Ötztalstraße zwischen Zwieselstein und Untergurgl bleibt vorerst weiter gesperrt

Hang ist weiterhin in Bewegung – Informationsveranstaltung für Bevölkerung

Kategorien:  BH ImstSicherheitLawinen/Muren/Hochwasser AutorIn: Bettina Sax
Lokalaugenschein: Der Hang oberhalb der Leckgalerie auf der Ötztalstraße ist  nach wie vor in Bewegung.
Lokalaugenschein: Der Hang oberhalb der Leckgalerie auf der Ötztalstraße ist nach wie vor in Bewegung.
Aufgrund des instabilen Hangs muss die Ötztalstraße weiterhin gesperrt bleiben.
Aufgrund des instabilen Hangs muss die Ötztalstraße weiterhin gesperrt bleiben.

Nach Lokalaugenschein: Der Hang oberhalb der Leckgalerie auf der Ötztalstraße ist nach wie vor in Bewegung – bei einer Öffnung der Straße zwischen Zwieselstein und Untergurgl könne die Sicherheit der Bevölkerung nicht gewährleistet werden, erklärt LH Günther Platter nach Rücksprache mit den LandesgeologInnen. Nachdem am 28. Mai eine Mure samt Felssturz auf die Leckgalerie abging und bereits vor einer Woche damit begonnen wurde, zusätzliche Sicherungsmaßnahmen wie Stützen und Wasserableitungen umzusetzen, ist nicht von einer raschen Öffnung der Straße auszugehen – aus derzeitiger Sicht wird sie für die kommenden acht Wochen gesperrt bleiben. Für die Bevölkerung wird es Anfang der kommenden Woche eine Informationsveranstaltung geben, wie Bürgermeister von Sölden Ernst Schöpf ankündigt. Die Medizin- und Lebensmittelversorgung ist indes weiterhin über eine Luftbrücke sichergestellt – der Landeshubschrauber steht der Gemeinde entsprechend der Bedarfsmeldungen zur Verfügung.

Instabiler Hang: Erdmassen können abrutschen

So habe sich der Bereich der instabilen Hangmasse auf eine Fläche von 1,5 Hektar ausgedehnt: „Die Sicherheit der Bevölkerung und der dort tätigen Arbeiterinnen und Arbeiter hat oberste Priorität. Für eine Öffnung der Straße ist es ausschlaggebend, dass ein ungehindertes und vor allem absolut sicheres Arbeiten und Passieren möglich ist. Das ist derzeit nicht der Fall. Der Bereich wird vonseiten der Landesgeologie und weiterer Expertinnen und Experten überwacht. Zudem wird ein zusätzliches Monitoring, das an mehrere Überwachungsmethoden geknüpft ist, kommende Woche installiert“, sagt LH Platter. Mit diesen Methoden sollen weitere Erkenntnisse über das Verhalten der Hangmasse gewonnen werden. Parallel dazu wird ein Konzept zum Schutz und der Verstärkung der Galeriebauwerke ausgearbeitet. „Der Hang wird von uns laufend beobachtet: Durch die Schneeschmelze und den derzeit starken Niederschlägen haben sich die Bewegungen am Hang oberhalb der Galerie verstärkt. Das heißt, dass auch größere Erdmassen auf das Galeriebauwerk bzw. die Landesstraße abzugleiten drohen, weshalb der Bereich diese Woche auch für die laufenden Arbeiten gesperrt werden musste“, erklärt die Landesgeologin Petra Nittel-Gärtner. Durch die permanente Hangüberwachung samt Beobachtungen vonseiten der LandesgeologInnen mittels Erkundungsflügen und Vermessungen durch die Abteilung Geoinformation des Landes soll ein größtmögliches Maß an Sicherheit geboten werden.

Notwendige Sicherungsmaßnahmen „von Natur vorgegeben“

Dass dies vor allem für die Bevölkerung, deren Verbindung nach außen derzeit ausschließlich durch das Timmelsjoch besteht, eine belastende Situation ist, wissen LH Platter und Bürgermeister Schöpf: „Es handelt sich hierbei um eine wichtige Verkehrsanbindung, für die es schnellstmögliche Lösungen bzw. entsprechende Sicherungsmaßnahmen benötigt. Doch in welchem Ausmaß diese nötig sind bzw. welche Auswirkungen dies auf die Dauer der Sperre hat, wird quasi ‚von der Natur vorgegeben‘.“ Dazu ergänzt der Bürgermeister: „Es ist wesentlich, dass wir den Verkehrsweg in das hintere Ötztal erhalten. Sobald die Sicherheit auf und in der Galerie wieder gewährleistet ist, können die Arbeiten auch in vollem Maß wieder durchgeführt werden.“

Informationsveranstaltung für GemeindebürgerInnen

Vor allem die transparente Information sei jetzt wesentlich, sagt Bürgermeister Schöpf: „Aus diesem Grund wird es nächste Woche eine Infoveranstaltung geben, bei welcher betroffene Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger von der Gemeindeführung sowie Expertinnen und Experten der Abteilung Verkehr und Straße des Landes, der Landesgeologie, der Geoinformation sowie des Baubezirksamtes Imst umfassend aufgeklärt werden. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern werden wir die weitere Vorgehensweise besprechen.“