Vorhaben in verdichteter Bauweise

2.1. Wer kann Förderungswerber sein?

Der Förderungswerber muss Eigentümer des Baugrundstückes oder Bauberechtigter sein. Das Baurecht muss dem Förderungswerber auf mindestens 50 Jahre eingeräumt werden.

Eine Förderung wird einer natürlichen Person nur gewährt, wenn sie

  • eigenberechtigt ist und die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt bzw. im Sinne des § 17a TWFG
    1991 österreichischen Staatsbürgern gleichgestellt ist;
  • ihr Eigentums- oder Nutzungsrecht an der bisher zur Befriedigung des Wohnbedürfnisses verwendeten
    Wohnung binnen sechs Monaten nach Bezug der geförderten Wohnung aufgibt;
  • ihr Eigentums- oder Nutzungsrecht – auf Verlangen des Landes – auch an anderen Wohnhäusern oder
    Wohnungen innerhalb einer angemessenen Frist aufgibt;
  • im Zeitpunkt der Einbringung des Förderungsansuchens oder der Erteilung der Zusicherung eine begünstigte Person ist.

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2.2. Wer zählt zu den begünstigten Personen?

Begünstigt ist eine Person, wenn

  • sie einen dringenden Wohnbedarf und die Absicht hat, ausschließlich die für den Eigenbedarf bestimmte, geförderte Wohnung (Eigenheim) zur Befriedigung ihres regelmäßigen Wohnbedürfnisses (als Hauptwohnsitz) zu verwenden, und 
  • ihr monatliches (Familien-)Einkommen (1/12 des jährlichen Nettoneinkommens) je nach Größe des Haushaltes die nachstehend angeführten Einkommensgrenzen nicht übersteigt und die Wohnung für sie finanzierbar ist.
Einkommensgrenzen

Werden die Einkommensgrenzen überschritten, wird die Förderung für jeweils begonnene  100,--, um welche die festgelegte Einkommensgrenze überschritten wird, um 25 % gekürzt.

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2.3. Wie wird das (Familien-)Einkommen berechnet?

  • Berechnung des Einkommens bei nicht selbstständig Erwerbstätigen (Arbeitnehmern):
    Jahres-Bruttobezüge ohne Familienbeihilfe
    abzüglich
    - Werbungskosten (Sozialversicherung, Kammerumlage, jedoch ohne Werbungskostenpauschale)
    - außergewöhnliche Belastungen
    - Freibeträge für Inhaber von Amtsbescheinigungen, Opferausweisen und Landarbeiter
    - Lohnsteuer.
  • Berechnung des Einkommens bei selbstständig Erwerbstätigen (Personen, die zur Einkommensteuer veranlagt werden):
    Einkommen nach § 2 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes 1988
    zuzüglich
    + der bei der Einkommensermittlung abgezogenen steuerfreien Beträge des Gewinnfreibetrages, des Werbungskostenpauschales, der Sonderausgaben, des Veranlagungsfreibetrages usw. (laut TWFG 1991).
    abzüglich
    - gewinnerhöhend aufgelöste Beträge eines Gewinnfreibetrages
    - Einkommensteuer.
  • Berechnung des Einkommens bei Land- und Forstwirten:
    Prozentsatz (laut Beitragstabelle der bäuerlichen Sozialversicherung) x Einheitswert
    zuzüglich
    + einen Pauschalbetrag von EUR 360,- monatlich oder ein höheres sonstiges Einkommen
  • Bei der Berechnung des Einkommens werden zudem berücksichtigt:
    - gerichtlich oder vom Land anerkannte vertraglich festgesetzte Unterhaltsleistungen, die dem Förderungswerber oder dessen Gattin (Lebensgefährtin) zufließen oder von ihnen zu zahlen sind
    - steuerfreie Bezüge (z.B. Wochengeld, Arbeitslosengeld, Karenzurlaubsgeld, Kinderbetreuungsgeld usw.)
    - ein angemessener Teil sonstiger Einnahmen ( z.B. Grundsicherung, Sozialhilfe)
    - Mindestsatz nach § 5 Abs. 2 lit. b Tiroler Mindestsicherungsgesetz (TMSG) für weitere Personen, für die keine Familienbeihilfe bezogen wird (z.B. für volljährige Kinder).
    - Bei der Gewährung einer Beihilfe wird ein Drittel des nachgewiesenen Einkommens dieser weiteren Personen, zumindest jedoch der Richtsatz nach dem Tiroler Mindestsicherungsgesetz (TMSG) bei der Ermittlung des Familieneinkommens berücksichtigt.

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2.4. Wie ist das (Familien-)Einkommen nachzuweisen?

Der Nachweis erfolgt

  • bei nicht selbstständig Erwerbstätigen (Arbeitnehmern) durch einen Jahreslohnzettel oder einer Lohnsteuerbescheinigung für jenes Kalenderjahr, das der Einreichung des Förderungsansuchens vorangeht;
  • bei selbstständig Erwerbstätigen (Personen, die zur Einkommensteuer veranlagt werden) durch den Einkommensteuerbescheid für das letzte veranlagte Kalenderjahr. Bezieht eine solche Person auch Einkünfte aus einer nicht selbständigen Tätigkeit, so ist neben dem Einkommensteuerbescheid auch der entsprechende Lohnzettel (wie bei Arbeitnehmern) vorzulegen;
  • bei Land- und Forstwirten durch den letzten vorliegenden Einheitswertbescheid und durch allfällige sonstige Einkommensnachweise
  • bei anderen Einkommen (Unterhaltsleistungen, Wochengeld, Arbeitslosengeld, Karenzurlaubsgeld, Kinderbetreuungsgeld, Mindestsicherung usw.) durch Vorlage der entsprechenden Unterlagen.

Neben dem Einkommen des Förderungswerbers (der Förderungswerberin, des Wohnungsinhabers) ist auch das Einkommen der Ehegattin (des Ehegatten) bzw. der Lebensgefährtin (des Lebensgefährten) nachzuweisen. Für weitere im gemeinsamen Haushalt lebende Personen sind - außer bei einem Ansuchen um eine Beihilfe - keine Einkommensnachweise vorzulegen. Leben mehrere Haushalte in einer Wohnung, ist das (Familien-)Einkommen für jeden Haushalt getrennt zu ermitteln. Lehrlingsentschädigungen zählen nicht zum (Familien-)Einkommen.

Das Land behält sich die Überprüfung der Einkommens- und Familienverhältnisse des Förderungswerber auch nach Zuteilung der Förderung vor. Bei Überschreiten der in der jeweiligen Wohnbauförderungsrichtlinie festgelegten Einkommensobergrenzen kann das Land die Einstellung von Zuschüssen oder Beihilfen bzw. eine Rückzahlung des gewährten (Förderungs-)Kredits unter Zugrundelegung des höchsten Annuitätensatzes verfügen.

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