Jugendgerichtshilfe

Grundlage für ein gerichtliches Strafverfahren gegen junge Menschen ist das Jugendgerichtsgesetz.

Begriffsbestimmungen

1. Unmündiger: Als strafrechtlich unmündig gilt, wer das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

2. Jugendlicher: Strafrechtlich als Jugendlicher zu behandeln ist, wer das 14. aber noch nicht das 19. Lebensjahr vollendet hat.

3. Jugendstraftat: Das ist eine mit gerichtlicher Strafe bedrohte Handlung, die von einem Jugendlichen begangen wird.

4. Jugendstrafsache: Als solche bezeichnet man ein Strafverfahren wegen einer Jugendstraftat.

Grundsätzliches

Beim Jugendgerichtswesen geht es vor allem um eine Erziehungswirkung. Die Straffälligkeit Jugendlicher soll zurückhaltend und möglichst schon im Vorfeld des Strafprozesses konstruktiv (z.B. durch einen "Außergerichtlichen Tatausgleich") bereinigt werden. Dabei soll die leichte bis mittelschwere Kriminalität von Jugendlichen (z.B. Eigentumsdelikte, Fälschungs- und Betrugsdelikte, Verletzungen im Straßenverkehr, vorsätzliche Körperverletzungen, Nötigungen) erfaßt werden.

Leistungen des Jugendwohlfahrtsreferates in diesem Bereich 

Inormieren Jugendliche und / oder deren Eltern z.B. über die Rechtslage, Hilfsmöglichkeiten, "Außergerichtlichen Tatausgleich", Bewährungshilfe, andere (spezielle) Beratungsstellen
Begleiten die Jugendlichen als Vertrauensperson,
z.B. bei der Einvernahme durch die Polizei oder Gendarmerie
Anbieten Hilfe durch Beratungsdienste der Jugendwohlfahrt
Gewähren Erziehungshilfen der Jugendwohlfahrt
Berichten dem Gericht über die Entzwicklung, die familiären und persönlichen Verhältnisse
der Jugendlichen
Beantragen besonderer Reaktionen, die dem Gericht in einer Jugendstrafsache möglich sind
Anregen wie z.B. Einstellung oder vorläufige Einstellung des Verfahrens, Überprüfung der
geistigen Reife, Anordnung von Hilfen zur Erziehung, Bewährunghilfe etc.