Ein Wort an die Eltern

Jugendliche

Was ist neu am Jugendschutz neu? Die Erfahrungen im Jugendschutz haben für uns Eltern zwei grundsätzliche, bedeutsame Änderungen des bestehenden Jugendschutzgesetzes neu gebracht:

a) zum einen eine neue „Ausgangsregelung“
b) zum anderen sind die Bestimmungen rund um den Alkohol- und Nikotingebrauch Jugendlicher wesentlich konkreter gefasst worden

Was bedeutet das für uns Eltern?

Sobald unsere Kinder die ersten Schritte setzen und selbständig ihre Umgebung außerhalb der Familie erkunden, sind wir mit der Gestaltung dieser „Ausgänge“ befasst. Natürlich interessiert uns zu allererst, mit wem sich unsere Kinder treffen, wo sie sich aufhalten, wie oft diese Kontakte stattfinden, und selbstverständlich auch, wie lange unser Kinder wegbleiben.
Das alles beurteilen wir nach dem jeweiligen individuellen Reifestadium unserer Kinder, wir berücksichtigen schulische Erfordernisse, familiäre Ereignisse, Wochentag, und noch vieles mehr, bis wir zu einer Entscheidung kommen, wie wir das Weggehen für die Kinder gestalten.

Gesetzliche Regelungen haben in diesem höchst familiären Prozess ihre ausschließliche Berechtigung darin, eine für alle Familien verbindliche äußerste Grenze zu ziehen.

Das novellierte Jugendschutzgesetz trägt dieser Verantwortung Rechung und legt die Entscheidung über die Ausgangsregelung so weit als möglich in die Hände der Eltern.
Es erweitert den Gestaltungsrahmen der Eltern, um ihre Entscheidungen den individuellen familiären Gegebenheiten besser anpassen zu können.

Besorgnis der Eltern

Viele Eltern haben Sorge, dass Kinder und Jugendliche in Lokalen oder im Handel (Lebensmittelmärkte, Trafiken, Tankstellen etc.) allzu leicht an alkoholische Getränke oder Tabakwaren herankommen. Befürchtungen bestehen, dass es zu wenige Kontrollen gibt und dass immer wieder das wirtschaftliche Interesse vor dem des Jugendschutzes steht. Gleichzeitig sind die Kinder und Jugendlichen außerhalb der Kontrollmöglichkeiten der Eltern, wenn sie allein unterwegs sind.

Maßnahmenpaket

Dazu ist festzuhalten, dass die gesetzliche Regelung des absoluten Alkohol- und Nikotinverbotes für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren unverändert bestehen bleibt. Gleichzeitig werden jene Sparten der Wirtschaft, die vom Gesetz berührt sind bei der Umsetzung des neuen Gesetzes entsprechend eingebunden. Es werden Informationsmaterialien erarbeitet, die den Betrieben zur Verfügung gestellt werden. Es gibt Behelfe für die Unterweisung von Verkaufspersonal. Zur Motivation des Personals soll es Anreize geben, besonders auf die Einhaltung des Jugendschutzes zu achten. Es werden Kontrolleinkäufe durchgeführt, um festzustellen, ob sich die Betriebe an das Gesetz halten.
Schule, Erziehungsberatung, Jugendanwaltschaft, Jugendinformation, Suchtprävention, Elternvereinsverbände, Wirtschaft, Exekutive und Einrichtungen des Landes Tirol arbeiten zusammen, um Bewusstsein für den Jugendschutz zu schaffen.
Eine umfassende und anhaltende Initiative aller Kräfte und Einrichtungen, die mit Jugendlichen zu tun haben, dient der Unterstützung der Eltern im Bemühen, Alkohol und Nikotin für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren so schwer wie möglich erreichbar zu machen.
Das Neue für Jugendliche besteht darin, dass sie selbst auch mit Konsequenzen rechnen müssen, wenn sie sich nicht an die Regelungen halten. Weiters dürfen Exekutivorgane Alkohol und Rauchwaren auf der Stelle jenen abnehmen, die nicht berechtigt sind, sie zu besitzen.

„Hol´ mir ein Bier!“

Alle Erwachsenen, insbesondere Eltern müssen beachten, dass der Einkauf von alkoholischen Getränken und Tabakwaren für alle Personen bis 16 Jahre (bei gebrannten Getränken, Schnaps etc. bis 18 Jahre) untersagt ist, selbst wenn sie den Einkauf nicht für sich, sondern z.B. für ihre Eltern tätigen. Kinder ums Bier oder um die Zigaretten zu schicken ist nicht mehr drinnen!
In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass junge Menschen zum Nachweis ihres Alters einen Lichtbildausweis bei sich haben. Eltern können verstärkt darauf schauen, dass ein Ausweis in der „Ausgehausrüstung“ dabei ist. Das spart Ärger und Diskussionen in manchen Situationen.

Einsicht statt Strafe

Völlig neu und gleichzeitig eines vom wichtigsten ist die Einführung von Beratungsmöglichkeiten für Jugendliche und Eltern zum Thema Alkohol und Nikotin.
Die wesentlich konsequentere Handhabung des Gesetzes soll nicht zu höherer und häufigerer Bestrafung führen, sondern bei Übertretungen durch ein eigens geschaffenes Beratungsangebot Jugendlichen wie auch Eltern im Bedarfsfall Unterstützung und Hilfe bieten.

Informationsbroschüre

Zum Jugendschutzgesetz gibt es eine Informationsbroschüre für Jugendliche, die auch Eltern bestellen können:  ga.jugend@tirol.gv.at


Support in Erziehungsfragen, Information für Elternabende

Schulpsychologische Beratungsstelle des Landesschulrates für Tirol

Müllerstraße 7, 6020 Innsbruck
Tel: +43 512 576561
 schulpsya@asn-ibk.ac.at


Rechtliche Auskünfte

Schulservicestelle des Landesschulrates für Tirol

Innrain 1 (Andechshof), 6020 Innsbruck
Tel: +43 512 52033113
 i.moritz@lsr-t.gv.at
 www.lsr-t.gv.at


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