Vaterschaft/Unterhalt

Vaterschaftsfeststellung

Die Vaterschaftsfeststellung erfolgt durch Anerkennung oder durch Gerichtsbeschluss.

Die (volljährige) obsorgeberechtigte Mutter eines unehelichen Kindes soll zum Wohl des Kindes für die Feststellung der Vaterschaft sorgen. Sie ist aber gesetzlich nicht verpflichtet, den mutmaßlichen Vater ihres Kindes anzugeben.

Die Jugendwohlfahrt bietet Beratung sowie Hilfe und Unterstützung zur Beurkundung der Anerkennung der Vaterschaft aber auch zur gerichtlichen Vaterschaftsfeststellung im Klagsweg als Vertreter des Kindes an.

Beurkundungen und Beglaubigungen
Der Vater eines unehelich geborenen Kindes kann seine Vaterschaft anerkennen durch persönliche Erklärung bei

  • jedem Standesamt (die Anerkennung der Vaterschaft beim zuständigen Standesamt - Geburtsort des Kindes - hat den Vorteil, dass der Vater in die Geburtsurkunde eingetragen wird)
  • jedem Referat für Jugendwohlfahrt
  • jedem Bezirksgericht
  • jedem Notar
  • jeder österreichischen Vertretungsbehörde im Ausland (Botschaft oder Konsulat)

Die Mutter oder das Kind können gegen das Anerkenntnis bei Gericht Widerspruch erheben. Der Widerspruch gegen das Anerkenntnis kann nur innerhalb eines Jahres ab Kenntnis erhoben werden.

Feststellung aufgrund eines Antrages
Wenn der als Vater eines unehelich geborenen Kindes bezeichnete Mann die Vaterschaft nicht anerkennt, erfolgt die Vaterschaftsfeststellung aufgrund eines Antrages des Kindes, vertreten durch die Mutter bzw. das Jugendwohlfahrtsreferat als Vertreter. Der Mann muss dann beweisen, dass seine Vaterschaft unwahrscheinlich ist (gerichtsmedizinisches Gutachten), oder dass die Vaterschaft eines anderen Mannes auf den die Vermutung ebenfalls zutrifft, wahrscheinlicher ist.

Für die Vaterschaftsfeststellung ist das Bezirksgericht zuständig in dessen Sprengel das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. 

Unterhaltsvorschuss

Der österreichische Staat bevorschusst unter bestimmten Voraussetzungen den Unterhalt für Minderjährige (österreichische Kinder , Kinder von EWR Bürgern oder staatenlose Kinder mit Aufenthalt im Inland, wenn ein Elternteil seiner durch Vereinbarung vor dem Jugendwohlfahrtsreferat oder durch gerichtliche Entscheidung (oder Vergleich) festgesetzten Unterhaltsverpflichtung nicht nachkommt und der Unterhalt auch nicht mit gerichtlicher Exekution vollständig hereingebracht werden kann.

Daneben gibt es noch andere Möglichkeiten der staatlichen Bevorschussung, z.B. wenn der / die Unterhaltspflichtige im Inland eine mehr als einmonatige gerichtliche Haftstrafe zu verbüßen hat oder weil aufgrund des Verhaltens des /der Unterhaltspflichtigen keine Unterhaltsregelung möglich ist.

Das Jugendwohlfahrtsreferat informiert Sie näher über die Voraussetzungen für die Antragstellung bzw. die gerichtliche Bewilligung solcher Vorschüsse, deren mögliche Höhe, die Abwicklung des Verfahrens usw.

Das Jugendwohlfahrtsreferat berät und unterstützt Sie aktiv in allen Angelegenheiten der

Unterhaltsbevorschussung:

  • Antragstellung, Rechtsmittel (Rekurse)
  • Einstellungs-, Abänderungs- und Weitergewährungsanträge
  • Auszahlungsregelungen an Erziehungsberechtigte oder an das Jugendwohlfahrtsreferat
  • Mitteilungen an das Gericht
  • Schlussabrechnungen, Abschluss oder Weiterführung der Vertretung für das Kind
  • Ab Zustellung des Gerichtsbeschlusses, mit dem Unterhaltsvorschüsse gewährt werden, dadurch wird das Jugendwohlfahrtsreferat automatisch zum gesetzlichen Vertreter in Unterhaltsangelegenheiten des Kindes und nimmt dessen unterhaltsrechtliche Interessen wahr.