Freizeitwohnsitze

Die näheren Bestimmungen finden sich in den §§ 12 ff. Tiroler Raumordnungsgesetz 2006 (TROG 2006), und in § 14 Tiroler Grundverkehrsgesetz 1996. (Nähere Informationen unter: www.ris.bka.gv.at)

Grundsätzlich ist der Erwerb bzw. die Schaffung von Freizeitwohnsitzen verboten, Ausnahmen bestehen. Freizeitwohnsitze sind Gebäude, Wohnungen oder sonstige Teile von Gebäuden, die nicht der Befriedigung eines ganzjährigen, mit dem Mittelpunkt der Lebensbeziehungen verbundenen Wohnbedürfnisses dienen, sondern zum Aufenthalt während des Urlaubs, der Ferien, des Wochenendes oder sonst nur zeitweilig zu Erholungszwecken verwendet werden. Als Freizeitwohnsitze gelten nicht z.B. Gastgewerbebetriebe zur Beherbergung von Gästen, bestimmte von öffentlichen Einrichtungen erhaltene Kuranstalten und Erholungsheime, bestimmte Ferienwohnungen sowie Wohnräume, die der Privatzimmervermietung dienen etc.  

Als Freizeitwohnsitze dürfen nur mehr solche Wohnsitze erworben werden, die rechtzeitig dem Bürgermeister gemeldet wurden und nunmehr im Freizeitwohnsitzverzeichnis aufscheinen (dies gilt nicht bei Ausnahmebewilligungen nach § 12 Abs. 5 Tiroler Raumordnungsgesetz 2006). Der Erwerb von unbebauten Grundstücken zur Schaffung von neuen Freizeitwohnsitzen ist nur möglich, wenn dies durch eine entsprechende Festlegung im Flächenwidmungsplan für zulässig erklärt worden ist.

Wird ein Freizeitwohnsitz unzulässigerweise verwendet oder geschaffen, an dem nach dem 1. Jänner 1994 das Eigentum erworben wurde, so hat die Grundverkehrsbehörde dem Rechtserwerber die sofortige Unterlassung der unzulässigen Verwendung als Freizeitwohnsitz aufzutragen. Wird diesem Auftrag nicht entsprochen, so hat die Grundverkehrsbehörde die unzulässige Verwendung als Freizeitwohnsitz mit Bescheid festzustellen und nach Eintritt der Rechtskraft dieses Bescheides, die Versteigerung in Anwendung § 352 Exekutionsordnung zu beantragen. 

Ob es sich bei einer Liegenschaft tatsächlich um einen genehmigten Freizeitwohnsitz handelt, kann bei der jeweiligen Gemeinde in Erfahrung gebracht werden.

Die unzulässige Verwendung bzw. Errichtung eines Freizeitwohnsitzes wird als Verwaltungsübertretung mit einer Geldstrafe bis zu 40.000,-- geahndet.