Landesverwaltung soll digitaler werden, Bezirk Kufstein ist "federführend" bei grenzüberschreitender Zusammenarbeit.

Anlässlich ihres Amtsantritts besuchten Landesamtsdirektor (LAD) Herbert Forster und LAD-Stellvertreterin Barbara Soder am Freitag, den 10. Mai die Bezirkshauptmannschaft (BH) Kufstein. Im Gespräch mit den BEZIRKSBLÄTTERN sprechen sie über Arbeitsschwerpunkte und erklären, was den Bezirk Kufstein besonders macht.

Kategorien:  BH Kufstein AutorIn: Land Tirol

KUFSTEIN (bfl). Anlässlich ihres Amtsantritts besuchten Landesamtsdirektor (LAD) Herbert Forster und LAD-Stellvertreterin Barbara Soder am Freitag, den 10. Mai die Bezirkshauptmannschaft (BH) Kufstein. Im Gespräch mit den BEZIRKSBLÄTTERN sprechen sie über Arbeitsschwerpunkte und erklären, was den Bezirk Kufstein besonders macht.
Forster und Soder leiten seit Anfang des Jahres das Amt der Tiroler Landesregierung. Dabei könne dieses als erste Servicestelle für die Bürger auf eine hohe Kundenzufriedenheit blicken. "Im ganzen Bundesgebiet, also im Österreich-Vergleich, sind wir die effizienteste österreichische öffentliche Verwaltung", sagt Forster, der damit auf eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts "EcoAustria" verweist. Beim Antrittsbesuch in Kufstein gehe es vor allem um persönliche Begegnungen, betont Barbara Soder im Gespräch mit den BEZIRKSBLÄTTERN. "Die Leistungen der Verwaltung in Tirol sind immer ein Ergebnis von einer Zusammenarbeit vieler Dienststellen in Tirol. Die Bezirkshauptmannschaft Kufstein ist da ein wichtiger Partner in der Umsetzung und der Entwicklung von Dingen", sagt Soder.

 

Digitalisierung ist Arbeitsschwerpunkt

 

Ein Arbeitsschwerpunkt werde nun bei der Digitalisierung liegen. Ein zentrales Ziel ist für Forster und Soder, die Behörde in die Welt der Digitalisierung zu führen. Man werde auf diese moderne Herausforderung weiter reagieren müssen. "Man muss schauen, wo die Chancen liegen, wo also die Welt der Digitalisierung uns allen gemeinsam das Leben leichter macht", sagt Forster. Ein positives Beispiel dafür sei der elektronische Flächenwidmungsplan, den man mittlerweile fast über das ganze Tiroler Gebiet ausgerollt habe. Damit können Bürger nun selbst in den Flächenwidmungsplan Einsicht nehmen. "Eines ist aber auch klar: den Menschen ersetzen können wir nicht und wollen wir auch nicht", so Forster. Im Bürgerservice werde es also weiterhin eine Beratung durch Mitarbeiter geben. "Die öffentliche Verwaltung wird in der Serviceleistung immer die Begegnung von Mensch zu Mensch haben", ergänzt Soder.

 

Bezirk ist ein Vorreiter

 

Dabei gilt die BH Kufstein in mehrerlei Hinsicht als eine Art Vorreiter. So findet derzeit ein Pilotprojekt statt, bei dem die BH Kufstein in einem bestimmten Teilbereich die Voll-Elektronifizierung der Verfahren vornimmt. "Bis Ende des Jahres sollten wir eigentlich alle Verfahren elektronisch abwickeln – und zwar in allen Bereichen", sagt Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer. Eine weitere Herausforderung der Zukunft ist die Urbanisierungstendenz in der Inntalfurche – der Bezirk wächst. Auf diese Entwicklung müsse man auch als Behörde reagieren, so Platzgummer. Die Behörde sei dabei Teil eines Netzwerkes, das zusammenspielen müsse. "Wir leben in einer Zeit, in der Interessenskonflikte innerhalb der Gesellschaft immer mehr in Erscheinung treten und immer schwieriger lösbar werden und das ist die große Herausforderung für alle, die im öffentlichen Bereich zu tun haben", sagt Platzgummer. Der Bezirk ist zudem im Pilotprojekt "Tirol 4.0" involviert, das mit innovativen Projekten eine nachhaltige Zukunft Tirols fördern will – dies durch strategische Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.
Auf Grund der Grenznähe ist die BH Kufstein aber auch hinsichtlich der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit weiteren Behörden federführend. Man könne Kufstein hinsichtlich der grenzübergreifenden Arbeit durchaus als Pilot- oder Vorzeigeregion bezeichnen, sei dies in der Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft oder in Sachen Verkehr und Katastrophenschutz, sagt Forster.