Pflegekinder & Pflegeeltern

Kinder müssen aus verschiedensten Gründen in fremde Pflege und Erziehung, also zu Pflegeeltern, gegeben werden, so z.B. wegen 

  • Berufstätigkeit der Eltern / eines alleinerziehenden Elternteiles
  • mangelnder Hilfe und Unterstützung durch Verwandte
  • Überforderung der Eltern / des alleinerziehenden Elternteils
  • Alkohol - oder Drogenproblematik der Eltern
  • Krankheit oder Tod der Eltern
  • Trennung oder Scheidung der Eltern
  • Behinderung von Eltern
  • Mißhandlung oder Mißbrauchs von Kindern
  • Nichtbewältigung von erzieherischen Anforderungen seitens der Eltern uva.

Je nach Aufgabenstellung gibt es unterschiedliche Formen von Pflegeverhältnissen. Es kann vorübergehend und damit mit der Absicht einer späteren Rückführung zu den leiblichen Eltern oder für dauernd geplant sein.

Im jugendwohlfahrtsrechtlichen Sinn besteht ein Pflegeverhältnis grundsätzlich dann, wenn die Pflege und Erziehung des Kindes durch andere Personen als bis zum dritten Grad Verwandte oder Verschwägerte, Adoptiveltern oder Vormünder erfolgt.

Das Jugendwohlfahrtsreferat sucht und vermittelt Pflegefamilien für Kinder und berät und begleitet die Pflegeverhältnisse. Es bietet den Pflegeeltern Aus- und Fortbildung an. Pflegeeltern können sich unter Leitung externer professioneller Gruppenleiter in Pflegeelternrunden austauschen.

In die Beratungsarbeit der Jugendwohlfahrt werden auch die leiblichen Eltern einbezogen. Die Vermittlung von Pflegekindern darf nur durch das Jugendwohlfahrtsreferat der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde oder speziell von der Landesregierung anerkannten Vereinen erfolgen.

Über schriftlichen Antrag der Pflegeeltern / Pflegepersonen erfolgt nach einem Auswahlverfahren bei entsprechender Eignung die bescheidmäßige Erteilung der Pflegebewilligung und Pflegegeldbewilligung. Pflegeverhältnisse unterliegen der Aufsicht der Jugendwohlfahrt.

Pflegegeld

Pflegeeltern haben zur Erleichterung der mit der Pflege verbundenen Lasten gegenüber dem Land Tirol einen Anspruch auf Pflegegeld.

Das Pflegegeld für Kinder und Jugendliche besteht aus dem Unterhalt für die materiellen Bedürfnisse des Pflegekindes sowie dem Erziehungsgeld für die Mühewaltung der Pflegeeltern / Pflegepersonen und dem Ausstattungsbetrag.

Das Pflegegeld beträgt gemäß Verordnung der Tiroler Landesregierung vom 23. Oktober 2007, LGBl. Nr. 22/2006, für Pflegekinder ab 1.1.2008

 a) für Kinder bis zum vollendeten 3. Lebensjahr monatlich

Unterhalt 134,50
Erziehungsgeld 212,80
Summe 347,30

 b) für Kinder bis vom vollendeten 3. bis zum vollendeten 6. Lebensjahr monatlich

Unterhalt 170,90
Erziehungsgeld 212,80
Summe 383,70

 c) für Kinder bis vom vollendeten 6. bis zum vollendeten 10. Lebensjahr monatlich

Unterhalt 220,50
Erziehungsgeld 212,80
Summe 433,30

 d) für Kinder bis vom vollendeten 10. bis zum vollendeten 15. Lebensjahr monatlich

Unterhalt 253,60
Erziehungsgeld 212,80
Summe 466,40

 e) für Kinder bis vom vollendeten 15. bis zur Volljährigkeit monatlich

Unterhalt 297,70
Erziehungsgeld 212,80
Summe 510,50

Der jeweils höhere Betrag gebührt mit Beginn des Monats, in dem das maßgebliche Lebensjahr vollendet wird. Unterhaltsbeiträge von Kindeseltern, Waisenpensionen oder sonstige Renten, Unterhaltsvorschüsse nach UVG und andere Leistungen Dritter müssen von dem in Frage kommenden Pflegegeldrichtsatz in voller Höhe in Abzug gebracht oder aufgrund der Legalzession gemäß § 16 Abs. 3 TJWG als Kostenersatz eingehoben bzw. verrechnet werden.

Mitteilungspflicht

Dem Jugendwohlfahrtsreferat ist hinsichtlich aller wichtigen das Pflegekind betreffenden Ereignisse sowie Änderungen seines Aufenthaltes Mitteilung zu erstatten, damit die oben beschriebene Pflegeaufsicht wahrgenommen werden kann. 

Kontakt

Wer sich dafür interessiert, ein Pflegekind aufzunehmen, informiert sich bei der örtlich zuständigen Kinder- und Jugendhilfe (dem "Jugendamt" an der jeweiligen Bezirksverwaltungsbehörde). Für alle das Pflegeverhältnis betreffenden Fragen stehen man Ihnen dort zur Beratung und Unterstützung zur Verfügung.