auszahlung erfolgt nach der Endabrechnung des Vorhabens zu den vom Kreditgeber in der Verpflichtungserklärung angegebenen Kreditkonto.

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4.2. Finanzierung mit Eigenmitteln - Einmalzuschuss (EZ)

Basisförderung:
15% der förderbaren Gesamtbaukosten

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4.3. Erhöhte Förderung für folgende Maßnahmen

Sanierungsmaßnahme AZ in % EZ in %
Schall- und Wärmeschutz
- z.B. Dämmungen, Fenstertausch, Haustür 35 25
- Erstellung Sanierungskonzept 35 25
- Dämmung auf Basis nachwachsender Rohstoffe (z.B. Zellulose, Kork, Schurwolle) 40 30
Passive Maßnahmen zur Vermeidung sommerlicher Überwärmung 35 25
Heizungsanlagen - Haustechnik
- Biomasseheizung (z.B. Pellets-, Hackgut-, Holzvergaserkessel) 35 25
- Wärmepumpen (Wärmequellen Grundwasser, Erdreich, Luft) 35 25
- Fern-/Nachwärmeanschluss 40 30
Lüftung mit Wärmerückgewinnung (WRG)
- kontrollierte Gebäudelüftung mit Wärmerückgewinnung * 35 25
- Komfortlüftunganlage mit Wärmerückgewinnung 40 30
- Solaranlage ** 40 30
Alten- und Behindertenmaßnahmen 35 25
WLAN/LAN Anbindung in Studierendenheimen 35 25

* sofern nicht der Kriterien eine Komfortlüftungsanlage entsprochen wird (z.B. Einzellüfter)

In der obigen Tabelle ist die Erhöhung der Prozentsätze (Sanierungsoffensive) berücksichtigt.

** Solaranlagen:
Einmalzuschuss:
- Förderung max. EUR 210,-- pro m² Kollektor-Aperturfläche und je 50 Liter Speicherinhalt
- höchstens EUR 4.200,-- pro Wohnung
Annuitätenzuschuss:
- Förderbare Kosten max. EUR 700,-- pro m² Kollektor-Aperturfläche und je 50 Liter Speicherinhalt
- höchstens EUR 14.000,-- pro Wohnung

Schallschutz an Landesstraßen

Maßnahmen zur Erhöhung des Schallschutzes an Landesstraßen werden gefördert, wenn

- das zu sanierende Wohnhaus, die Wohnung, das Wohnheim an einer Landesstraße (B oder L) liegt und

- ein bestimmter Lärmgrenzwert überschritten wird.

Als Lärmgrenzwert wird der Tag-Abend-Nacht-Lärmindex (Lden) von 60 dB nach dem Landesstraßen-Lärmimmissionskataster 2016 (bezogen auf die meist exponierte Fassade des Wohnobjektes) festgelegt.

Landesstraßen-Lärmimmissionskataster 2016:

 Bezirk Imst

 Bezirk Innsbruck-Land

 Bezirk Innsbruck-Stadt

 Bezirk Kitzbühel

 Bezirk Kufstein

 Bezirk Landeck

 Bezirk Lienz

 Bezirk Reutte

 Bezirk Schwaz

Förderbare Maßnahmen sind:

  •  Der Einbau von Schallschutzfenstern und -türen, wenn sie ein bewertetes Schalldämmmaß (RW nach ÖNORM B 8115-2) für das gesamte Fenster von mindestens 38 dB aufweisen und die vorgesehen U-Werte eingehalten werden.
  •  Der Einbau von Schalldämmlüftern mit Wärmerückgewinnung, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:bewertetes Schalldämmmaß (RW nach ÖNORM B 8115-2) von mindestens 38 dB
    • bewertetes Schalldämmmaß (RW nach ÖNORM B 8115-2) von mindestens 38 dB
    • Luftdurchsatz von mindestens 20 m³/h bei einem höchstzulässigen Anlagengeräuschpegel (LAFmax,nT) von 25 dB
    • Wärmerückgewinnung ≥ 70 % und Stromeffizienz ≤ 0,32 W/(m³h) nach ÖNORM EN 13141-8

Für oben angeführte Schallschutzmaßnahmen wird eine um 5-Prozentpunkte höhere Förderung als für den Fenster- bzw. Haustürtausch gewährt.

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4.4. Zuschuss Ökobonus für umfassende, thermisch-energetische Sanierung

Das Land gewährt für eine umfassende, thermisch-energetische Sanierung eines Wohnobjektes unter Ein-beziehung möglichst der gesamten Gebäudehülle (zumindest sind drei der folgenden Bauteile gemeinsam zu sanieren: Fassade, Fenster, Dämmung der untersten Geschoßdecke, Dämmung Dach bzw. oberste Ge-schoßdecke, energetisch relevantes Haustechniksystem) eine Förderung in Form eines einmaligen (nicht rückzahlbaren) Zuschusses.

Voraussetzungen für die Gewährung der Zusatzförderung

  • Reduktion des Heizwärmebedarfs (HWBRef,RK vor Sanierung vs. HWBRef,RK nach Sanierung) um mindestens 50 %.
  • Nachfolgende Höchstwerte müssen eingehalten werden, wobei der Nachweis entweder über den Heiz-wärmebedarf (HWB) oder über den Gesamtenergieeffizienz-Faktor (fGEE) zu erbringen ist:
zulässiger Heizwärmebedarf pro Ökostufe

Die Berechnung der Energiekennzahlen hat grundsätzlich nach den Bestimmungen der TBO 2011 i.d.g.F. zu erfolgen. Die in der Wohnhaussanierungsrichtlinie (Punkt 2.3) geforderten Mindest-U-Werte sind dabei nicht maßgeblich. Für den Nachweis über fGEE ist der Einbau eines hocheffizienten alternati-ven Systems zwingend. Der Energieausweis ist von qualifizierten und befugten Personen auszustellen.

  • Vorlage eines Sanierungskonzeptes (inkl. Pläne, Bestandsaufnahmen, Energieausweis samt Empfeh-lungen von Maßnahmen und Berechnungsgrundlagen).
  • Die Ökobonusförderung ist grundsätzlich gleichzeitig mit der Einreichung des Wohnhaussanierungs-ansuchens zu beantragen, spätestens bis zum Zeitpunkt der Endabrechnung (AZ-Förderung).

Höhe der Förderung

Die Höhe der Förderung (Zuschuss) ist abhängig von der Ökostufe, der Nutzfläche des Gebäudes und kann nachfolgender Tabelle entnommen werden:

Höhe des Zuschuss Ökobonus

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Qualitätszuschuss

Gebäudesanierungen, deren Ergebnisse besonders hohe Planungs-, Ausführungs- sowie energetische und ökologische Qualität aufweisen, erhalten eine Zusatzförderung, sofern sie die Ökostufe 2 erreichen und eine Auszeichnung nach dem klimaaktiv Gebäudestandard oder eine Passivhauszertifizierung nach PHI (oder eine vergleichbare Zertifizierung z.B. Total Quality Bauen, Österreichische Gesellschaft für nachhaltiges Bauen) vorweisen. Der Nachweis ist durch ein Zertifikat einer unabhängigen, befugten Institution zu erbringen.

Die Förderung wird in Form eines Einmalzuschusses in nachfolgender Höhe gewährt:

Gebäude <= 300 m² Nutzfläche (NF) EUR 2.000,--
Gebäude > 300 m² <= 1.000 m² NF EUR 4.000,--
Gebäude > 1.000 m² NF EUR 6.000,--

4.5. Zuschuss Studentenheim-Bonus

Das Land gewährt für Sanierungsmaßnahmen eines Studierendenheimes im Sinne der Wohnhaussanierungsrichtlinie (z.B. Wärmeschutzmaßnahmen oder die Sanierung von Heizungsanlagen - Umstellung auf innovative klimarelevante Systeme) eine Sonderförderung in der Höhe von 20 % der förderbaren Kosten. Die Förderung ist an die Vorlage eines Sanierungskonzeptes gebunden, welches einen Qualitätsstandard entsprechend dem Nationalen Plan „Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz – größere Renovierung“ für das Jahr 2020 aufweist. Das Sanierungskonzept kann z.B. durch den Verein Energie Tirol erstellt werden. Die Studentenheim-Bonusförderung wird zusätzlich zur konventionellen Sanierungsförderung des Landes Tirol gewährt. Das Förderungsprogramm ist auf die Dauer von 5 Jahren befristet.

4.6. Ausfallsbürgschaft

Über Ansuchen übernimmt das Land für einen Mieter mit entsprechender Bonität eine Ausfallsbürgschaft für den zur Finanzierung erforderlichen Kapitalmarktkredit (mit einer Laufzeit von höchstens 12 Jahren, nicht jedoch für einen Fremdwährungskredit), wenn für den Kredit keine sonstige ausreichende Sicherheit vorhanden ist und nicht besondere Gründe an der Zahlungsfähigkeit des Mieters zweifeln lassen.
Die Übernahme der Bürgschaft erfolgt grundsätzlich nur für solche Mieter, deren (Familien-)Einkommen und Alter eine termingemäße Rückzahlung des Kredits erwarten lassen. Die Bürgschaft des Landes bezieht sich höchstens auf den förderbaren Kreditbetrag samt allen schuldscheinmäßigen Zinsen und Verzugszinsen, auf Rückstände jedoch nur insoweit, als sie nicht länger als 3 Jahre vom Zeitpunkt der Geltendmachung des Anspruches aus der Bürgschaft zurückliegen und auf die mit der gerichtlichen Durchsetzung der Kreditförderung verbundenen Kosten.
Die Bürgschaft wird nur für die Dauer der Benützung der geförderten Wohnung durch den Mieter und weiters nur dann übernommen, wenn der Förderungswerber im Ansuchen erklärt, dass er im Falle eines (Zwangs-)Ausgleiches das Land aus einer allenfalls übernommenen Bürgschaft schadlos hält und für den Fall der nicht ordnungsgemäßen Benützung oder der Aufgabe der geförderten Wohnung den verbürgten Kredit binnen einer Frist von zwei Monaten zur Gänze zurückzahlt, außer das Land stimmt einer anderen Regelung zu.

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4.7. Förderbare Kosten der Sanierung

Die förderbaren Kosten betragen bei (Wohnungs-)Eigentümern insgesamt höchstens EUR 750,-- pro m² förderbare Nutzfläche. Im Falle der Vergrößerung eines Objektes werden der Förderung Kosten von EUR 1.500,-- pro m² vergrößerter und förderbarer Nutzfläche zugrundegelegt.

Die förderbaren Kosten betragen bei Mietern insgesamt höchstens EUR 23.000,--.

Die Kostenuntergrenze beträgt EUR 1.000,--.

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4.8. Förderung bei Wohnhäusern, die dem Denkmalschutz unterliegen

Bei Wohnhäusern, die dem Denkmalschutzgesetz oder dem Stadtkern- und Ortsbildschutzgesetz unterliegen bzw. in das Dorferneuerungsprogramm des Landes miteinbezogen sind, wird für den (Wohnungs-)Eigentümer bei entsprechend erhöhten Kosten zusätzlich noch eine Impulsförderung (durch Anhebung des förderbaren Betrages um maximal EUR 150,-- pro m² förderbarer Nutzfläche) gewährt.

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