Durch frühe Diagnose und Behandlung Hepatitis eliminieren

Welt-Hepatitistag am 28. Juli

Kategorien: LR Tilg, Gesundheit AutorIn: Thomas Ennemoser
Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg setzt sich für die Bekämpfung von Hepatitis in Tirol ein.

Laut einer aktuellen Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO leben weltweit 257 Millionen Menschen mit Hepatitis B sowie 71 Millionen mit Hepatitis C. In Tirol werden jährlich rund 70 Personen mit einer Hepatitis B sowie rund 100 Hepatitis C Fälle gemeldet – fast alle bereits in einem chronischen Stadium. „Neben der Prävention und Therapie ist die frühzeitige Diagnose und Behandlung von Hepatitis-Infektionen unverzichtbar, um diese Virenerkrankungen in den kommenden Jahren drastisch einzudämmen“, erklärt Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg und weist darauf hin: „Im Rahmen der jährlichen ‚Gesundenuntersuchung‘, die alle Tirolerinnen und Tiroler ab dem 18. Lebensjahr kostenlos in Anspruch nehmen können, werden unter anderem auch die Leberfunktionswerte getestet. Hierbei lassen sich mögliche Hepatitis-Infektionen nachweisen, das gleichzeitig einen frühen Behandlungsstart ermöglicht.“

„Symptome einer Hepatitis-Infektion sind meist sehr spät erkennbar. Wer nichts von seiner Infektion weiß, sieht keinen Anlass diese zu behandeln und stellt in der Folge auch unwissentlich ein Infektionsrisiko für seine Mitmenschen dar. Bei Risiken einer Virushepatitis ist es daher ratsam, sich untersuchen zu lassen“, ergänzt der Direktor der Landessanitätsdirektion Franz Katzgraber.

Typische Risikofaktoren für eine Infektion mit Hepatitis B oder Hepatitis C sind Drogensucht, ungeschützter Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern, Piercings, Tätowierungen, häufige Auslandsreisen nach Asien, Afrika oder Mittelamerika sowie vor 1992 erhaltene Bluttransfusionen. Ein erhöhtes Risiko tragen auch nicht geimpfte Personen in Gesundheitsberufen. Hier sollte ein spezifischer Hepatitis Suchtest durchgeführt werden.

Hepatitis-Viren

Die häufigsten fünf Hepatitis-Viren sind die Typen A, B, C, D und E. In Tirol sind Hepatitis-A-Infektionen äußerst selten und werden meist durch Auslandsreisen eingeschleppt. Eine aktive Impfung, die als Reiseimpfung eingesetzt wird, schützt vor einer Infektion.

Ebenso lässt sich eine Hepatitis-B-Infektion durch eine Schutzimpfung verhindern. Seit 1998 wird im Rahmen der ‚Impfaktion Tirol‘ Kindern bis zum 15. Lebensjahr die Grundimmunisierung gegen Hepatitis B gratis angeboten.

Gegen Hepatitis-C-Infektionen gibt es keinen Impfstoff. Allerdings wurde seit 2014 eine Reihe von neuen Medikamenten zugelassen, die gut verträglich sind und über 90 Prozent der Betroffenen bereits beim ersten Therapieversuch dauerhaft von ihrer Infektion befreien. Das Ziel, Hepatitis C bis 2030 zu eliminieren, ist damit realistisch.