Organisation

Von der Volksschule bis zur Fachberufsschule:

Wie die Pflichtschulen in Tirol organisiert sind

Bestimmungen über Organisation und Erhaltung sind im Tiroler Schulorganisationsgesetz 1991, LGBl. Nr. 84, zuletzt geändert durch das LGBl. Nr. 72/2014, enthalten.

Allgemeinbildende Pflichtschulen sind Volksschulen, Neue Mittelschulen, Sonderschulen und Polytechnische Schulen - hier finden Sie alle Adressen auf einen Blick.

Schulerhalter dieser Schulen sind in der Regel die Gemeinden. Die Errichtung, Auflassung und Stilllegung dieser Schulen ist Angelegenheit des Schulerhalters. Die Landesregierung muss hiezu die Bewilligung erteilen.

Für jede dieser Schulen wird ein Schulsprengel festgesetzt. Dies bedeutet, dass in der Regel jeder Schüler die Schule zu besuchen hat, in deren Sprengel er wohnt. Unter ganz bestimmten Voraussetzungen kann ein Schüler auch eine sprengelfremde Schule besuchen. Ein Schulerhalter kann zur Aufnahme sprengelfremder Schüler allerdings nicht gezwungen werden.

Die Festlegung der Klassenzahl der einzelnen Schulen erfolgt im Zuge der Stellenplanung im Wesentlichen auf Grund der Klassenschülerhöchstzahlen.

Planunterlagen für den Neu-, Zu- und Umbau von Schulgebäuden bedürfen der Bewilligung der Landesregierung. Die Baubewilligung für diese Baumaßnahmen darf erst nach Vorliegen der Bewilligung der Landesregierung erteilt werden.

Unabhängig davon hat der Schulerhalter bei der Landesregierung um Verwendungsbewilligung anzusuchen, bevor Gebäude oder Räume für Schulzwecke verwendet werden dürfen.


Volksschulen

Die Volksschule umfasst die Grundschule und erforderlichenfalls zusätzlich die Oberstufe. Die Grundschule umfasst die Grundstufe I (Vorschulstufe, erste und zweite Schulstufe) und die Grundstufe II (dritte und vierte Schulstufe). Die Oberstufe umfasst die fünfte bis achte Schulstufe.

Jedes schulpflichtig gewordene Kind hat die Schule zu besuchen, wobei die Aufnahme der schulreifen Kinder in die erste Schulstufe der Volksschule und die Aufnahme der nicht schulreifen Kinder in die Vorschulstufe zu erfolgen hat. Eine Zurückstellung schulpflichtiger, aber noch nicht schulreifer Kinder vom Schulbesuch ist grundsätzlich nicht möglich.

Um in Einzelfällen schulunreifen Kindern doch noch die Möglichkeit zu bieten, den Kindergarten ein Jahr weiterbesuchen zu können, ist die Anmeldung des Kindes zum häuslichen Unterricht erforderlich. Darüberhinaus ist der Weiterbesuch des Kindergartens für ein Jahr auch dann möglich, wenn der Landesschulrat das Kind von der allgemeinen Schulpflicht befreit.

Wird die Schülermindestzahl zehn für die Führung einer Vorschulklasse erreicht, so sind die Schüler der Vorschulstufe in einer eigenen Klasse zusammenzufassen. Andernfalls sind sie mit den Schülern der ersten Schulstufe bzw. auch mit den Schülern weiterer Schulstufen zusammenzufassen.

Die Zahl der Schüler in einer Klasse darf 30 nicht übersteigen und in zwei- oder mehrklassigen Volksschulen zehn nicht unterschreiten. Die Zahl der Schüler darf in einer Klasse, in der Schüler mehrerer Schulstufen zusammengefasst sind 28 und in einer Klasse mit mindestens vier Schulstufen 26 nicht übersteigen.

In Volksschulklassen, in denen Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet werden, darf einerseits die Klassenschülerhöchstzahl herabgesetzt werden und ist andererseits ein zusätzlicher entsprechend befähigter Lehrer einzusetzen, dessen Stundenausmaß u.a. auch von der Zahl dieser Schüler abhängt.


Neue Mittelschulen

Die Neue Mittelschule umfasst die fünfte bis achte Schulstufe. Jeder Schulstufe hat mindestens eine Klasse zu entsprechen.

Der Unterricht in den Pflichtgegenständen Deutsch, Mathematik und Lebende Fremdsprache sowie in Leibesübungen ist in Gruppen zu erteilen.

Darüber hinaus bietet die schulorganisatorische Autonomie Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich Teilungen in den einzelnen Gegenständen und Festlegung von Eröffnungszahlen.

Die Zahl der Schüler in einer Klasse darf 30 nicht übersteigen und 20 nicht unterschreiten.

In den Klassen der Neuen Mittelschulen, in denen Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet werden, darf einerseits die Klassenschülerhöchstzahl herabgesetzt werden und ist andererseits ein zusätzlicher entsprechend befähigter Lehrer einzusetzen, dessen Stundenausmaß u.a. auch von der Zahl dieser Schüler abhängt. Weiters kann auch die Einbeziehung der Schüler dieser Klassen oder der Schüler aller Klassen der betreffenden Schulstufe in die für den Unterricht in den Pflichtgegenständen Deutsch, Mathematik und Lebende Fremdsprache zu bildenden Gruppen entfallen, wenn dies aus pädagogischen Gründen zweckmäßig ist.

Neue Mittelschulen oder einzelne ihrer Klassen können unter besonderer Berücksichtigung der musischen oder sportlichen Ausbildung als Sonderformen geführt werden (Musik- bzw. Sportmittelschule). Für solche Neue Mittelschulen kann ein eigener Berechtigungssprengel vorgesehen werden.


Sonderschulen (Sonderpädagogische Zentren)

 

Die Sonderschule umfasst acht, bei Einbeziehung des Berufsvorbereitungsjahres oder der Polytechnischen Schule neun Schulstufen.

Es gibt verschiedene Arten von Sonderschulen mit unterschiedlichen Klassenschülerhöchstzahlen.

Sonderschulen werden entweder als selbständige Schulen geführt oder werden einer anderen allgemeinbildenden Pflichtschule angeschlossen.

Sonderpädagogische Zentren sind Sonderschulen, die die Aufgabe haben, durch Bereitstellung und Koordination sonderpädagogischer Maßnahmen in anderen Schularten dazu beizutragen, dass Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in bestmöglicher Weise auch in allgemeinen Schulen unterrichtet werden können.


Polytechnische Schulen

 

Die Polytechnische Schule umfasst eine Schulstufe, und zwar die neunte Schulstufe.

Polytechnische Schulen werden entweder als selbständige Schulen oder im organisatorischen Zusammenhang mit einer Hauptschule geführt.

Die Zahl der Schüler in einer Klasse darf 30, in einklassigen Polytechnischen Schulen 28 nicht übersteigen.

Der Unterricht in den Pflichtgegenständen Deutsch, Mathematik und Lebende Fremdsprache sowie in Leibesübungen ist in Gruppen zu erteilen.

Darüber hinaus bietet die schulorganisatorische Autonomie Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich Teilungen in einzelnen Gegenständen und Festlegung von Eröffnungszahlen.

Der Lehrplan der Polytechnischen Schule sieht derzeit mehrere Fachbereiche als alternative Pflichtgegenstände vor. An jeder Schule sind je nach der Schülerzahl drei verschiedene Fachbereiche anzubieten; jeder Schüler hat einen Fachbereich zu wählen.

Da an kleineren Polytechnischen Schulen die Möglichkeit an Angeboten bei weitem nicht ausgeschöpft werden kann, sollen die Schüler die Möglichkeit haben, nicht nur die Polytechnische Schule ihres Pflichtsprengels, sondern allenfalls auch eine benachbarte Polytechnische Schule zu besuchen, für die ein Berechtigungssprengel vorgesehen werden kann.


Ganztägige Schulen

 

Ganztägige Schulen bestehen aus dem Unterrichtsteil und dem Betreuungsteil. Der Betreuungsteil gliedert sich auf in gegenstandsbezogene Lernzeit, die sich auf bestimmte Pflichtgegenstände bezieht, in individuelle Lernzeit und in Freizeit - einschließlich der Verpflegung.

An ganztägigen Schulen ist der Betreuungsteil an allen Schultagen mit Ausnahme des Samstages anzubieten. Der Unterrichts- bzw. Betreuungsteil darf nicht vor 7.30 Uhr beginnen und nicht vor 16 Uhr bzw. nach 18 Uhr enden. Die Kosten für die Freizeitbetreuung hat der Schulerhalter zu tragen. Dieser kann für die Unterbringung, Verpflegung und Betreuung der Schüler im Freizeitbereich des Betreuungsteiles von den Unterhaltspflichtigen Verpflegungs- und Betreuungsbeiträge einheben.


Therapeutische und funktionelle Übungen

 

An allen allgemein bildenden Pflichtschulen können für bewegungsgestörte, blinde und sehbehinderte, hörgestörte, legasthenische und sprachgestörte Schüler therapeutische und funktionelle Übungen im Form von Kursen mit jeweils zwei Wochenstunden, für legasthenische Schüler jedoch mit nur einer Wochenstunde, durchgeführt werden, wenn mindestens drei Schüler für den Besuch des betreffenden Kurses in Betracht kommen.


Organisation der berufsbildenden Pflichtschulen

Berufsbildende Pflichtschulen sind die  Tiroler Fachberufsschulen.

Die Bestimmungen über Organisation und Erhaltung sind im Tiroler Berufsschulorganisationsgesetz 1994, LGBl. Nr. 90, enthalten.

Erhalter dieser Schulen ist das Land. Die Errichtung, Auflassung und Stilllegung dieser Schulen ist Angelegenheit des Landes. Die Landesregierung muss hiezu die Bewilligung erteilen.

Für jede dieser Schulen wird ein Schulsprengel festgesetzt. Dies bedeutet, dass in der Regel jeder Schüler die Berufsschule zu besuchen hat, in deren Sprengel er seinen Beschäftigungsort hat.

Die Zahl der Schüler in einer Klasse darf 30 nicht übersteigen und 20 nicht unterschreiten. Die Zahl der Schüler in einer Klasse mit Abteilungsunterricht darf 28 nicht übersteigen.

Auch bei Berufsschulen bedarf es einer Bewilligung der Planunterlagen für den Neu-, Zu- und Umbau von Schulgebäuden seitens der Landesregierung.

Weiters ist eine Verwendungsbewilligung des Landes erforderlich, bevor Gebäude oder Räume für Berufsschulzwecke verwendet werden dürfen.

Es gibt ganzjährige und lehrgangsmäßig geführte Berufsschulen.

Schultage an ganzjährigen Berufsschulen sind mindestens ein ganzer Tag oder mindestens zwei halbe Tage in jeder Woche des Unterrichtsjahres.

Für lehrgangsmäßig geführte Berufsschulen wird für jedes Schuljahr eine Lehrgangseinteilung festgelegt. Schultage an lehrgangsmäßigen Berufsschulen sind die innerhalb der Lehrgänge liegenden Tage. An der Mehrzahl der Berufsschulen dauert ein Lehrgang neuneindrittel Wochen, wobei in einem Schuljahr vier Lehrgänge aufeinanderfolgen. Daneben gibt es auch Berufsschulen mit davon abweichender Lehrgangsdauer.

Hier finden Sie Ihre AnsprechpartnerInnen