Meine Rechte

Rechte von Betroffenen

Das Gewalt-Schutz-Gesetz soll alle Menschen vor Gewalt schützen. Es soll auch bereits betroffene Menschen davor schützen, dass ihnen nochmal Gewalt angetan wird. Dazu gibt es verschiedene Rechte von Betroffenen, die hier aufgezählt und erklärt werden:

Wegweisung und Betretungs-Verbot

Wenn Sie die Polizei wegen einer Gewalt-Tat verständigen und die Polizei annimmt, dass Ihre Gesundheit, Ihre Freiheit oder gar Ihr Leben gefährdet ist, dann kann die Polizei den Täter oder die Täterin zwingen, sofort das Haus zu verlassen. Das nennt man auch Wegweisung des Täters oder der Täterin durch die Polizei. Die Polizei kann dem Täter auch verbieten, die Wohnung oder das Haus wieder zu betreten. Das nennt man auch Betretungs-Verbot.

Die Polizei nimmt dem Täter oder der Täterin auch sofort die Schlüssel zur Wohnung ab.

Wenn auch Kinder unter 14 Jahren gefährdet sind, verbietet die Polizei dem Täter oder der Täterin auch die Schule, die Kinder-Betreuungs-Einrichtung oder den Hort zu betreten.

Längerer Schutz durch das Gericht

Benötigen Sie längeren Schutz vor dem Täter oder der Täterin, müssen Sie sich innerhalb von 2 Wochen nach dem Einsatz der Polizei an das Gericht wenden. Dort müssen Sie eine "einstweilige Verfügung" beantragen. Eine einstweilige Verfügung bedeutet, dass Sie das Gericht sofort vor dem Täter oder der Täterin schützt.

Der Täter oder die Täterin darf dann Ihre Wohnung für längere Zeit nicht mehr betreten und Sie auch sonst nicht belästigen.

Dabei ist es egal, wem die Wohnung oder das Haus gehören.

Wenn sich der Täter nicht an die "einstweilige Verfügung" hält, dann rufen Sie sofort die Polizei.

Beratung und Hilfe durch das Gewalt-Schutz-Zentrum

Das Gewalt-Schutz-Zentrum unterstützt Betroffene von häuslicher Gewalt und Stalking.

Wenn die Polizei jemandem verbietet Ihre Wohnung zu betreten, dann verständigt sie auch sofort das Gewalt-Schutz-Zentrum.

Eine Beraterin oder ein Berater kontaktiert Sie und bietet Ihnen Unterstützung an.

Sie können das Gewalt-Schutz-Zentrum auch direkt kontaktieren:

Gewaltschutzzentrum Tirol - Innsbruck
Maria-Theresien-Straße 42a, 6020 Innsbruck
Telefonnummer: +43 512 57 13 13

E-Mail: office@gewaltschutzzentrum-tirol.at

Homepage: www.gewaltschutzzentrum.at

Beschäftigungs-Bewilligung für Migrantinnen bei Gewalt in der Familie

Migrantinnen sind Frauen, die aus einem anderen Land kommen und in Österreich leben wollen.

Diese Frauen haben das Recht auf eine Beschäftigungs-Bewilligung, wenn es in ihrer Familie zu Gewalt kommt.

Damit ist gemeint, wenn das weitere Zusammenleben mit dem Ehegatten unzumutbar ist, weil er sie oder ihre minderjährigen Kinder körperlich angegriffen oder bedroht hat.

Die Voraussetzung dafür ist, dass die Frauen wegen des gewalttätigen Verhaltens des Ehegatten:

  • bei der Polizei eine Anzeige gemacht haben oder
  • es eine "einstweilige Verfügung" durch das Gericht gibt oder
  • die Ehe geschieden wurde oder
  • zum Beispiel eine der folgenden Personen oder Einrichtungen die Gewalt-Tat bestätigt: 
    • Arzt oder Ärztin 
    • Krankenanstalt 
    • Frauenhaus 
    • Jugendamt 
    • Kinder-Schutz-Zentrum