Klimawandel - global und national

Global:

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für die Menschheit. Im fünften Sachstandsbericht des „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC) wird festgehalten, dass der Klimawandel stattfindet und überwiegend durch menschliche Aktivitäten ausgelöst wird. Laut Schlussfolgerungen des IPCC verursachen unverminderte Emissionen einen Temperaturanstieg um 3 bis 5°C bis zum Ende des Jahrhunderts. Wie im österreichischen Sachstandsbericht Klimawandel 2014 ausgeführt wird, ist das IPCC Szenario mit dem höchsten Emissionsminderungsziel auf einen globalen Temperaturanstieg von 2°C 
bis Ende des Jahrhunderts ausgelegt, was wiederum für Österreich einen Temperaturanstieg von rund 4°C bedeutet.

Der in den letzten ca. 100 Jahren beobachtete, rasche globale Temperaturanstieg ist erdgeschichtlich nicht extrem, jedoch ist er zum ersten Mal durch anthropogene Aktivitäten mitverursacht und kann eine Veränderung von Verteilung und Intensität des Niederschlags durch anthropogenen Einfluss auslösen. Auch wird sich die anthropogen verursachte Erwärmung fortsetzen, wobei je nach Szenario ca. 1,5 bis
4,5°C Anstieg im globalen Mittel bis 2100 erreicht werden könnten.

Höchstwahrscheinlich ist aufgrund natürlicher Variabilität trotz des starken Strahlungsantriebs die Temperatur seit 1998 nur relativ schwach (0,04°C / Dekade) gestiegen. Grund dafür könnte ein vorübergehender verstärkter Transport warmen Ozeanwassers in größeren Tiefen und eine vergleichsweise schwache Sonnenfleckentätigkeit sein.Je nach Szenario und Modell sind neben der globalen Erwärmung weitere gravierende Veränderungen wie ein Anstieg des Meeresspiegels bis 2100 um ca. 0,25 bis 1,0 m (wahrscheinlich) gegenüber dem Ende des 20. Jahrhunderts zu erwarten. Die Abnahme des ph-Wertes im Ozean setzt sich durch fortgesetzte Aufnahme von CO² fort, was wiederum unberechenbare ökologische Konsequenzen mit sich bringt. In feuchten Regionen und Jahreszeiten wird der Niederschlag höchstwahrscheinlich zunehmen und in trockenen Regionen und Jahreszeiten abnehmen, allerdings können sich die trockenen Regionen polwärts ausdehnen. Eine Begrenzung der globalen Erwärmungauf 2° C setzt erhebliche Anstrengungen zur Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen voraus, wobei dazu typischerweise auch Maßnahmen wie großtechnische Bindung von CO2 aus dem Abgas oder aus der Atmosphäre angenommen werden.

Mit der  Klimakonferenz von Paris  haben sich im Dezember 2015 erstmals 195 Staaten auf ein Klimaabkommen geeinigt. Die Europäische Union hat sich dabei ambitionierte Ziele gesetzt und will bis 2030 ihren CO2-Ausstoß um mindestens 40% im Vergleich zum Referenzjahr 1990 reduzieren sowie ihren Anteil an erneuerbaren Energien auf mindestens 27% steigern und ihre Energieeffizienz ebenfalls um 27% verbessern.


National:

Es gibt keine „österreichische Atmosphäre“, allerdings sind die Auswirkungen des Klimawandels in Österreich in unterschiedlichster Weise wahrnehmbar. Seit 1880 ist die Temperatur in Österreich um nahezu 2°C gestiegen, verglichen mit einer globalen Erhöhung um 0,85°C und ein weiterer Temperaturanstieg ist sehr wahrscheinlich. Die Niederschlagsentwicklung in den letzten 150 Jahren zeigt deutliche regionale Unterschiede, bspw. wurde in Westösterreich eine Zunahme der jährlichen Niederschlagsmenge um etwas 10-15 % registriert, im Südosten hingegen eine Abnahme in ähnlicher Größenordnung. Im 21. Jahrhundert sind eine Zunahme der Niederschläge im Winterhalbjahr und eine Abnahme im Sommerhalbjahr zu erwarten. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass in den letzten 130 Jahren die jährliche Sonnenscheindauer an den Bergstationen der Alpen um rund 20 % oder mehr als 300 Stunden zugenommen haben. Auch hat sich die Dauer der Schneebedeckung in den letzten Jahrzehnten vor allem in mittelhohen Lagen (um 1000 m Seehöhe) verkürzt. Aufgrund der Temperatur-Abhängigkeit von Schneefallgrenze und Schneeschmelze ist wegen des Temperaturanstiegs mit einer Abnahme der Schneedeckenhöhe in mittelhohen Lagen zu rechnen. Um den Folgen des Klimawandels gezielt begegnen zu können, wurde im Jahr 2013 eine  nationale Anpassungsstrategie von der Österreichischen Bundesregierung verabschiedet. Entsprechende klimabezogene Anpassungsmaßnahmen können den Klimawandel abmildern und sind daher vor allem für witterungsabhängige Sektoren und Bereiche wie Land-, Forst-, Wasser-, Energiewirtschaft, Tourismus, Gesundheit und Verkehr sowie diesen jeweils vor-, bzw. nachgelagerten Sektoren besonderes entscheidend, um den Folgen des Klimawandels in Österreich begegnen zu können.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem  Österreichischen Sachstandsbericht Klimawandel 2014