LH Platter: „Tirol wird Vorreiter bei der digitalen Verwaltung!“

Aktuelles aus der Regierungssitzung

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Die Digitalisierung umfasst alle Lebensbereiche und macht auch vor der Tiroler Landesverwaltung nicht halt. In ihrem Regierungsprogramm 2018–2023 hat sich die Tiroler Landesregierung zum Ziel gesetzt, Tirol als Vorreiterland in Sachen digitale Verfahrensabwicklung und E-Government zur modernen und effizientesten Verwaltung Österreichs weiterzuentwickeln. Daher hat die Tiroler Landesregierung heute eine eigene Digitalisierungsstrategie beschlossen. „Die Digitalisierungsstrategie der Tiroler Landesverwaltung soll nun das gemeinsame Dach bilden, das über bisher schon umgesetzte Maßnahmen gebaut wird und den Rahmen für die künftige Umsetzung der Vorgaben im Regierungsprogramm bildet“, betont LH Günther Platter, und gibt auch gleich die Zielrichtung vor: „Künftig sollen möglichst alle Leistungen der Tiroler Landesverwaltung digital entwickelt und angeboten werden. Das soll den BürgerInnen das Leben erleichtern, etwa bei der Einreichung von Förderungen oder sonstigen Anträgen. Damit sollen die Verwaltungsschritte für die Bevölkerung unkomplizierter und schneller vonstattengehen.“

Sechs Grundprinzipien zur Digitalisierung

Kern der neuen Digitalisierungsstrategie sind sechs Grundprinzipien, um den BürgerInnen sowie Unternehmen und nicht zuletzt den MitarbeiterInnen eine benutzerfreundliche und strukturierte digitale Information, Kommunikation und Interaktion mit der Landesverwaltung zu ermöglichen.

Standardmäßig digital: Leistungen der Verwaltung sollen digital angeboten werden

Einmalige Erfassung: Personenbezogene Basisinformationen sollen von BürgerInnen nur einmal bekannt gegeben werden müssen

Inklusion und Barrierefreiheit: Digitalisierung muss den unterschiedlichen Bedürfnissen – etwa von Menschen mit Behinderung oder von älteren Menschen – gerecht werden

Ganzheitliche Serviceorientierung: Kooperationen und Nutzen von Angeboten der Systempartner wie etwa im Bereich „digitales Amt“ des Bundes

Innovation und neue Technologien: Umgang mit neuen Technologien als Chance begreifen, aber auch kritisch hinterfragen

Digitalisierung und Personalentwicklung: Digitalisierung soll keine Dienstverhältnisse der Verwaltung gefährden, sondern Chancen eröffnen, sich weiterzuentwickeln

„Im Sinne der Inklusion ist es uns besonders wichtig, dass die digitale Barrierefreiheit gewährleistet bleibt. Menschen, die nicht in der Lage sind, digitale Angebote zu nutzen, sollen weiterhin entsprechende Ansprechstellen vorfinden“, erklärt LHStvinIngrid Felipe. „Der Nutzen von neuen Anwendungen muss jeweils klar erkennbar, die IT-Sicherheit und der Datenschutz gewährleistet sein“, so Digitalisierungslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf.

Aktuell 112 Online-Formulare für Förderansuchen verfügbar

Als Service für die BürgerInnen bietet das Land Tirol derzeit bereits 112 öffentlich zugängliche Online-Formulare für Förderansuchen aus 13 verschiedenen Bereichen an, darunter Bauen und Wohnen, Sport und Freizeit, Wirtschaft und Tourismus sowie Arbeit, Verkehr und Technik. Die Mietzinsbeihilfe kann beispielsweise online beantragt werden. Im Jahr 2019 wurden rund 86.000 Online-Formulare eingebracht.

„Unser Ziel ist es, die Vorzüge der Digitalisierung für die Bürgerinnen und Bürger spürbar zu machen, und das E-Government in Tirol weiter auszubauen. Im Vordergrund stehen dabei Bürgerfreundlichkeit, Flexibilität und Transparenz und das Ersparen von Amtswegen“, so LH Platter. Es gehe vor allem um eine zeitgemäße, unbürokratische und schnelle Abwicklung von Förderansuchen. „Seit über einem Jahr wird zudem der Großteil der Vergabeverfahren des Landes für öffentliche Aufträge elektronisch abgewickelt“, ergänzt LRin Zoller-Frischauf. Die Digitalisierungsstrategie ergänze außerdem die Initiative digital.tirol, bei der seit dem Jahr 2018 alle möglichen Informationen zu Digitalisierungsvorhaben von Unternehmen gebündelt werden.

40.000 Personen nutzen Land Tirol App

Teil der Digitalisierungsmaßnahmen des Landes ist auch die im November 2019 neu angebotene und laufend aktualisierte Land Tirol App, die bisher von knapp 40.000 Personen auf ihrem Handy installiert wurde. Die App-NutzerInnen bekommen Informationen über gesperrte Straßen, relevante Naturereignisse und sonstige wichtige Ereignisse durch Push-Nachrichten direkt aufs Smartphone und können die 130 Verkehrswebcams des Landesstraßennetzes – etwa der Fernpassstraße oder der Zillertalstraße – und zukünftig zwei Webcams der Felbertauernstraßen AG rasch abrufen. „Das Land Tirol hat mit der Landes-App bereits nach knapp drei Monaten bewiesen, dass es auch in der digitalen und unmittelbaren Kommunikation mit unseren Bürgerinnen und Bürgern Vorreiter ist“, zeigt sich LH Platter erfreut.


Berufliche Perspektiven für Jugendliche schaffen

Die Tiroler Landesregierung hat in ihrer heutigen Sitzung zudem beschlossen, mit der Förderung der Produktionsschule LEA Jugendliche bei einem erfolgreichen Einstieg in die Berufswelt zu unterstützen und ihnen die Integration in die Arbeitswelt zu ermöglichen. Das 2010 ins Leben gerufene Projekt der KAOS Bildungsservice – Gemeinnützigen GmbH mit Standorten in Wörgl und Kufstein bietet Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren die Möglichkeit, sich in insgesamt vier Werkstätten kreativ mit verschiedenen Berufen, beispielsweise aus den Bereichen Gastronomie oder Gartenbau, vertraut zu machen. Im Jahr 2020 unterstützt das Land Tirol die Bildungsstätte mit knapp 604.000 Euro.

„Die in der Praxis bestens bewährte Produktionsschule LEA bietet Jugendlichen mit erschwerten Voraussetzungen eine konkrete Hilfe beim Übergang zwischen Schule und Beruf an. Sie erfahren dadurch den Wert und Nutzen der eigenen Arbeit. Die Finanzierung dieses Arbeits- und Lernortes erfolgt zu 93,5 Prozent über das Land Tirol“, informiert Bildungs- und Arbeitslandesrätin Beate Palfrader.


Kurzmeldungen aus der Regierungssitzung

Klimafitter Bergwald Tirol: Die Tiroler Landesregierung hat die Umsetzung des Initiativprogramms „Klimafitter Bergwald Tirol“ beschlossen. Bis 2025 werden dafür 1,5 Millionen Euro pro Jahr bereitgestellt. Das Projekt umfasst waldbauliche Beratungs-, Schulungs- und Fördermaßnahmen sowie Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung der Bevölkerung. „Unser Ziel ist es, die Tiroler Wälder langfristig an den Klimawandel anzupassen, damit insbesondere die Schutzwälder ihre Funktionen auch in Zukunft erfüllen können und unser Lebensraum sicher bleibt“, erläutert LHStv Josef Geisler.

Info-Kampagne „Großtraktoren im Ortsgebiet“: Als bewusstseinsbildende Maßnahme startet das Land Tirol eine Informationskampagne, um auf das Sicherheitsrisiko von landwirtschaftlichen Großfahrzeugen für FußgängerInnen und andere VerkehrsteilnehmerInnen aufmerksam zu machen. Dafür sind 50.000 Euro aus dem Verkehrssicherheitsfonds des Landes vorgesehen. „Es geht darum, dass wir bestmöglich aufeinander Acht geben. Die Lenkerinnen und Lenker von Großtraktoren sollen für eine defensive Fahrweise und besondere Rücksichtnahme sensibilisiert werden“, so Verkehrsreferentin LHStvin Ingrid Felipe und LHStv Josef Geisler.

Gebärdensprach-Dolmetschausbildung an der fh Gesundheit: Ab Oktober 2020 wird an der fh Gesundheit der Bachelorstudiengang Gebärdensprachdolmetsch mit 24 Studienplätzen angeboten. Möglich wird dies durch die Finanzierung des Landes Tirol, das dieses Vorhaben bis 2025 jährlich mit 200.000 Euro unterstützt. „In Tirol leben derzeit 700 Gehörlose, gleichzeitig gibt es zu wenig qualifizierte Dolmetscherinnen und -dolmetscher für die Gebärdensprache. Um den Betroffenen eine barrierefreie Kommunikation in der Gesellschaft zu gewähren, wird nun der neue FH-Studiengang gestartet“, erklären Soziallandesrätin Gabriele Fischer und Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg. Vorbehaltlich der Genehmigung der Akkreditierungsstelle könne damit der Bedarf an Expertinnen und Experten in Sachen Gebärdensprachdolmetsch zukünftig gedeckt werden.