Zuschuss für energiesparende und umweltfreundliche Maßnahmen

Das Land gewährt in Verbindung mit geförderten Vorhaben nach Punkt 5 dieser Richtlinie (Neubau) für energie-sparende und umweltfreundliche Maßnahmen eine Zusatzförderung in Form eines einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschusses.

Die Höhe des Zuschusses ergibt sich aus der Gesamtzahl der Punkte multipliziert mit der förderbaren Nutzfläche (höchstens 110 m² pro Wohnung) und multipliziert mit dem Punktewert von EUR 12,-- für Gebäude ≤ 300 m² Nutzfläche und von EUR 10,-- für Gebäude > 300 m² Nutzfläche.

Anforderungen für die Zusatzförderungen

  • Solaranlagen:

Es sind nur Kollektoren förderbar, für die eine Produktzertifizierung einer anerkannten Prüf-stelle nach der „Solar-Keymark“-Richtlinie oder dem „Austria Solar“ Gütesiegel vorliegt. Für Gebäude ≤ 300 m² Wohnnutzfläche sind mindestens 4 m² Kollektor-Aperturfläche pro Wohnung und für Gebäude > 300 m² Wohnnutzfläche sind mindestens 2 m² Kollektor-Aperturfläche pro Wohnung vorzusehen. Pro Quadratmeter Kollektor-Aperturfläche sind 50 Liter Speicherinhalt vorzusehen. Die maximal förderbare Kollektorfläche ist mit 20 m² pro Wohnung begrenzt. Sofern bautechnische oder baurechtliche Gründe einer Erreichung der thermischen Solaranlage in entsprechender Größe entgegenstehen, reduzieren sich die Anforderungen in diesem Ausmaß. Die Solaranlage ist mit einem Wärmemengenzähler auszustatten. Der geplante Solarertrag ist anzugeben.

  • Passive Maßnahmen zur Vermeidung sommerlicher Überwärmung:

der Räume an Ost-, Süd- und West-Fassaden sowie Räume mit Dachfenster (außenliegende, elektrisch betriebene, bewegliche Sonnenschutzeinrichtung) werden im Rahmen der Zusatzförderung gefördert. Diese Sonnenschutzeinrichtungen, wie z.B. Außenraffstore und Außenjalousien, Rollläden und Senkrechtmarkisen müssen einen Abminderungsfaktor Fc-Wert ≤ 0,23 aufweisen, unabhängig von der Anwesenheit von Personen verwendbar sein (z.B Zeitsteuerung) sowie eine für die Windverhältnisse am Standort geeignete Gebrauchstauglichkeit aufweisen.

  • Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung:

Eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung ist im Rahmen der Zusatzförderung förderbar, wenn eine Zu- und Abluftanlage mit einem zentralen, dezentralen oder wohnungsweisen Lüftungsgerät (keine Einzellüfter) mit Wärmerückgewinnung installiert wird und dabei folgende Kriterien grundsätzlich erfüllt werden:

  • Effizienzkriterien:

    • Luftmengenspezifische elektrische Leistungsaufnahme ≤ 0,45 W/(m³h) beim Betriebsluftvolumen-strom nach ÖNORM H 6038

    • Fortluftseitiges Temperaturverhältnis im Prüfpunkt 1 ≥ 75% nach EN 13141-7 bzw. EN 308

  • Komfortkriterien:

    • Luftmengen lt. ÖNORM H 6038 an den Bedarf angepasst

    • Schallpegel < 25 dB(A)

    • Außenluftfilter mindestens F7, Abluftfilter mindestens G4 nach DIN EN 779

    • Zulufttemperatur > 17°C

Bei Gebäuden über 300 m² Wohnnutzfläche ist das zentrale Lüftungsgerät mit einem Stromzähler mit Leistungsanzeige auszustatten.

  • ökologisch vorteilhafte Baustoffe:

Bewertet wird die ökologische Materialqualität mittels Ökoindex 3 je m² Bruttogrundfläche für die thermische Gebäudehülle inkl. Trenndecken. Der Nachweis und die Dokumentation erfolgt im Zuge der Erstellung des Energieausweises. Daten und Grundlagen werden in der baubook-Plattform (http://www.baubook.at) verwaltet. Das Bewertungsverfahren ist im OI3-Leitfaden des Institutes für Baubiologie und Bauökologie in Wien (IBO) beschrieben und ist auf der Homepage der Abteilung Wohnbauförderung (www.tirol.gv.at/wohnbau) abrufbar.

Der Förderungswerber (Bauträger) haftet für die Einhaltung der zugrunde gelegten Werte bzw. Maßnahmen. Auf Verlangen sind im Zuge der Endabrechnung konkrete Nachweise über die Ausführung vorzulegen. Der Planer und die ausführenden Firmen haben die berechneten bzw. ausgeführten Werte zu bestätigen.

Die Förderung ist grundsätzlich gleichzeitig mit der Einreichung des Wohnbauförderungsansuchens zu beantragen und wird im Zuge der Endabrechnung des Wohnobjektes festgelegt und ausbezahlt, sofern kein Kündigungs- bzw. Rückforderungsgrund für den Förderungskredit / Scheck vorliegt. Im Zuge der Endabrechnung sind erforderliche Abnahmebestätigungen (Formblatt), Gerätespezifikationen und auf Verlangen des Landes weitere Nachwei-se vorzulegen.

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