Archivglossar - P

Parallelakten

Darunter sind im Gegensatz zu den Serienakten und Sachakten massenhafte und gleichmäßige Einzelakten zu verstehen, die entweder numerisch oder alphabetisch nach Namen gereiht werden. In der Regel handelt es sich um personenbezogenes Schriftgut wie Personalakten, Steuerakten, Fürsorgeakten, Strafakten usw. Sie fallen besonders im Bereich der Personal-, Finanz- und Sozialverwaltung und in der Justiz an.

Präsentierung

Unter Präsentierung wurde zu Zeiten der k. u. k. Armee die Einberufung der Wehrpflichten zum aktiven Wehrdienst verstanden. Im Regelfall rückte der Rekrut am 1. Oktober jenes Jahres, in dem er sein 20. Lebensjahr vollendete, bei jenem durch die Assentierung festgelegten Truppenkörper ein, bei dem er seinen aktiven Präsenzdienst und als Reservist seine Waffenübungen zu leisten hatte.

Privilegien

Privilegien sind Sonder- und Vorrechte, mit denen Personen, Personengruppen und Körperschaften mittels Urkunde von Herrschern ausgestattet worden sind. Auch die entsprechenden Urkunden wurden als Privilegien oder Freiheitsbriefe bezeichnet.

Provenienz

Provenienz ist ein zentraler Begriff und als Provenienz- oder Herkunftsprinzip die Handlungsmaxime im modernen Archivwesen schlechthin. Demnach wird das bei einer bestimmten Behörde, Amt, Einrichtung oder Einzelperson erwachsene Dokumentationsgut im Archiv in einem diesem "Registraturbildner" vorbehaltenen Bestand oder Fonds zusammengefasst. Im Idealfall setzt sich das Archivgut eines staatlichen Archivs, wie das Tiroler Landesarchiv eines ist, aus den Beständen oder Fonds aller früheren und gegenwärtigen Behörden und Ämter zusammen, soweit diese Ämter und Behörden in den örtlichen und sachlichen Zuständigkeitsbereich des betreffenden Archivs fallen. Hinzu gesellen sich die Bestände oder Fonds nichtstaatlicher Organisationen sowie von Privatpersonen. Die Vorteile des Provenienzprinzips liegen klar auf der Hand: Das vielfältige Schrift- und Dokumentationsgut eines Archivs ist damit strukturiert und untereinander abgegrenzt. Ursprüngliche Organisations- und Registraturzusammenhänge bleiben bewahrt und Recherchen der Forscher können von einer gesicherten Basis, der sachlichen und räumlichen Kompetenz einer Behörde, eines Amtes usw. ausgehen. In der Praxis fällt es schwer, immer der reinen Theorie zu folgen. In den meisten Archiven haben sich neben den Beständen nach Provenienz sogenannte Mischbestände gebildet.