Methodenset Berufsorientierung mit Burschen

Methodenset Berufsorientierung mit Burschen

Um die geschlechtssensible Arbeit im Klassenverband mit Schülern zu unterstützen, wurde von Dipl.-Päd.in Anita Marksteiner, Landesschulrat für Tirol und Mag.a Ursula Rieder-Feldner (amg-tirol) ein umfangreiches Methodenset entwickelt.

 Methodenset mit Stundenbildern und Arbeitsblättern

Geschlechterrollen sind im Wandel bei Burschen und bei Mädchen

Burschen und Männer wünschen sich vermehrt Arbeitsmodelle, die ihnen die Möglichkeit bieten, zumindest teilweise das traditionelle Arbeitssystem zu verlassen. Mädchen und Frauen wünschen sich mehr Karrierechancen im Einklang mit der Familienarbeit.

Es gibt nicht mehr nur ein Modell von Erwerbsarbeit und Familie, weder für Frauen noch für Männer - die Grenzen haben sich verschoben.

Frauen wünschen sich, dass in der Familienarbeit der Partner präsenter ist. Männer wünschen sich flexiblere Arbeitsmodelle, um ihren Rollen als Partner und Vater gerecht zu werden.

Männliche Identität wurde und wird durch Arbeit gestiftet. Jedoch nur noch jeder dritte erwerbsfähige Mann ist in das Normalerwerbsmodell (Vollzeit, kontinuirlicher Berufsverlauf, Ernährer) einzureihen.

Männliche und Weibliche Rollenbilder verändern sich in der Gesellschaft allerdings nur langsam, denn männliche und weibliche Zuschreibungen sind noch sehr traditionell in unseren Köpfen verankert. Das mach sich auch in den Berufswahlmöglichkeiten bemerkbar: es ist noch immer ungewöhnlich - und für viele Burschen und Mädchen mit großen Hemmschwellen verbunden - wenn ein Bursch einen "Frauenberuf" wählen möchte oder wenn sich ein Mädchen für einen "Männerberuf" interessiert.

Geschlechtssensible Arbeit beschränkt sich nicht nur auf die Arbeit mit Mädchen und Frauen

Es wurden in den letzten Jahren viele Schritte gesetzt, um das Bewusstsein von Mädchen und Frauen hinsichtlich neuer Lebens- und Arbeitsmodelle zu erweitern und sie beruflich in neue Richtungen zu ermutigen. Aber auch Burschen und Männer benötigen Role Models, die ihnen vorleben, dass auch andere Rollenbilder erstrebenswert sind und Initiativen, die ihnen die Gelegenheit bieten, einmal "etwas anderes" auszuprobieren und zu erfahren. 

Männer wählen einen "Frauenberuf" z.B. Kindergartenonkel