Rückstandsuntersuchungen

Die Untersuchung von Schlachttieren und Fleisch auf Rückstände ist in der Rückstandskontrollverordnung, BGBl. Nr. 426/1997, geregelt. Den Wortlaut dieser Verordungen finden Sie im  Rechtsinformationssystem (RIS).

Pflichten des Tierhalters:

Es dürfen nur Tiere gehalten, in Verkehr gebracht oder geschlachtet werden, die keiner vorschriftswidrigen Behandlung unterzogen worden sind. Nach Verabreichung von zugelassenen Arzneimitteln müssen die vorgeschriebenen Wartezeiten eingehalten werden.

Beim in Verkehr bringen von Tieren hat der Tierhalter schriftlich zu bestätigen, daß die Tiere
 

  • nicht vorschriftswidrig behandelt worden sind,
  • tierärztliche Behandlungen in Form von Aufzeichnungen nachvollzogen werden können und
  • die vorgeschriebenen Wartezeiten eingehalten wurden.

Tierhalter und Betriebsinhaber sind verpflichtet, Zeitpunkt und Art der Behandlung der Tiere in das betriebseigene Register (Bestandsverzeichnis bzw. Stallbuch) einzutragen. Diese Aufzeichnungen sind fünf Jahre lang aufzubewahren und den behördlichen Kontrollorganen auf Verlangen vorzulegen.

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Anwendung von Arzneimitteln bei Nutztieren sind im Tierarzneimittelkontrollgesetz (TAKG), BGBL I Nr. 28/2002, und den dazu erlassenen Verordnungen geregelt.

Auf welche Substanzen wird untersucht?

1) Arzneimittel (Antiparasitika, Kokzidiostatika, Tranquilizer, Nitrofurane, Nitroimidazole, Sulfonamide, Chloramphenicol, ß-Agonisten)

2) Antibiotika

3) Hormone, Antihormone und Stoffe mit hormonaler Wirkung (Stilbene, Thyreostatika, 17ß-Oestradiol, 17ß-Testosteron, Trenbolon, 19-nor-Testosteron, Gestagene, Corticosteroide, Zeranol)

4) Schädlingsbekämpfungsmittel

5) Desinfektions- und Reinigungsmittel

6) Pflanzenschutzmittel

7) Schwermetalle (Blei, Cadmium, Quecksilber)

Wann werden Rückstandsproben gezogen?

Verdachtsproben:

werden gezogen bei Verdacht auf Vorliegen von Rückständen (Hinweise einer Verwendung pharmakologisch aktiver Substanzen, Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale, Verhaltensstörungen, Entwicklungsstand, Angaben über Mäster, usw.) sowie Hemmstofftest und Chloramphenicolnachweis bei jeder bakteriologischen Untersuchung.

Stichproben:

werden gezogen nach Vorgabe eines festgelegten Beprobungsplanes.

Wo werden Rückstandsproben gezogen?

In Tierbeständen (Stichproben und Verdachtsproben) durch den zuständigen Amtstierarzt.

Bei der Schlachtung (Stichproben und Verdachtsproben) durch den zuständigen Fleischuntersuchungstierarzt oder den Amtstierarzt.

Darüber hinaus erfolgt die Kontrolle von Lebensmitteln aller Art durch die Organe der Lebensmittelaufsicht.