Vorhaben in verdichteter Bauweise

1.1. Was gilt als verdichtete Bauweise?

Wohnhäuser (Eigenheime in Form von Doppel-, Reihen- oder Gruppenhäusern) und Wohnungen sind in verdichteter Bauweise errichtet, wenn sie als Teil einer Anlage gebaut werden und der  Grundstücksanteil (Grundverbrauch) pro Wohnung, die zur Befriedigung eines regelmäßigen Wohnbedürfnisses bestimmt ist, höchstens 400 m2 beträgt.

Nach oben

1.2. Was ist ein Reihenhaus / Doppelhaus?

Ein Reihenhaus ist ein in verdichteter Bauweise errichtetes Wohnhaus mit einer oder höchstens zwei Wohnungen. Die Wohnung bzw. eine der beiden Wohnungen muss zur regelmäßigen Benützung (als Hauptwohnsitz) durch den Eigentümer des Reihenhauses bestimmt sein. Als Reihenhaus gilt aber auch ein Wohnhaus, das neben einer Wohnung noch zusätzliche Räume mit einem anderen Verwendungszweck enthält. Diese dürfen nicht als Zweitwohnsitz verwendet werden.

Bei einem Doppelhaus ist die Gewährung einer Förderung im Rahmen der verdichteten Bauweise nur möglich, wenn:

  • Wohnungseigentum begründet oder das Wohnhaus auf zwei Grundparzellen errichtet wird;
  • für beide (Wohnungs)Eigentümer ein förderbarer Wohnbedarf gegeben ist;

Nach oben

1.3. Was ist eine Wohnung?

Als Wohnung gilt eine baulich in sich abgeschlossene, normal ausgestattete Einheit, die mindestens aus einem Zimmer, einer Küche (Kochnische), einem Vorraum, einem WC, einem Bad oder einer Dusche besteht. In jeder Wohnung ist zudem ein Abstellraum vorzusehen, wenn im Gebäude keine andere geeignete Abstellmöglichkeit (z.B. durch ein Kellerabteil) besteht.

Die Nutzfläche einer Wohnung hat mindestens 30 m2 zu betragen und darf 150 m2 nicht überschreiten.

Nach oben

Wohnung ohne weiteren Grundverbrauch - natürliche Personen

Das Land gewährt Förderungskredite an  eigenberechtigte natürliche Personen zur Errichtung einer Wohnung ohne weiteren Grundverbrauch (z. B. durch den Einbau einer Wohnung in einen Dachboden). Sofern nach den vorstehenden Bestimmungen auf Grund einer verdichteten Bauweise nicht eine höhere Förderung zu gewähren ist, beträgt die Kreditförderung EUR 620,-- pro m² förderbarer Nutzfläche.

1.4. Was ist ein Wohnhaus?

Als Wohnhaus gilt ein Gebäude mit einer oder mehreren Wohnungen.

Nach oben

1.5. Was ist ein Ersterwerb?

Als Ersterwerb gilt der Erwerb eines Wohnhauses oder einer Wohnung, bei denen die baubehördliche Benützungsbewilligung vor längstens drei Jahren vor der Einbringung des Förderungsansuchens erteilt wurde.

Nach oben

1.6. Was zählt zur Nutzfläche?

Als Nutzfläche gilt die gesamte Bodenfläche einer Wohnung inklusive eines allenfalls vorhandenen Wintergartens, abzüglich der Wandstärken und der im Verlauf der Wände befindlichen Durchbrechungen und Ausnehmungen. Bei der Berechnung der Nutzfläche sind Keller- und Dachbodenräume, soweit sie nach ihrer Ausstattung nicht für Wohn- oder Geschäftszwecke geeignet sind, Treppen, offene Balkone, Loggien, Terrassen sowie für landwirtschaftliche oder gewerbliche Zwecke spezi-fisch ausgestattete Räume innerhalb einer Wohnung nicht zu berücksichtigen. Solche Räume (für gewerbliche Zwecke oder der Tätigkeit eines selbstständigen Zivilingenieurs usw.) werden nicht zur Nutzfläche gerechnet, wenn sie zur Ausübung der beruflichen Tätigkeit des Förderungswerbers oder nahestehender Personen, die im Haushalt des Förderungswerbers leben, bestimmt sind und die Haupteinkünfte aus dieser selbständigen Tätigkeit erzielt werden. Bodenflächen, über denen die Raumhöhe weniger als 1,50 m beträgt, wie bei schrägen Decken, Stiegen udgl. zählen genauso nicht zur Nutzfläche wie Bastelräume udgl., wenn z. B. deren technische Aussta-tung und Belichtung einem Keller- oder Dachbodenraum entspricht.

Die Nutzfläche wird nach den der Baubewilli-gung zugrunde liegenden Unterlagen berechnet, außer das tatsächliche Ausmaß weicht um mehr als 3 v.H. da-von ab.

Nach oben

1.7. Energiekennzahlen

Für das zu fördernde Objekt ist ein Energieausweis vorzulegen. Eine Förderung darf nur gewährt werden, wenn folgende Höchstwerte eingehalten werden, wobei der Nachweis entweder über den Heizwärmebedarf (HWB) oder über den Gesamtenergieeffizienz-Faktor (fGEE) zu erbringen ist:

zulässiger Heizwärmebedarf

Die Berechnung der Energiekennzahlen hat grundsätzlich nach den Bestimmungen der TBO 2011 i.d.g.F. zu erfolgen. Der Energieausweis ist von qualifizierten und befugten Personen auszustellen.

Für die Gewährung der Erwerbsförderung (mindestens 10 Jahre alte Wohnungen und Wohnhäuser) ist die Ein-haltung der Anforderungen an die Energiekennzahlen keine Förderungsvoraussetzung.

In begründeten Fällen (z.B. historische oder denkmalgeschützte Gebäude) kann von der Einhaltung der Anforde-rungen an die Energiekennzahlen Abstand genommen werden. So kann im Zusammenhang mit der Errichtung einer Wohnung durch Zu- oder Umbau (z. B. durch den Einbau einer Wohnung in einen Dachboden) dann von der Einhaltung der Anforderungen an die Energiekennzahlen Abstand genommen werden, wenn nachfolgende U-Werte der Hauptbauteile nachgewiesen werden: 

  • U-Wert Außenwand, Dach, Kellerdecke ≤ 0,15 W/m²K 
  • UW-Wert Fenster ≤ 0,80 W/m²K bezogen auf das Prüfmaß 123 cm x 148 cm

Nach oben

1.8. Haustechnik - Energieversorgung

Der Einsatz hocheffizienter alternativer Energiesysteme ist bei Errichtung von Heizungs- und Warmwasserbereit-stellungssystemen Voraussetzung für die Gewährung einer Förderung. Für die Überprüfung der technischen An-forderungen der Haustechniksysteme dient grundsätzlich die Produktdeklaration auf der Produktdatenbank GET (www.produktdatenbank-get.at). Eine Liste der förderbaren Haustechniksysteme ist auf der Homepage der Abteilung Wohnbauförderung (www.tirol.gv.at/wohnbau) abrufbar. Die Einhaltung der Anforderungen und die fachgerechte Ausführung ist vom ausführenden Unternehmen mittels Abnahmeformular (Formblatt) zu bestätigen. Es müssen folgende Anforderungen eingehalten werden: 

  • Biomasseheizung (z.B. Pellets-, Hackgut-, Holzvergaserkessel mit mindestens 1000 Liter Pufferspeicher) Kleinfeuerungsanlagen (Brennstoffwärmeleistung ≤ 400 kW) müssen folgende Grenzwerte (bei Volllast) ein-halten (Typenprüfung):
Emissionsgrenzwerte und Wirkungsgrade
  • Wärmepumpe (Wärmequelle Grundwasser, Erdreich, Luft)

Die Wärmepumpe muss nach den EU-Umweltzeichenkriterien gemäß Richtlinie 2014/314/EU zertifiziert sein (EU Ecolabel) bzw. vollinhaltlich den in dieser Richtlinie festgelegten Mindestanforderungen entsprechen, soweit die Vorlauftemperatur des Wärmeabgabesystems (Wand-/Fußbodenheizung) grundsätzlich maximal 40°C beträgt. Vom Grundsatz der maximalen Vorlauftemperatur von 40°C kann im Falle des Einsatzes eines Zwei-Leiter-Wärmeverteilsystems mit hygienischer Trinkwasserbereitung abgewichen werden. Wärmepum-pensysteme, die nicht mit Strom betrieben werden, sind dann förderbar, wenn die CO2-Werte jene der elektrisch betriebenen Wärmepumpen nicht überschreiten. Die Wärmepumpe ist mit Wärmemengen- und Stromzähler auszustatten.

  • Fernwärme (aus erneuerbarer Energie, Abwärme)

- Fern- / Nahwärme mit einem Anteil von Energie aus erneuerbaren Quellen von zumindest 80 v.H.;

- Fern- / Nahwärme aus hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, sowie sonstige Abwärme, die andernfalls ungenutzt bleibt;

  • Abweichend vom Grundsatz des Einsatzes hocheffizienter alternativer Energiesysteme kann in Ausnahmefällen nach erfolgter Alternativenprüfung ein Erdgas-Brennwert-System in Kombination mit einer Solaranlage (thermisch oder Photovoltaik) oder einer gleichwertigen Maßnahme vor Ort (insbesondere Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung) vorgesehen werden, sofern folgender Höchstwert eingehalten wird: HWBRef,RK [kWh/m²a]: 10 x (1 + 3,0 / ℓc). Der Anteil der Erträge aus erneuerbaren Energieträgern soll dabei optimiert werden.

Nach oben

1.9. Wie werden die Gesamtbaukosten ermittelt?

Die Gesamtbaukosten eines Wohnhauses (einer Wohnung) sind wie folgt zu ermitteln:

  • bei Errichtung eines Wohnhauses (Reihenhauses) oder einer Wohnung durch natürliche Personen werden für die Finanzierung die Gesamtbaukosten (siehe Wohnbauförderungsrichtline Anlage 1) folgendermaßen ermittelt:
    Nutzfläche des Wohnhauses (der Wohnung) x angemessenem Gesamtbaukostensatz für Eigenheime
  • beim Ersterwerb eines Wohnhauses (Reihenhauses) oder einer Wohnung durch eine natürliche Person müssen die Gesamtkosten (laut vorzulegender Fix- oder Höchstpreisvereinbarung) im Rahmen der angemessenen Gesamtkosten (siehe Wohnbauförderungsrichtline Anlage 1) liegen.

Nach oben

1.10. Wie hat die Finanzierung zu erfolgen?

Die Finanzierung des Vorhabens muss gesichert sein und hat zu erfolgen durch

  • Eigenmittel von mindestens 5 % der Gesamtbaukosten.
    Zu den Eigenmitteln zählen Bankguthaben, Ansparsummen bei Bausparkassen, Gehaltsvorschüsse, Baumaterialien udgl.,
  • eigene Arbeitsleistungen,
  • Bausparkassen oder Wohnbauinvestitionsbank,
  • (Hypothekar)Kredit mit einer Laufzeit von mindestens 10 Jahren oder sonstige Kredite, sowie durch
  • die Förderung (Förderungskredit bzw. Wohnbauscheck).

Bei der Errichtung oder beim Ersterwerb von Wohnhäusern und Wohnungen in verdichteter Bauweise oder für die Errichtung von Wohnheimen hat der Förderungswerber bzw. der künftige (Wohnungs-)Eigentümer Eigenmittel in der Höhe von mindestens 5 % der Gesamtbaukosten aufzubringen. Bringt ein (Wohnungs-)Eigentümer Eigenmittel in einem höheren Ausmaß auf, so sind die erhöhten Eigenmittel bei der Bemessung des auf die betreffende Wohnung entfallenden Kapitalmarktkredits mindernd zu berücksichtigen.

  • Sonstige (Hypothekar)Kredite können mit fixem oder variablem Zinssatz vereinbart werden.
  • Kredit mit fixem Zinssatz: Ein Fixzinssatz muss - unbeschadet der u.a. Mindestlaufzeit - zumindest über eine Dauer von 10 Jahren vereinbart werden.
  • Der Sollzinssatz eines Hypothekarkredits darf höchstens 1,75 Prozentpunkte über dem 3-Monats-Euribor, kaufmännisch gerundet auf die zweite Dezimalstelle (Nachkommastelle) liegen. Es muss vereinbart sein, dass eine Anpassung des Sollzinssatzes jeweils zum 1. Jänner, 1. April, 1. Juli und 1. Oktober eines jeden Jahres erfolgt, wobei als Grundlage für die Anpassung des Sollzinssatzes der einen Bankarbeitstag vor dem jeweiligen Anpassungszeitpunkt von der European Banking Federation (EBF) veröffentlichte 3-Monats-Euribor oder ein an dessen Stelle tretender Wert, kaufmännisch gerundet auf die zweite Dezimalstelle (Nachkommastelle), maßgeblich ist. Die Berechnung der Zinsen hat dekursiv zu erfolgen. Es kann auch ein Fixzinssatz (auf eine befristete Zeit) vereinbart werden, der allerdings bei Überschreitung des vom Land festgelegten Grenzwertes anzupassen ist.

Nach oben

1.11. Sonstigen Voraussetzungen für eine Förderung?

  • Der Förderungswerber darf im Zusammenhang mit dem Erwerb des Grundstückes (Grundanteiles) nicht die Verpflichtung übernommen haben, bei der Planung oder Ausführung des zu fördernden Vorhabens oder bei Rechtsgeschäften über dieses Vorhaben die Leistungen einer bestimmten Person in Anspruch zu nehmen. Dies gilt nicht für Leistungen für die Planung einer gesamten Anlage.
  • Die Bauortgemeinde kann sich das Recht der Vergabe oder Weitergabe geförderter Wohnungen vertraglich sichern, wenn sie effiziente Leistungen für das Vorhaben erbringt.

Nach oben